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Portrait: Freddy Adu
Er galt einst als das größte Talent der USA, sogar von ganz Nordamerika. Doch es ist verdächtig ruhig geworden um das ehemalige Wunderkind. Mit 20 Jahren steht Freddy Adu jedoch immer noch am Anfang seiner Entwicklung, aber der Titel des ewigen Talents liegt nahe. Zu früh für ein Urteil? Goal.com stellt ihn euch genauer vor.
Von Christoph VOGEL
Lissabon. In der Nationalmannschaft läuft es für Freddy Adu deutlich besser als im Verein. Im Team von Bob Bradley ist der inzwischen 20-jährige ein fester Bestandteil, beim AS Monaco hingegen kam er in der abgelaufenen Saison nicht über den Status des Ergänzungsspielers hinaus. Stagniert das ehemalige Wunderkind aus den USA in seiner Entwicklung oder sollten wir in Zukunft ein Auge auf den Stürmer werfen? Eines steht fest: Die großen Vorschusslorbeeren konnte Adu nicht ganz erfüllen.
Früh vom Vater verlassen
Adu wurde am 2. Juni 1989 in Ghana geboren. Ihn und seine Familie zog es mit acht Jahren in die USA, als seine Mutter in der bekannten Lotterie eine Greencard gewann. Sie zogen nach Washington D.C., wo Adu auch zur Schule ging und seine Begeisterung für den Fußball leben konnte. Doch in seinen Jungen Jahren verlor er einen Teil seines Lebens: Sein Vater verließ die Familie und hat zu ihm und seiner Mutter bis heute keinen Kontakt aufgenommen.
Wechsel nach Europa ausgeschlagen
Nicht nur menschlich machte ihn diese Erfahrung erwachsener, sondern auch körperlich war Adu schon in jungen Jahren für sein Alter weit entwickelt. Mit 14 Jahren war Adu bereits der auffälligste Akteur seines Teams in Washington und bestritt in Italien zwei Jugendturniere. Dort wurde er als bester Spieler ausgezeichnet und die bekannt zahlreich vertretenen Scouts der Spitzenklubs belagerten Adu direkt mit den lukrativsten Angeboten. Doch selbst ein Angebot von Inter Mailand über 750.000 $ konnten ihn nicht zu einem Wechsel bewegen, denn seine Mutter legte ein Veto ein, da er noch zu jung wäre. So ging nicht nur Inter, sondern auch Manchester United oder der PSV Eindhoven leer aus.
2003 erster Profivertrag
Seine Mutter allerdings gab ihr Einverständnis für das Förderungsprogramm des US-Amerikanischen Fußballverbandes und so ging er auf eine Partneruniversität in Florida, an der er weiter seine Ausbildung erhielt und gleichzeitig den Fokus auf den Fußball legen konnte. Im Februar 2003 erhielt Adu die Amerikanische Staatsbürgerschaft und unterschrieb nur wenig später einen Vertrag über sechs Jahre bei D.C. United, dem Major League Soccer Klub aus Washington. So wurde er mit 14 Jahren der jüngste Spieler aller Zeiten in der MLS. Adu wurde auch ins Nationalteam beordert, doch zur WM 2006 in Deutschland fehlte sein Name im Aufgebot der USA.
Wechsel nach Europa mit 18
Im Jahr 2007 wechselte Adu unter großer Beachtung der Medien zu Real Salt Lake City innerhalb der MLS. Doch ein Jahr später mit 18 war sein Wunsch nach Europa zu gehen gefestigter denn je und so entschied er sich 2007 für einen Wechsel zu Benfica Lissabon nach Portugal, die 1,5 Millionen Euro bezahlten. Doch dort kam Adu in seinem ersten Jahr nicht über den Status des Ergänzungsspielers hinaus und nach nur einem Jahr in Lissabon ging Adu auf Leihbasis zum AS Monaco nach Frankreich. Hier lief es ein wenig besser für den nun 19-jährigen, doch nach der abgelaufenen Saison stehen für Adu neun Partien zu Buche, davon keine Einzige von Beginn an.
Confed-Cup als große Chance
Nun wird Adu wieder zurück nach Portugal gehen, obgleich Monaco eine Kaufoption über fünf Millionen Euro besitzt. Andere Talente seines Alters sind bereits um einiges weiter und Adu muss sich den Vorwurf gefallen lassen, die hohen Erwartungen in seine Person nicht erfüllt zu haben. Im Nationalteam bestimmen nun Spieler wie Michael Bradley (21) das Geschehen und Adu muss sich für den anstehenden Confederations Cup bemühen, um den Weg ins Team zu finden. Aber das Turnier könnte eine große Chance für das einstige Wunderkind bieten: Zeigt Adu in den Spielen endlich, dass das in ihm gehoffte Potential vorhanden ist, würde ihm das ein Schicksal eines Landon Donovans ersparen. Der wechselte in frühen Jahren ebenfalls nach Europa zu Bayer Leverkusen, scheiterte dort aber auf ganzer Linie und überzeugte auch zuletzt beim Kurz-Engagement bei Bayern München nicht. Adu muss sich gewaltig strecken, um den aufkommenden Verdacht des ewigen Talents abzulegen. Man würde es ihm wünschen...
Eure Meinung: Konnte Freddy Adu die in ihn gesteckten Erwartungen erfüllen? Oder ist er wie einst Lars Ricken ein „ewiges Talent“?
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