Niederlande: Guus Hiddink bleibt Bondscoach bei Oranje

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Am Dienstag musste Guus Hiddink beim niederländischen Verband KNVB zum Rapport. Sein Stuhl wackelte mächtig, geriet in Schieflage, aber bleib stehen: Der 67-Jährige bleibt im Amt.

Rotterdam. Bondscoach Guus Hiddink bleibt beim WM-Dritten Niederlande im Amt. Das gab der niederländische Fußball-Verband KNVB nach einer Krisensitzung am Dienstag bekannt. "Das Betreuerteam hat einen klaren Plan für die Zukunft präsentiert", hieß es im Anschluss in einer KNVB-Mitteilung.

Nach zwei Niederlagen in drei Qualifikationsspielen für die EURO 2016 in Frankreich war Hiddink unter Druck geraten, nun wird der 67-Jährige zumindest in der nächsten Partie am 16. November in Amsterdam gegen Lettland auf der Bank sitzen. "Der Anfang war anders als geplant. Nach einer fantastischen WM ist das ein Rückschlag. Wir haben eine Analyse gemacht und werden jetzt in die Zukunft blicken", sagte Hiddink.

Seine Analyse überzeugte die Verantwortlichen. "Wir sind davon überzeugt, dass wir die nächsten Spiele gewinnen und wieder an die europäische Spitze zurückkehren werden", sagte KNVB-Direktor Bert van Oostveen.

Wohl auch interne Probleme auf dem Tisch

Vor dem Treffen hatte das Fachmagazin Voetbal International berichtet, dass ebenfalls über die mannschaftsinternen Probleme gesprochen werden sollte. Beim 3:1-Heimsieg gegen Kasachstan hatte Oranje-Kapitän Robin van Persie seinen Stürmerkollegen Klaas-Jan Huntelaar in guter Position "übersehen" und die Gratulation des Schalkers nach seinem Tor negiert.

Der ehemalige Bondscoach Bert van Marwijk hatte im TV-Programm Studio Voetbal zugegeben, dass es auch zu seiner Zeit solche Probleme gegeben hat. Das komme auch in den Vereinsmannschaften vor. "Ich habe ihnen dann gesagt, dass sie keine privaten Freunde sein müssen, aber auf dem Spielfeld ihre Aufgaben zu erfüllen haben. Es ist auch vorgekommen, dass ich Spieler deswegen nicht mehr aufgestellt habe", sagte van Marwijk, der mit Oranje 2010 in Südafrika Vizeweltmeister geworden war.

Der ehemalige Trainer von Borussia Dortmund und des Hamburger SV findet es nicht richtig, dass der KNVB Hiddink zum Rapport bestellt hat. "Der KNVB ist der letzte, der etwas zu sagen hat. Er hat ihn angestellt. Der Verband hatte zwei Jahre Zeit, um einen neuen Bondscoach zu finden. Er hatte die Chance, einen jüngeren zu nehmen in der Person von Ronald Koeman. Aber er hat mit Hiddink bewusst einen Routinier gewählt. Dann kann man nicht nach drei Spielen und einem Punkt weniger als Deutschland ein Krisengespräch führen", sagte er.

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Cruyff: Hiddinks Kopf wäre jetzt falsch

Auch Oranje-Idol Johan Cruyff fordert nicht Hiddinks Kopf. Seiner Meinung nach hat der Trainer nicht die schlechten Ergebnisse verschuldet. "Das schwache Spiel von Oranje ist das Ergebnis der niederländischen Spielweise, das sehe ich wöchentlich in der Ehrendivision", schrieb "König Johan" in seiner De Telegraaf-Kolumne: "Vor allem will ich sagen, dass anstatt mit dem Bondscoach abzurechnen, besser an der Problemlösung gearbeitet werden sollte. Nicht nur bei Oranje, sondern bei allen niederländischen Teams", schrieb Cruyff.

Wim van Hanegem, 1974 wie Cruyff Vizeweltmeister in Deutschland, findet Hiddink immer noch eine gute Wahl. "Was mir nicht gefällt ist die Trainerkonstruktion, dass Danny Blind schon als sein Nachfolger festgelegt wurde. Lasst Hiddink jetzt auf seinem Platz und in zwei Jahren Europameister werden", sagt van Hanegem Voetbal International.

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