Starke Offensive: Maximilian Philipp ist angekommen bei Borussia Dortmund

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Aus einer starken Offensive bei Borussia Dortmund ragt gegen Borussia Mönchengladbach der bescheidende Maximilian Philipp heraus.


HINTERGRUND

Es ist schon beeindruckend, wie Borussia Dortmund in diesen Wochen aufspielt. Auch wenn Trainer Peter Bosz vor der dritten Partie innerhalb von sieben Tagen auf gleich fünf Positionen wechselte, tat es der Offensivpower des BVB keinen Abbruch. Borussia Mönchengladbach wurde mit 6:1 nach Hause geschickt. Überzeugend war, wie schon vor Wochenfrist beim 5:0 gegen den 1. FC Köln, der Neuzugang Maximilian Philipp. Der 23-Jährige traf erneut doppelt.

Das ist Maximillian Philipp

Es war wie schon gegen den 1. FC Köln ein Riesenspiel des Neuzugangs. Besonders in der ersten Halbzeit glänzte er mit zwei Toren und einer Vorlage für Pierre-Emerick Aubameyang. Zudem ging er immer wieder weite Wege und hatte für seine Mitspieler wie Jeremy Toljan, mit dem er auf der linken Seite gut harmonierte, Räume aufgerissen. Er zog 29 Sprints an und gewann die meisten Zweikämpfe auf dem Platz (12). In der zweiten Halbzeit ließ er allerdings etwas nach. Aber Philipp war selbstkritisch. "Es war eine sehr gute erste Halbzeit, aber ich muss mir eingestehen: In der zweiten Halbzeit habe ich nachgelassen", sagte er.

Philipp, der Teamplayer

Trotz seiner zweiten starken Vorstellung innerhalb von einer Woche bleibt Philipp zurückhaltend, fast schüchtern. Als er als Letzter neben Toljan am Samstagabend die Kabine verließ, war es ihm schon fast unangenehm, dass Fans noch extra für ein Foto mit ihm warteten. Er steht nicht gern im Mittelpunkt, will lieber der Mannschaft helfen.

Pierre-Emerick Aubameyang Borussia Dortmund 23092017
Traf sogar dreimal: Pierre-Emerick Aubameyang

"Mir ist es egal, ob ich das Tor schieße oder jemand anderes", sagte er. So auch vor dem zwischenzeitlichen 3:0 für den BVB, als Philipp auf Aubameyang auflegte. "Es war glaube ich sicherer, quer zu spielen als ein Eins-gegen-Eins gegen den Torwart. So habe ich ihn rübergelegt und Auba musste ihn nur noch ins leere Tor schieben. So ist es einfacher", sagte er nach dem Spiel bei Sky.

Serie gerissen: BVB kassiert erstes Gegentor

Es scheint, als habe sich der 23-Jährige inzwischen perfekt eingefunden ins BVB-Spiel. Er kennt die Laufwege seiner Mitspieler und sie kennen seine. Auch ist er - zumindest auf dem Platz - nicht mehr schüchtern. In den ersten Wochen wirkte er noch etwas zurückhaltend neben den großen Namen der Mitspieler. Inzwischen ist er selbst ganz oben angekommen. "So langsam gewöhne ich mich dran, mit wem ich zusammenspiele. Vor zwei Jahren habe ich die noch im Fernsehen bewundert und jetzt darf ich neben ihnen spielen", sagte er im ZDF-Sportstudio.

Zorc lobt Philipps Entwicklung

Er fühle sich "reif genug, um oben in der Bundesliga und der Champions League mitzuspielen", sagte er vor wenigen Wochen beim RuhrNachrichten-Talk in der Dortmunder Innenstadt. Das bewies er nun gleich doppelt in dieser Woche - mit zwei Doppelpacks. Philipp agiert oft zwischen den Reihen, kommt mit Tempo und sucht den Abschluss, vergisst dabei aber nicht seine Mitspieler.

Kein Wunder, dass Michael Zorc mit einem breiten Grinsen durch die Mixed Zone des Dortmunder Stadions lief. Immerhin war er es, der Philipp nach Dortmund geholt hatte. Vor allem, weil Dortmunds Sportdirektor vor einigen Wochen noch dafür belächelt wurde. Er überwies stolze 20 Millionen Euro für den eher unbekannten Flügelspieler an den SC Freiburg. Nicht jeder in Fußball-Deutschland konnte oder wollte das verstehen. Nach den ersten sechs Spieltagen der neuen Saison scheint sich dies nun langsam zu ändern. Denn Philipp zahlt das Vertrauen immer mehr zurück.

"Er hat sich sehr schnell zurechtgefunden", lobte Zorc seinen Neuzugang. Einen einzelnen Spieler wollte er aber nur ungern hervorheben. Denn er schwärmte von der geballten Offensivpower seiner Mannschaft. "Alle spielen auf höchstem Niveau. Es ist überragend, was die Jungs abliefern", sagte Zorc über Philipp, Andrey Yarmolenko und Co.. Weltmeister Mario Götze lobte seinen Mitspieler mehr: "Er ist in den entscheidenden Momenten da und eine Bereicherung für unsere Offensive. Er gibt im Training und im Spiel alles."

"Real Madrid ist eine Mammutaufgabe"

Alles geben müssen die Borussen am Dienstag schon wieder. Dann gastiert Real Madrid in der Champions League im Signal-Iduna-Park. Und der BVB ist nach der Auftaktniederlage gegen Tottenham Hotspur schon fast zum Siegen verdammt. Ordentlich Druck auf dem Kessel - aber Götze will das nicht überbewerten. "Es wird eine Mammutaufgabe, klar. Aber wir wissen, dass wir gegen die schon gut ausgesehen haben", sagte er.

Deshalb hofft Zorc, dass die Spieler mit "Selbstbewusstsein auftreten". Dennoch warnt er vor dem Titelverteidiger: "Die haben eine andere Qualität als Gladbach heute. Die bestrafen die Fehler, die wir machen. Wir müssen hinten sorgfältiger sein."

Aber solange der BVB vorn so oft trifft, dürfte es Real ohnehin schwer haben, ins Spiel zu kommen. Die Borussen müssen nun dennoch beweisen, dass sie die derzeit überragende Form in der Bundesliga auch in der Champions League auf das Feld bringen können. Für Philipp könnte dann mit einem Einsatz gegen Real Madrid ein Traum in Erfüllung gehen. Es wäre die logische Schlussfolgerung der bisherigen starken Entwicklung in der Saison.

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