Schalke-Hoffnungsträger Breel Embolo: Das Lächeln ist zurück

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Nach seiner schweren Verletzung ist Breel Embolo der größte Hoffnungsträger beim FC Schalke 04. Kehrt mit ihm auch der Erfolg zurück ins Ruhrgebiet?


HINTERGRUND

Konstantinos Stafylidis, diesen Namen wird man auf Schalke so schnell nicht vergessen. Denn im Oktober 2016 sorgte der Verteidiger des FC Augsburg für den wohl bittersten Moment in der ohnehin enttäuschenden Spielzeit von Königsblau, als er Breel Embolo an der Eckfahne brutal von den Beinen holte und die Saison des jungen Schweizers vorzeitig beendete.

Neun Monate nachdem der 20-Jährige mit Tränen in den Augen vom Platz getragen werden musste, ist seine schier unendliche Leidenszeit vorbei und Embolo ist wieder am Ball. Denn pünktlich zum Start in die Vorbereitung kehrte auch der Angreifer ins Teamtraining zurück und versprüht seitdem vor allem eines: Pure Freude. Egal ob bei kräftezehrenden Konditionsübungen, bei Laufeinheiten oder während der Anweisungen des Trainers, fast immer ist ein Lachen auf seinem Gesicht zu erkennen.  

"Ich bin froh, wieder mit der Mannschaft trainieren und dabei sein zu können. Ich bin schmerzfrei, muss mich aber aus den Spielszenen im Mannschaftstraining noch etwas heraushalten, ehe ich alle Übungen mitmachen darf", erklärte er am vergangenen Dienstag nach dem öffentlichen Training. Die Freude war ihm auch hier ins Gesicht geschrieben.

"Qualitäten, die fast jeder Mannschaft helfen können"

Und nicht nur Embolo selbst ist erleichtert, wieder auf dem Rasen zu stehen, auch Domenico Tedesco und Sportvorstand Christian Heidel sind froh, dass der Rekord-Transfer als gefühlter Neuzugang nun einen zweiten Anlauf nehmen kann. "Ich freue mich, dass er nach langer Verletzungspause wieder zu uns stößt. Breel besitzt in Topform Qualitäten, die fast jeder Mannschaft helfen können", lobte der Coach im Gespräch mit der Sportbild.

Welch großes Potenzial im jungen Schweizer schlummert und wie genau er Schalke helfen kann, konnte er in Ansätzen schon in der vergangenen Spielzeit unter Beweis stellen, als er in zehn Einsätzen an fünf S04-Treffern beteiligt war. Dabei überzeugte er nicht nur durch seine Qualitäten im Strafraum, sondern vor allem mit unermüdlicher Laufarbeit und Zweikampfbereitschaft, die gerade beim Kumpel- und Malocherklub besonders gut ankommt. "In Zweikämpfe zu gehen, ist meine Stärke. Ich bin Stürmer, entweder laufe ich in die Gegner rein oder der Gegner in mich", beschreibt er seinen Spielstil, den er auch zukünftig nicht ändern wird.

Mit dieser Malocher-Mentalität und Leidenschaft, die das Spiel von Embolo charakterisieren, hat er das Potenzial, in den kommenden Jahren zur absoluten Identifikationsfigur auf Schalke zu werden. Dass auch Heidel große Stücke auf den Schweizer Nationalspieler hält, zeigt allein die Rekordablöse von rund 22 Millionen Euro, die er für seine Dienste nach Basel überwies. Der Spieler selbst lässt sich von diesen Summen allerdings nicht beeindrucken: "Wenn ich mir darüber Gedanken machen würde, hätte ich mit 25 Jahren schon graue Haare. Als ich vor einem Jahr auf Schalke einen Vertrag unterschrieb, war mir klar, dass die Erwartungshaltung hoch ist. Die will ich erfüllen, das ist ja auch mein Anspruch."

GFX Quote Tedesco

Zum Saisonstart wieder fit? 

Nach Frust-Saison, die mit dem zehnten Platz in der Bundesliga und dem Europa-League-Aus im Viertelfinale endete, erwartet man in Gelsenkirchen nun eine deutliche Steigerung. Während Vorstands-Boss Clemens Tönnies zuletzt schon öffentlich von der Champions League träumte, steckt sich Embolo bescheidenere Ziele: "Wir haben unser Potenzial im Vergleich zum Vorjahr gesteigert. Platz sechs ist drin."

"Viele Leute glauben nicht an uns. Wir müssen die Fans mit guten Leistungen überzeugen und sie für uns gewinnen. Ihnen das Gefühl geben, dass es eine geile Saison wird. Wir können nur gewinnen. Jetzt liegt es an uns zu zeigen, was wir können", zeigt sich der 20-Jährige euphorisch.

Ob Schalke sich nach nur einem Jahr Pause, tatsächlich wieder für das internationale Geschäft qualifizieren kann, wird auch vom bulligen Angreifer abhängen, der täglich an seinem Comeback arbeitet. Ob es jedoch schon bis zum Saisonstart klappt, ist noch fraglich. "Nach seiner langen Verletzung ist er wie ein Neuzugang, trotzdem müssen wir geduldig sein. Es würde keinen Sinn machen, ein Risiko einzugehen" betont Tedesco, während Embolo selbst schon von einem Einsatz am ersten Spieltag träumt: "Natürlich ist der Saisonstart ein Thema. Ich muss aber warten, bis die Ärzte grünes Licht geben."

Ob es nun tatsächlich zum ersten Spieltag reicht oder nicht, wird letztlich nebensächlich sein. Die Hauptsache ist, dass das Lächeln des Schalker Strahlemanns zurück ist und womöglich so schnell von nichts getrübt wird.  

Folge Schalke-Reporter Robin Haack auf  

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