Warum Cristiano Ronaldo und Sergio Ramos Dani Alves nicht leiden können

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Im Achtelfinale der Champions League kommt es zum Kracher zwischen Real Madrid und PSG. Dabei steht auch die Rivalität einiger Akteure im Mittelpunkt.


HINTERGRUND

Dani Alves sagt, was er denkt. Es ist diese erfrischende Eigenschaft, die dem jetzigen Rechtsverteidiger von Paris Saint-Germain so viele Bewunderer beschert hat. Doch es gibt auch die andere Seite der Medaille, denn der Brasilianer hat sich damit in seiner Laufbahn nicht nur Freunde gemacht – vor allem bei den Spielern von Real Madrid.

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Wären manche Dinge anders gelaufen, hätte Alves möglicherweise das Real-Trikot im Santiago Bernabeu getragen. "Es wäre eine große Belohnung", sagte er in Anspielung darauf nach dem Copa-del-Rey-Triumph 2007 mit dem FC Sevilla im Stadion des Madrider Giganten. Und auf die Frage, was er von der Umkleide der Heimmannschaft halte, sagte er: "Das ist die beeindruckendste Kabine weltweit."

Doch Real bemühte sich nicht um ihn und im folgenden Sommer wechselte Alves stattdessen nach Barcelona. Das war der Beginn einer Rivalität, die heute noch Bestand hat, obwohl der Brasilianer schon längst nicht mehr in Spanien spielt.

Während seiner ersten Spielzeit im Camp Nou war Alves Teil des großartigen Triple-Teams unter Pep Guardiola. Und als er die Katalanen im Sommer 2016 verließ, war er in der gesamten Historie der Akteur, der gegen die Blancos (mit Sevilla und Barca) als Spieler die meisten Siege feiern konnte.

Vor allem zu der Zeit, als Jose Mourinho bei den Königlichen an der Seitenlinie stand, entwickelte er sich in Madrid nach und nach zum Feindbild. Die Clasicos in diesen drei Jahren waren damals überhitzte Angelegenheiten und der Brasilianer bezeichnete Real unter Mourinhos Leitung als "dreckig" und als "schlechte Verlierer".

Streit zwischen Alves und Mourinho eskaliert

Doch ein Ereignis steht über allem. Als nämlich Alves im Champions-League-Halbfinale 2011 im Hinspiel von Pepe gefoult wurde, sich lange mit qualvollem Gesicht am Boden wälzte und das Feld schließlich auf einer Trage verließ. Pepe wurde vom Platz gestellt, Madrid musste mit einem Mann weniger auskommen und Messis Doppelpack sorgte mehr oder weniger für die Vorentscheidung.

Diese Szene provozierte eine Hasstirade Mourinhos nach Spiel. Der Portugiese sprach von einer "Schande", einem "Skandal" und stellte Verschwörungstheorien bezüglich Barcas Beziehungen zu Unicef und UEFA auf. "Ich habe nichts zum Schiedsrichter gesagt", sagte er damals. "Ich habe nur gelacht und mit zwei Fingern applaudiert. Wenn ich gesagt hätte, was ich wirklich gedacht habe, würde meine Karriere heute zu Ende sein."

In der Nachbetrachtung war Pepes Attacke hart und Alves hatte letztlich keine Wahl. Ob er damals übertrieben hat? Vielleicht! Aber viele Madrid-Spieler – darunter auch Pepe – hätten vermutlich genauso gehandelt.

Dani Alves stretchered off after Pepe foul

Nichtsdestotrotz sorgte dieser Vorfall für böses Blut und entfachte einen Wort-Krieg zwischen Alves und Mourinho. Der Brasilianer bezeichnete den Portugiesen später als "großartigen Coach", doch er fügte hinzu: "Die Leute reden über ihn, als ob er den Fußball erfunden hätte. Das hat er nicht."

Mourinho schlug zurück: "Was Dani Alves gesagt hat? Einstein hätte es nicht besser zusammenfassen können", entgegnete er. "Er hat Recht: Ich habe den Fußball nicht erfunden. Aber ich will ihn daran erinnern, dass es ein Portugiese war, der sein Land entdeckt hat."

Alves eine Art Feinbild in Madrid

Das schlechte Verhältnis zu Superstar Cristiano Ronaldo basiert hauptsächlich auf dem Duell um den Ballon d'Or. Der brasilianische Außenverteidiger war und ist dabei großer Unterstützer seines (ehemaligen) Teamkollegen Lionel Messi.

"Die Sache mit dem Ballon d'Or ist einfach wenig lästig geworden, weil zu viel andere Aspekte mittlerweile entscheidend sind", sagte der Verteidiger 2014 Goal. "Es geht nur noch um Meinungen, nicht mehr um das Können auf dem Feld. Wenn man nur das Spielerische bewerten würde, denke ich, dass Leo (Messi, Anm. d. Red.) alle anderen in die Schranken weisen würde, solange er aktiv ist."

Dani Alves & Jose Mourinho

Als Barca 2015 das Triple gewann und Luis Suarez unter den letzten drei Kandidaten für den Award fehlte, legte Alves nach: "Cristiano Ronaldo verdient es nicht, unter den Finalisten des Ballon d'Or zu sein. Es geht nicht nur darum, Tore zu schießen."

Alves, dessen Beinschuss im Clasico 2013 gegen den mittlerweile fünfmaligen Weltfußballer um die Welt ging, spielte einige Zeit später jedoch sein angeblich schlechtes Verhältnis zu Ronaldo herunter. "Der Streit mit Ronaldo kam nur wegen der Presse zustande", erklärte er. "Wenn die Leute nur wüssten, wieviel Respekt ich vor Cristiano Ronaldo habe. Ich wiederhole es noch einmal, um die Sache klarzustellen: Ich respektiere Cristiano Ronaldo."

Alves: Ramos hat mit Sevilla nichts erreicht

Mit Sergio Ramos hat die Rivalität hingegen immer noch Bestand. Als der Innenverteidiger im Stadion seines Ex-Klubs Sevilla mit Pfiffen belegt wurde, sagte Alves: "Das Problem ist, dass er wenige Tage, bevor er nach Madrid wechselte, Sevilla noch ewige Treue geschworen hat."

Und er fügte hinzu: "Er hat dort nicht Geschichte geschrieben, erst recht nicht genug, um nach einem Tor nicht zu jubeln oder um Respekt verlangen zu können. Ich war sechs Jahre in Sevilla und habe viele Titel gewonnen."

Sergio Ramos & Dani Alves

Ramos hat auf diese Aussagen auf seine Art und Weise geantwortet. "Diese Kommentare kommen von Alves, der im einen Jahr Brasilien, im nächsten Spanien und im übernächsten Jahr Italien liebt", sagte er in Anspielung auf die verschiedenen Stationen des Brasilianers.

Neben dem Feld ist Alves ein Spaßvogel. Jemand, der bei seinen Mitspielern sehr beliebt ist. Sogar Real-Präsident Florentino Perez hat im letzten Jahr zugegeben, dass es immer spaßig ist, wenn er mit Alves aufeinandertrifft. Für die Real-Spieler ist er jedoch eine Person, die niemals richtig akzeptiert werden wird.

Genau diese Rivalität wird man am Mittwoch wieder spüren können, wenn die Blancos Paris Saint-Germain im Hinspiel des Champions-League-Achtelfinales empfangen. Es dürfte definitiv für Unterhaltung gesorgt sein.

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