Soufiane Touzani: Mit Freestyle rund um die Welt

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Seit 15 Jahren ist der Niederländer mit marokkanischen Wurzeln ein Freestyle-Star. Goal erklärt, was hinter Soufiane Touzani steckt.

Es ist die ultimative Wertschätzung für einen Freestyler: Man erfindet einen neuen Move, einen Trick, und der wird dann nach der Person benannt, die ihn zum ersten Mal gezeigt hat. Soufiane Touzani hat das geschafft – gleich mehrmals. "New Shit" heißt ein Move von ihm, aber in der Bezeichnung fehlt sein Name. Der bekannteste vom Niederländer kreierte Trick ist aber mit Sicherheit der "Touzani Around the World". In den Video-Spielen der FIFA-Serie ist er mit dabei, nur Spieler mit dem höchsten Skill-Level können ihn im Game zeigen.

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2002 machte Touzani zum ersten Mal auf sich aufmerksam, ohne dass sein Name jedoch gleich berühmt wurde. Ein Freund nahm seine Tricks mit einer Videokamera auf und stellte sie ins Internet. Die Bilder sind aus heutiger Sicht von mäßiger Qualität, aber sofort wird klar, dass hier ein Fachmann am Ball ist, der viel draufhat. In den Straßen und auf den Courts von Rotterdam zeigt Touzani das, was er kann. Und das ist einiges.

"Damals war das noch was Revolutionäres", erinnert sich Touzani bei AD an die ersten Schritte mit Digicam und Internet. "Der Typ meinte: 'Komm, wir filmen deine Tricks und laden das ins Internet hoch. Ich hatte keine Idee, was er genau meinte", lacht der Niederländer. Youtube gab es noch gar nicht, aber trotzdem verbreitete sich der Clip rasend schnell – weil Touzani Dinge mit der Kugel konnte, die zuvor noch niemand gesehen hatte.

GERMANY ONLY: SOUFIANE TOUZANI
Soufiane Touzani führt seine Tricks vor Kindern vor

Inzwischen reist er selbst "around the world" und tritt bei Shows auf. Außerdem produziert er eigene Clips, in denen er mit den ganz großen Fußball-Stars zu sehen ist. Gemeinsam zeigen sie ihr Können – und natürlich darf eine "Panna" – ein Tunnel – vom großen Meister meist nicht fehlen. Zuletzt traf Touzani Weltfußballer Cristiano Ronaldo in dessen Haus in Madrid. "Vor 15 Jahren habe ich mein erstes Video gemacht und jetzt treffe ich Ronaldo. Man könnte sagen, dass sich der Kreis geschlossen hat", sagt der 30-Jährige. Welch passendes Bild, denn auch bei seinem bekanntesten Trick macht er mit dem Fuß einen Kreis um den fliegenden Ball.

Eine Diagnose lässt die Karriere starten

Angefangen hat alles für Touzani im Rotterdamer Stadtteil Feijenoord, der auch dem bekanntesten Fußball-Klub der Stadt den Namen gegeben hat. Im Problemviertel Bloembeek kickte der kleine Soufiane vor allem auf der Straße, bevor er sich den örtlichen Vereinen anschloss. Wie sein älterer Bruder Karim, der sogar U21-Nationspieler der Niederlande wurde, hatte Soufiane viel Talent. 2002 bekam er allerdings von Ärzten mitgeteilt, dass er unter Skoliose leide, einer Verformung der Wirbelsäule. Zur Stabilisierung des Rückgrats bekam er eine 30 Zentimeter lange Metallstange eingesetzt – und den Hinweis, dass er das Fußballspielen in Zukunft bitte sein lassen solle.

Das Einzige, was die Ärzte ihm zugestanden: Den Ball könne er weiterhin hochhalten. Und das tat er ab diesem Zeitpunkt mit Hingabe und voller Konzentration. Bereits im selben Jahr noch erschien sein erster Clip – und danach ging es für Touzani steil nach oben.

Das Video beginnt mit einem Tony-Montana-Zitat aus dem Film 'Scarface'. "Ich werde immer noch daran erinnert, auch durch berühmte Fußballer, die auf einmal anfangen, Tony Montana nachzumachen, wenn sie mich sehen", grinst Touzani. "Eden Hazard hat als kleiner Junge meine Filme gesehen. Und Pierre-Emerick Aubameyang hat die Musik aus meinem ersten Vlog nachgemacht, als wir uns getroffen haben", fügt er hinzu.

"Der Ball verbindet"

Es sind Treffen auf Augenhöhe zwischen den Fußball-Stars und dem Freestyle-Star. "Der Ball verbindet", sagt Touzani und erklärt damit auch, warum die besten Kicker der Welt ihm direkt gestellte Fragen gerne beantworten. "Ich spreche ja mit ihnen auch nicht über die Aufstellung für das nächste Wochenende", meint er.

Inzwischen präsentiert Touzani eine Sendung im niederländischen Fernsehen, hat sein eigenes Büro im Rotterdamer Viertel, in dem er groß geworden ist, und ist Botschafter für die Johan-Cruyff-Foundation. Zur Ruhe setzen will er sich deshalb als Freestyler noch lange nicht, denn er hat noch zwei Namen auf der Liste, die er noch abarbeiten will: "Neymar und Zlatan Ibrahimovic", so Touzani.

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