Report: Wie sicher ist Südafrika ein Jahr vor der WM?
Die heutige Partie zwischen Südafrika und dem Irak war der Startschuss für den FIFA Confederations Cup, der dem Gastgeberland eine erste Generalprobe ermöglicht, den Betrieb in den Stadien zu testen. Viel wichtiger ist jedoch die Frage, wie es außerhalb des Rasens aussieht. Goal.com fragt: Wie weit und sicher ist Südafrika ein Jahr vor der WM eigentlich?
„Tendenz zeigt in die richtige Richtung“
Trotz dieser erschreckenden Zahlen ist man in Südafrika stolz über diese Statistik. Fünf Jahre zuvor zählte man noch über 22.000 Morde. „Die Tendenz zeigt aber in die richtige Richtung“, sagte Sicherheitsinspektor Johan Burger der Zeitschrift Voetbal International in einem Interview. Was jedoch noch lange nicht heißt, dass WM-Touristen einen sicheren Aufenthalt garantiert werden kann. Doch wer einige simple Regeln befolgt, kann Gefahren vorbeugen.
Taxibusse das sicherste Verkehrsmittel
Da Südafrika noch über kein funktionierendes öffentliches Verkehrssystem verfügt, muss man bereits beim Transport aufpassen. Busse gibt es zwar, doch keine festen Zeitpläne. Deswegen benutzen nur 5% der einheimischen Bevölkerung öffentliche Verkehrsmittel. Selbst Taxis müssen mit Vorsicht genossen werden, denn oft tarnt sich hinter einem vermeintlich offiziell aussehenden Cab ein listiger Schurke, der Gäste verschleppt und ausraubt. Einzig und allein mit Taxibussen, hat man gute Erfahrungen gemacht in Südafrika. Warum? Weil stets mehrere Menschen gemeinsam eine Großraumtaxi bestellen. Deren Organisation ist wesentlich professioneller und in einer Gruppe mit mindestens drei-vier Männern, am besten noch welchen, die sich auskennen, wird man nur sehr selten bedroht, vorausgesetzt man lässt die Wertsachen im Hotel und trägt Handy und Portemonnaie nicht all zu sichtbar bei sich.
„Carjacking“ wird immer beliebter
Wegen des schwachen Verkehrsnetzes sind Leihwagen eine beliebte Alternative bei Touristen. Doch Vorsicht: Lieber ein wenig mehr zahlen und eines mit Klimaanlage nehmen. Warum? Nicht nur wegen der Hitze, sondern auch aus Sicherheitsgründen sollten alle Türen und Fenster möglichst geschlossen bleiben. „Carjacking“, also gewaltsame Autoüberfälle in bekannter Grand-Theft-Auto-Manier vor Ampeln oder Einfahrten, wird bei den Kriminellen immer beliebter. Der Verkehrsminister rät: Gar nicht erst alleine im Auto sitzen. Und schon gar nicht die Townships aufsuchen, die schwarzen Wohnviertel am Stadtrand, die teilweise an heftige Slums erinnern. In Südafrika herrscht nämlich immer noch ein Konflikt innerhalb der Bevölkerung zwischen Schwarz und Weiß, auch wenn es deutlicher Fortschritte in den letzten Jahrzehnten gab.
Sicherheitskräfte massiv verstärkt
Um die Touristen zu schützen und ein gutes Bild abzugeben, wurden Polizei, Militär und Sicherheitskräfte massiv verstärkt. Im Juni 2010 sollen alleine 192.000 Polizeiagenten im Einsatz sein. Hinzu kommen 50.000 Soldaten und zigtausende private Sicherheitsunternehmen. Wer sich in seine registrierten Hotels aufhält, braucht sich nicht zu fürchten. An den Rezeptionen der großen Hotels erfährt man stets am besten, wo es sicher ist und wo Gefahren lauern. Prinzipiell werden die Stadien sehr sicher sein, allerdings sollte man möglichst nach dem Spiel mit der Gruppe das Terrain verlassen. Denn sobald es dunkel wird in Südafrika ist man selbst bei Großveranstaltungen nicht mehr sicher. Und im Juni 2010 herrscht afrikanischer Winter, das heißt Temperaturen bis um den Gefrierpunkt nachts und um sechs Uhr bricht die Dunkelheit ein.
Stets friedlich bei Sportveranstaltungen
Einen Hoffnungsschimmer gibt es jedoch: Bei allen großen Sportveranstaltungen, die bisher in Südafrika stattfanden, hat sich die Bevölkerung stets am Riemen gerissen. Hoffen wir, dass es 2010 auch so sein wird. Denn in Südafrika gibt es noch eine Menge zu tun.
Was meint ihr: Ist Südafrika bereit für die WM 2010?
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