Fußball im Kosovo: Nees sorgt als technischer Direktor für deutsches Knowhow

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Der kosovarische Fußball-Verband setzt auf Knowhow aus Deutschland. Michael Nees ist dort als technischer Direktor tätig.

Der Krieg steckt bei vielen Menschen im Kosovo immer noch in den Köpfen. Dass es langsam in dem Land, das 1,8 Millionen Einwohner zählt, aufwärts geht, beweist die Tatsache, dass sowohl die Europäische Fußball-Union (UEFA) als auch der Weltverband FIFA den kosovarischen Verband im vergangenen Jahr als neues und vollwertiges Mitglied aufgenommen haben. 

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Bei der zukünftigen Weiterentwicklung der Strukturen setzen die Kosovaren in der Person von Michael Nees aus Stutensee bei Karlsruhe auf deutsches Wissen. Ob als Nationaltrainer, Trainerausbilder oder technischer Direktor in Ruanda, Südafrika oder zuletzt Israel, Nees hat sich in den vergangenen Jahren einen exzellenten Ruf als Aufbauhelfer erarbeitet.

Seit Ende Januar dieses Jahres arbeitet der 50-Jährige als technischer Direktor beim Fußballverband von Kosovo, im Rahmen der internationalen Sportförderung des Auswärtigen Amtes und in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) und dem Deutschen Fußball-Bund (DFB).

Die Gründe für seinen Wechsel in den Balkanstaat waren vielschichtig. "Zum einen ist es für mich ein großer Anreiz, am Aufbau des noch jungen Verbandes mitzuwirken. Im Kosovo sehe ich die Möglichkeit, eigene Ideen einzubringen und mitzuwirken, dass die Strukturen  professionalisiert werden. Zudem ist die Flugentfernung zu meiner Familie nach Karlsruhe auch nicht allzu weit", sagte Nees, der über das Land begeistert spricht: "Die Menschen vor Ort sind sehr gastfreundlich. Ich habe mich vom ersten Tag an willkommen und wohlgefühlt. Zudem merkt man, dass der Kosovo sportbegeistert ist. Wir haben ein gutes Potenzial, in den kommenden Jahren hier etwas Großes aufzubauen." 

Kosovo-Nationalkader mit Potenzial

Dass trotzdem noch viel Arbeit auf Nees und seine Kollegen wartet, sieht man insbesondere an der A-Nationalmannschaft. Die Dardanen, wie sie von den Fans gerufen werden, belegen momentan mit einem Pünktchen den letzten Tabellenplatz in ihrer Gruppe zur WM-Qualifikation. Nächster Gegner ist am Samstag Kroatien.

Dabei weist der Kader eine Menge Erfahrung auf. Ob Besart Berisha, der vor einigen Jahren an der Seite des Deutschen Thomas Broich mit Brisbane Roar in Australien Meister geworden war, Valon Berisha von Red Bull Salzburg oder Milot Rashica, der beim niederländischen Erstligisten Vitesse Arnheim für Furore sorgte und als neues Wunderkind gefeiert wird – die Qualität ist da. 

"Natürlich haben wir gute Spieler in allen Altersklassen, aber um im Fußball erfolgreich zu sein, gehört auch die nachhaltige und strukturelle Entwicklung abseits des Platzes. Was in anderen Ländern bereits Normalität ist, müssen wir uns hier erst noch hart erarbeiten", betonte Nees. 

Sportliche Infrastruktur fehlt noch

Zum Beispiel mangelt es an sportlicher Infrastruktur, Kosovo ist auch noch nicht Mitglied der UEFA-Trainerkonvention, und in allen Nationalmannschaften fehlen noch Athletik und Fitnesstrainer oder spezielle Mitarbeiter für die Spielanalyse.

Nees: "Ich sehe natürlich, dass wir vorankommen und dass sich der Verband viel Mühe gibt und schnell weiterentwickelt, aber mit den bisherigen Bedingungen wäre es utopisch zu glauben, dass der Kosovo in der Qualifikation die Türkei oder Kroatien hinter sich lassen würde."

Kurios: Da momentan kein von der UEFA zugelassenes und den Vorgaben entsprechendes Stadion im Kosovo existiert, muss die A-Nationalmannschaft ihre Heimspiele im Nachbarland Albanien absolvieren. "Das bedeutet dann immer wieder ein enormer logistischer, personeller und finanzieller Zusatzaufwand für den Verband", äußerte der 50-Jährige.

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