Trotz Euro-Aus: Schalke war den Eurofightern würdig

TeilenSchließen Kommentare
Kampf, Wille, Einsatzbereitschaft - Königsblau warf alles in die Waagschale und trauert trotzdem. Doch die Eurofighter wären stolz. Ein Kommentar.


KOMMENTAR

"Im Hinspiel waren wir Euro-Lämmchen und leider nur heute Eurofighter", traf Sascha Riether nach dem bitteren Ausscheiden in der Europa League den Nagel auf dem Kopf. Denn nicht etwa der gestrige Auftritt der Schalker hat Schuld, dass der Traum vom Titelgewinn zerplatzt ist, sondern allein die desolate Mannschaftsleistung in Amsterdam vor Wochenfrist.

Die Analyse: Schalke 04 scheidet in Überzahl gegen Ajax Amsterdam aus

Anders als im Auswärtsspiel, als sich die erfahrene S04-Truppe voller Angst vor den hungrigen Talenten aus den Niederlanden in der eigenen Hälfte einigelt und regelrecht an die Wandspielen lassen hatte, war das Team von Markus Weinzierl am Donnerstagabend durchweg spielbestimmend. So wurde bereits nach der Doppelchance in der ersten Spielminute deutlich, dass die Hoffnung trotz des Ballasts einer 0:2-Niederlage noch lebte, obwohl im Vorfeld kaum jemand noch einen Pfifferling auf Königsblau gesetzt hatte.

Gegen die technisch stärkeren Holländer schaffte es Schalke, vor allem über den Kampf und die Einsatzbereitschaft ins Spiel zu kommen. Sinnbildlich dafür steht der Einsatz Leon Goretzkas, der sich bei einem Zusammenprall in der ersten Halbzeit den Kiefer ausrenkte und sich zusätzlich eine Gehirnerschütterung zuzog. Dass sich der Mittelfeld-Malocher in der Pause mehrmals übergeben musste und sichtlich angeknockt war, hinderte ihn nicht daran zum zweiten Durchgang wieder auf dem Rasen zu stehen – bedingungsloser Einsatz für das Team, auf den auch die legendären Eurofighter von 1997 stolz gewesen wären.

Fußballmärchen ohne Happyend

Beinahe wäre dem Fußballmärchen sogar ein Happy End gegönnt gewesen, denn ausgerechnet der schwer gezeichnete Goretzka traf zur zwischenzeitlichen 1:0-Führung – eine Geschichte, die nur der Fußball schreibt. Dass die Weinzierl-Elf auch in der Folge das Ajax-Tor belagerte und sich verdient bis in die Verlängerung kämpfte, zeugt von Charakter, der dem Team nach zuletzt schwachen Spielen teilweise abgesprochen wurde.

Spätestens nach dem zweiten Treffer von Königsblau kochte die Stimmung in der Veltins Arena so hoch wie nur selten in den letzten Jahren und der Geist der Eurofighter war spürbar. Wie auch 1997 schien auch die aktuelle Truppe die Mentalität verinnerlicht zu haben, die es braucht, um Großes zu erreichen. Nach der Ekstase, im Anschluss an das erlösende 3:0 durch Daniel Caligiuri, folgte mit dem unglücklichen Gegentreffer allerdings der mentale Tiefschlag, der sowohl Spieler als auch Fans fassungslos machte.

So ging Königsblau trotz tollen Spiels und einem 3:2-Sieg als Verlierer vom Feld, denn der große Traum ist geplatzt – der Traum, den Pott exakt 20 Jahre nach dem sensationellen Triumph von Wilmots, Nemec und Co., wieder in den Pott zu holen. Sieht man aber den Kampf und die Leidenschaft, die Goretzka und seine Mitspieler im Rückspiel boten, muss man anerkennen, dass die Leistung jener der Eurofighter würdig war. 

Folge Schalke-Reporter Robin Haack auf  

Nächster Artikel:
Mbappe, Gabriel Jesus und Dembele auf Golden-Boy-Shortlist
Nächster Artikel:
Leipzigs Timo Werner träumt von der Premier League
Nächster Artikel:
Guido Burgstaller: Schalkes unsichtbarer Matchwinner
Nächster Artikel:
Sieg gegen Mainz: Schalke bleibt oben dran
Nächster Artikel:
Hajduk Split gegen Dinamo Zagreb im LIVESTREAM: DAZN, Stream, Stars, Tabelle und alle Informationen
Schließen