Malcom vs. Ismaila Sarr: Wer ist das größere Ligue-1-Talent?

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Der Weg führt in die richtige Richtung - und der Streit um den Titel als bester junger Spieler der Ligue 1 scheint auf ein Duell hinauszulaufen.

Wenn man bedenkt, dass sowohl Malcom als auch Ismaila Sarr im Sommer mit Transfers, die sie für viel Geld aus der Ligue 1 herausbringen sollten, in Verbindung gebracht wurden, ist es nicht sonderlich überraschend, dass sich beide Spieler in der Saison 2017/18 zu richtigen Stars entwickelt haben.

Manchester United, Borussia Dortmund und Wolfsburg wurde ein Interesse an Malcom nachgesagt. Die Niedersachsen sollen sogar bereit gewesen sein, 35 Millionen Euro für den Brasilianer zu zahlen, doch diesen Betrag sah sein aktueller Verein als nicht ausreichend an.

Sarr hingegen entschied sich gegen einen Wechsel zum FC Barcelona und entschied sich stattdessen für einen Transfer nach Rennes. Dort hat er seiner Ansicht nach bessere Möglichkeiten, sich in der ersten Mannschaft weiterzuentwickeln. Zuvor hatte Sarr für den FC Metz geglänzt.

Sechs Spiele sind in der aktuellen Saison nun schon absolviert - und beide Akteure sind in ihren jeweiligen Mannschaften zu echten Stammkräften geworden. Malcoms Bordeaux ist richtig gut in Form und der 20-Jährige ist mit dafür verantwortlich, dass sein Team ungeschlagen auf dem vierten Tabellenplatz rangiert. In Rennes läuft es etwas schlechter, auch wenn Sarr einer der Hauptdarsteller der bisherigen Spiele ist. 

Nur wenige Spieler in der Liga haben in den ersten anderthalb Monaten der Saison einen ähnlich wichtigen Beitrag für ihre Mannschaft geleistet wie Malcom. Im Team von Trainer Jocelyn Gourvennec agiert der Brasilianer auf dem Flügel und kommt bislang bereits auf drei Tore und drei Vorlagen. 

Und wenn es darauf ankommt, ist Malcom zur Stelle und macht etwas Magisches: Sein Distanzschuss zum Ausgleich in letzter Minute in Lyon wird lange als einer der Höhepunkte der Saison in Erinnerung bleiben. Aber auch sein Siegtor am Freitag gegen Toulouse im Derby de la Garonne war spektakulär.

Erst im Frühjahr 2016 debütierte Malcom für seinen Verein - und nur 18 Monate später hat er sich zum gefährlichsten Offensivspieler seiner Mannschaft entwickelt. Die ganze Liga blickte in den vergangenen Wochen auf Neymar, aber Malcom hat gezeigt, dass es in Frankreich auch noch andere herausragende Brasilianer gibt.

In dieser Saison hat er seinen Teamkollegen bereits zu 19 Torchancen verholfen, indem er für die Gegenspieler unberechenbar erscheint, da er zwischen Flanken, Dribbings und Schüssen munter variiert.

Ismaila Sarr Cedric Varrault Rennes Dijon 19082017

Sarrs Statistiken sind nicht ganz so beeindruckend wie die des Brasilianers, aber das liegt auch daran, dass es in Rennes zu Beginn der neuen Saison mühsam läuft. Der Klubs aus der Bretagne hat Probleme und befindet sich im Tabellenkeller.

Trotzdem hat es der 19-Jährige geschafft, mit seiner Spielweise auf sich aufmerksam zu machen.

Er wird immer gerne mit Liverpools Sadio Mane verglichen, denn er hat eine ähnliche Spielweise und einen ähnlichen Background. Sarr hat sich bereit gezeigt, Verantwortung für seine Mannschaft zu übernehmen. 21 Dribblings sind im in der aktuellen Spielzeit schon geglückt und dabei hat er eine Erfolgquote, die nur knapp hinter den 69,2 Prozent von Malcom liegt.

Die Dribblings beweisen aber auch, dass Rennes ein echter Mittelstürmer fehlt. Während Bordeaux auch im Angriffszentrum gut besetzt ist, hat das Team von Trainer Christian Gourcuff dort Probleme. Deshalb schlägt Sarr auch viel weniger Flanken als Malcom und hat auch nur 12 Möglichkeiten vorbereitet.

Malcom

Sarr erzielte seinen bislang einzigen Treffer bei der 2:3-Niederlage in Toulouse. Nach der Länderspielpause war er jedoch entscheidend für Rennes, das mit 3:1 in Marseille siegte. Der Teenager bereitete mit einem Sprint auf der rechten Seite schon nach zwei Minuten das 1:0 durch Wahbi Khazri vor und bereitete auch danach der OM-Defensive mit seiner Schnelligkeit große Probleme.

Das Spiel deutete an, dass dem Team aus dem Roazhon Park die Wende zum Guten gelingen könnte. In Nizza verhinderte nur viel Pech am vergangenen Wochenende, dass die Bretonen auch dort etwas mitnehmen konnten.

Zweifellos hat Malcom im Vergleich den besseren Start in die neue Saison hingelegt, aber Sarr wächst langsam in die Führungsrolle hinein - und das nur wenige Wochen nach seinem Wechsel aus Metz.

Das Duo entwickelt sich mit großen Schritten in die richtige Richtung. Sollte es für Beide genau so weitergehen, werden sich Malcom und Sarr um den Titel des besten jungen Spielers der Ligue 1 streiten. Wenn sie sich danach entscheiden sollten, ihre Karriere in einem anderen Land fortzusetzen, dürfte es jede Menge Interessenten geben.

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