Paris Saint-Germains Julian Draxler: Durchbeißen oder hinschmeißen?

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Der Weltrekord-Transfer hat vieles in Paris verändert. Im Lager des deutschen Weltmeisters denkt man allerdings angeblich nicht an Abschied.


HINTERGRUND

Es war mit Sicherheit ein toller Sommer für Julian Draxler. Erst führte der Star von Paris Saint-Germain das DFB-Team in Russland zum Titelgewinn beim Confed Cup und wurde zum besten Spieler des Turniers gewählt. Dann durfte der ehemalige Schalker seinen vierwöchigen Urlaub genießen, bevor es Ende Juli zurück in die französische Hauptstadt ging. Zeit zum Entspannen, zum Zurückblicken auf das bisher Erreichte.

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Zeitgleich mit seiner Rückkehr an den PSG-Arbeitsplatz holte sein Klub Neymar vom FC Barcelona – und griff dafür so tief in die prallgefüllte Geldtasche wie noch kein Verein zuvor: 222 Millionen Euro ließen sich die Franzosen den Offensivstar aus Brasilien kosten. Und Fans und Experten – und wahrscheinlich Draxler auch – gingen im Kopf die mögliche Aufstellung der Pariser mit Neymar im Kopf durch und sie werden eines schnell festgestellt haben: Julian Draxler spielte in der vergangenen Saison fast immer auf dem linken Flügel bei PSG in der Ligue 1. Und Neymar auf derselben Position beim FC Barcelona.

Theoretisch sind die beiden also Konkurrenten um einen Platz in der Startelf – wenn denn PSG-Trainer Unai Emery bei seinem bislang bevorzugten 4-3-3-System bleibt. Was der Übungsleiter vorhat, sollte sich dann in den ersten Pflichtspielen der neuen Saison zeigen. Und das tat es. Und die Praxis lieferte für Julian Draxler keine schönen Erkenntnisse, denn von viel Praxis für den Deutschen kann man bisher nicht sprechen.

Dementi des Draxler-Beraters

Vier Pflichtspiele absolvierten die Pariser bislang – und dreimal stand Draxler nicht einmal im Kader. Am Sonntag gegen Toulouse wurde er in der Schlussphase immerhin eingewechselt und durfte fünf Minuten mitmachen. Dass das nicht der Anspruch eines Weltmeisters sein kann, der erst im Winter für 40 Millionen Euro vom VfL Wolfsburg verpflichtet worden war, dürfte klar sein.

Die entscheidende Frage lautet nun aber: Welchen Schluss zieht Julian Draxler aus der Tatsache, dass für ihn aktuell nur eine Rolle als Randfigur bei PSG vorgesehen ist? Keinen, sagte jedenfalls sein Berater Roger Wittmann bei Sport1. "Es gibt gar keine Anzeichen für einen Wechsel. Das Thema gibt es nicht", meinte er und fügte hinzu: "PSG hat etwas vor mit ihm."

Draxler selbst sprach zwar nicht in den Medien über seine Situation, gab aber auf Instagram Einblicke in seinen Arbeitsalltag – und machte dabei keinen unzufriedenen Eindruck. "Neue Saison, noch mehr Ziele", schrieb der 23-Jährige zu einem Foto, das ihn im Kraftraum zeigt. "Ich bin zurück", textete er zu einem Bild, auf dem er neben PSG-Neuzugang Dani Alves lacht.

Es sieht alles danach aus, als ob Draxler die Hinrunde der aktuellen Saison erst einmal abwarten wird, bevor er ein Zwischenfazit zieht. Natürlich kann im Fußball viel passieren: Ein Trainerwechsel, eine Verletzung eines Konkurrenten oder eine Systemumstellung – und schon wird aus der Randfigur wieder ein Hauptdarsteller.

Interessenten dürften Schlange stehen

Dass die Pariser gezwungen sein werden, Transfereinnahmen durch den Verkauf eines oder mehrerer Stars zu generieren, um die Vorgaben des Financial Fair Play zu erfüllen, ist nach der Mega-Investition in Neymar klar. Dass es deshalb aber zwangsläufig Julian Draxler erwischen wird, der den Verein deshalb verlassen muss, ist nicht gesagt. Genauso gut könnte es Angel Di Maria vom anderen Flügel treffen oder mit Javier Pastore einen Konkurrenten des Deutschen für eine zentralere Rolle.

Interessenten für Draxler dürfte es in jedem Fall geben, wenn er sich doch zu einem Abschied aus Paris entscheiden sollte – ganz egal, ob noch überraschenderweise in diesem Monat oder im Winter. Klubs wie Manchester United oder der FC Bayern München sind durchaus auf der Suche nach Leuten für die Außenpositionen, denen die Zukunft gehört. Und zu denen gehört Julian Draxler mit Sicherheit – auch wenn das der PSG-Trainer momentan vielleicht ein klein wenig anders sieht.

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