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Sieg oder flieg – Deutsche Trainer in Afrika
Nicht nur Einheimische sind in Afrika aktiv, auch deutsche Trainer fanden in der Vergangenheit den Weg in den Kontinent der nächsten Weltmeisterschaft.
Von Christoph VOGEL
Pretoria. Die Weltmeisterschaft in Südafrika 2010 rückt immer näher und dementsprechend steigt das Interesse am südlichen Kontinent. Dass Afrika ein schlafender Riese ist und in seiner Kultur und der Begeisterung für Sport bzw. Fußball (auch den zumeist ärmlichen Verhältnissen geschuldet) eine große Chance liegt, ist allseits bekannt. Um den hiesigen Sport voranzutreiben, installierten die Machthaber in den Verbänden der Vergangenheit desöfteren auch deutsche Fußballlehrer, die aber nicht immer glücklich wurden.
König Fußball
Die große Ikone in Afrika ist Otto Pfister. Der 71-jährige trainierte schon unzählige Nationalmannschaften, so Burkina Faso, Senegal, Elfenbeinküste, Kongo, Ghana, Tunesien, Togo und Kamerun. Bei den „unzähmbaren Löwen“ stand Pfister bis zum 27.5.09 noch an der Seitenlinie. „Wenn einer versagt, fliegt er hier schneller als er gucken kann,“ sagte der erfahrene Trainer einst. „In Afrika ist Fußball Religion.“ Dies bewies der Confederations-Cup im Jahre 1997, als Pfister nach dem zweiten von drei Spielen entlassen wurde. Stellt sich der Erfolg nicht ein, zögern die Verantwortlichen nicht lange und suchen die Fehler oftmals beim schwächsten Glied, dem Coach. 1992 wurde Pfister Trainer des Jahres in Afrika und nahm 2006 überraschend mit Togo an der WM in Deutschland teil.
Vogts ohne Erfolg
Auch ein verdienter Spieler und Trainer der deutschen Nationalmannschaft suchte sein Glück in Afrika: Anfang 2007 unterschrieb Berti Vogts in Nigeria, schön spielte das nach Erfolg lechzende Fußballland allerdings nicht unter seiner Regentschaft. Beim Africa Cup 2008 schied Nigeria schon im Viertelfinale gegen Ghana aus, Anfang 2008 gab Vogts seinen Rücktritt bekannt. Uli Stielike trainierte von 2006 bis 2008 die Nationalmannschaft der Elfenbeinküste, legte sein Amt aber aufgrund einer schweren Erkrankung seines Sohnes das Amt nieder. Aktuell ist Rainer Zobel der einzige bekannte Trainer in Afrika. Der 60-jährige nahm das Angebot von Moroka Swallows an, einem Erstligisten in Südafrika und trainiert somit im Land des WM-Ausrichters. Als jüngsten Coup holte Zobel den bis dato vereinslosen Thomas Cichon zu seinem Klub. Doch der Job bei den „Schwalben“ ist nicht sein erstes Engagement in Afrika: Zobel sammelte schon Erfahrung bei mehreren Klubs in Ägypten.
Von Politik geprägt
Deutsche Trainer werden oft aufgrund ihrer Vorstellungen von Disziplin und Ordnung geholt, um die zwar talentierten, aber von professionellen Strukturen noch weit entfernten Mannschaften zu mehr Glanz zu verhelfen. Im Hintergrund spielt nicht selten die Politik eine große Rolle, denn die Nationalteams sind ein Aushängeschild im internationalen Vergleich. Und so bleibt es immer eine Anstellung auf schmalem Grad, die viel Ruhm versprechen, aber auch wenig Anerkennung bringen kann.
Eure Meinung: Wie sind afrikanische Klubs im Vergleich mit den europäischen Vereinen einzuordnen?
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