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FIFA-Präsident Joseph Blatter äußert sich erneut zur umstrittenen WM 2022 in Katar. Der Schweizer räumt ein, dass die Vergabe "möglicherweise ein Fehler" gewesen sei.

Buenos Aires. FIFA-Chef Joseph S. Blatter hat einmal mehr seine Meinung unterstrichen, dass die ursprüngliche Vergabe der Fußball-WM an Katar für die Sommermonate 2022 rückblickend betrachtet ein Fauxpas gewesen sei. Angesprochen auf den Sommertermin bei der Vergabe am 2. Dezember 2010 in Zürich sagte der 77-Jährige im Interview bei insideworldfootball.com: "Es war möglicherweise zu diesem Zeitpunkt ein Fehler."

Es geht nicht immer nach dem Interesse Europas

Allerdings betonte der Schweizer Blatter am Rande der IOC-Session in Buenos Aires, dass es nicht immer nur nach den Interessen von 800 Millionen Europäern bei der Vergabe von Fußball-Großereignissen gehen könne: "Ich denke, es ist höchste Zeit, dass die Europäer endlich beginnen zu verstehen, dass sie nicht mehr die Welt regieren. Einige ehemalige europäische Imperialmächte können nicht anderen in fernen Ländern ihren Willen aufzwingen. Wir müssen akzeptieren, dass Fußball nicht mehr allein der Sport der Europäer und Südamerikaner ist. Er begeistert als weltweiter Sport Milliarden von Fans jede Woche und überall auf der Welt."

Blatter sprach in diesem Zusammenhang sogar von Diskriminierung. "Wenn der Status quo rigide aufrechterhalten wird, dann kann eine WM niemals in Ländern südlich des Äquators oder in der Nähe des Äquators ausgetragen werden. Das führt zu einer automatischen Diskriminierung dieser Länder, die andere Jahreszeiten als Europa haben."

Inzwischen hat sich der FIFA-Präsident allerdings selbst für eine Verlegung in den Herbst/Winter 2022 (November/Dezember) stark gemacht. In der Europäischen Fußball-Union (UEFA) wird von UEFA-Chef Michel Platini dagegen ein Termin im Januar 2022 favorisiert.

"Wir müssen uns mit den Ligen, den Klubs und den Spielern zusammensetzen"

"Jetzt müssen wir den internationalen Kalender ändern. Das können wir aber nicht hochmütig entscheiden", hatte Blatter unlängst gesagt: "Nein, wir müssen uns mit den Ligen, den Klubs und den Spielern zusammensetzen."

Darauf drängt auch der Verband europäischer professioneller Fußballligen (EPFL). Die Vereinigung von 21 Ligaverbänden aus europäischen Eliteligen, darunter die Deutsche Fußball Liga (DFL), hat die FIFA in einem Brief vor einer "hastigen" und unüberlegten Entscheidung gewarnt. Eine Entscheidung durch das Exekutivkomitee der FIFA am 3./4. Oktober hält die EPFL offenbar für verfrüht.

Blatter ist indes überzeugt, dass das Exekutivkomitee seiner Empfehlung folgen wird. Er glaubt in Bezug auf die Verlegung der WM 2022 vom Sommer in den Winter auch nicht an einen Konflikt mit seinem einstigen Ziehsohn Platini, der wiederum als aussichtsreicher Kandidat für die Blatter-Nachfolge 2015 in der FIFA gilt.

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