FIFA Ultimate Team: Wie eSport mit FIFA 17 den Fußball eroberte

TeilenSchließen Kommentare
Das FUT-Champions-Finale ist das Ende der Saison für die Pro-Gamer. Jedoch auch der Startschuss für die Expansion der eSport-Industrie.


EXKLUSIV

In einem vollgepackten Event am kommenden Samstag werden in Berlin 32 hartgesottene FIFA-Spieler gegeneinander antreten, um den Besten der Welt zu ermitteln. Es war ein langer Weg bis ins Finale der FIFA Ultimate Team Championship – nicht nur für die Spieler, sondern auch für den Entwickler EA Sports.

Der im vergangenen Jahr ausgetragene FIFA Interactive World Cup, welcher in einem nervenaufreibenden Finale vom Dänen Mohamad Al-Bacha gewonnen wurde, wurde in diesem Jahr von FUT Champions überstrahlt. Der neue Spielmodus wurde von der EA-Abteilung Competitive Gaming Division (CGD), welche für Innovationen hinsichtlich Wettbewerben innerhalb der EA-Games verantwortlich ist, für FIFA 17 neu eingeführt. Mehr als sechs Millionen Teilnehmer traten seither gegeneinander an, um sich ein sattes Preisgeld, einen Platz bei den regionalen Finals und allen voran eine Teilnahme am großen Finale am kommenden Wochenende zu sichern.

FUT Championship Series

Für diejenigen, welche mit FIFA nicht vertraut sind: Ultimate Team ist ein weit verbreiteter und äußerst beliebter Spielmodus, in dem die Gamer Spielerkarten sammeln, mit welchen sie dann in Online-Spielen gegen andere Mitstreiter antreten. Durch die Spiele erhält der Gamer FIFA-Münzen, mit welchen er weitere Kartensets kaufen kann, um wiederum bessere Spielerkarten zu erhalten. Für die Ungeduldigen unter den Zockern gibt es zudem die Möglichkeit, echtes Geld in FIFA-Points zu investieren, um sich mit diesen Points Kartensets zu kaufen. Mit FUT Champions wurde nun im vergangenen Jahr ein eigener Wettbewerb innerhalb des Ultimate-Team-Spielmodus eingeführt.

FUT Champions war ein Wunsch der User

Brent Koning, Geschäftsführer der CGD, ist hauptverantwortlich für das Vorantreiben der neuen Wettbewerbs-Strategie von EA Sports und zeigt sich begeistert von den Erfolgen, welche FIFA im eSport-Segment feiert. "Die Community hat immer wieder geäußert, dass sie sich nach mehr Konkurrenzkampf im Spiel sehnt. Wir sind diesen Schritt nun gegangen, um diesem Wunsch Rechnung zu tragen", so Koning im Vorfeld des Finals in Berlin gegenüber Goal.

Die Endspiele werden am Freitag und Samstag zwischen 16 Xbox-One-Zockern und 16 PS4-Experten ausgetragen. "Die professionellen Spieler haben sich sehr auf eine Möglichkeit gefreut, ihre spielerischen Fähigkeiten auf einer größeren Bühne zu zeigen. Mit der FUT-Champions-Serie haben wir ihnen diese Möglichkeiten geboten", so Koning.

FIFA 18: Hier findest du alle Infos!

Wie EA in seinem Finanzbericht veröffentlichte, war FIFA 17 das meistverkaufte Konsolenspiel des vergangenen Jahres, alleine über zehn Millionen Zocker spielten den neu eingeführten Spielmodus The Journey. Einen Wettbewerb mit einer derart großen Anzahl an Teilnehmern zu schaffen gestaltet sich jedoch schwierig.

Alex Hunter - FIFA 17

"Wir sehen es als eine Pyramide an", sagte Koning. "Die Gelegenheitsspieler, welche ab und zu gegeneinander auf der Couch oder online spielen, bilden die Basis der Pyramide. Je weiter wir in dieser Pyramide nach oben gehen, desto ernster nehmen die Gamer das Spiel. Die Spitze bilden dann die besten Spieler der Welt."

Erlebe die Premier League live und auf Abruf auf DAZN. Jetzt Gratismonat sichern!

Todd Sitrin ist seit 18 Monaten Vize-Präsident der CGD. In seinen Augen ist die vorteilhafte Zugänglichkeit des Spiels im Vergleich zu den anderen Konkurrenten der Schlüssel zum Erfolg: "FIFA ist ein Spiel, welches die Gamer von vornherein verstehen. Sie haben eine Beziehung zu den Spielern, es gibt die Vereine, von denen sie Fans sind. Es ist also ganz normal, dass wir mit FIFA sofort Erfolg hatten", so Sitrin am Dienstag gegenüber Goal.

"Unser Ziel ist es, alle Spieler zu Stars zu machen. Ein erster Schritt ist nun gemacht. Und es ist uns wirklich wichtig, dass wir es mit allen schaffen", so Sitrin weiter.

Aus finanzieller Sicht war es noch nie so lukrativ, an FIFA-Wettbewerben teilzunehmen. Im FIFA Interactive World Cup gab es im vergangenen Jahr noch 20.000 Dollar (ca. 18.000 Euro) Preisgeld abzuräumen. Der Gewinner des Finals an diesem Wochenende darf sich über 160.000 Dollar (ca. 143.000 Euro) freuen. Dazu kommen noch die Preisgelder aus den regionalen Ausscheidungsturnieren und den Qualifikationsrunden. In den kommenden Jahren wird ein Anstieg des Preisgelds erwartet. Auch die Zahl derer, welche mit dem Spiel ihren Lebensunterhalt verdienen wollen, wird ansteigen. Ebenso werden zukünftig immer mehr Zuschauer die Turniere verfolgen wollen.

FIFA 17: Die neuen Spieler im Team der Saison

"Ich glaube, das ist ganz natürlich", so Todd. "Wer das Videospiel zockt und sich den Sport im echten Leben anschaut, der tut dies aus den gleichen Gründen: Es geht um den Wettbewerb. Das liegt also in der Natur der Sache", führte er weiter aus.

Bereits seit 2002 veranstaltet EA Gaming-Wettbewerbe. Diese fanden zunächst jedoch nur sporadisch und relativ zusammenhanglos statt. Die Innovation der CGD führte nun zu einem rasanten Anstieg der Vermarktung von eSport. Die Branche an sich soll einen Wert von über 800 Millionen Euro haben.

"Es von kleinen Turnieren zu einer FIFA Championship Turnier-Serie, einer Madden-NFL-Championship-Serie zu schaffen, ist eine große Leistung. Darüber hinaus wird bald bekanntgegeben, was wir mit Battlefield vorhaben", so Todd.

Soziale Netzwerke als Katalysator

EA schwärmt von seinen 70 Übertragungspartnern. Am Ende sind es jedoch die sozialen Netzwerke, welche die Vermarktung der eSport-Industrie vorantreiben. Hunderte Millionen Menschen haben sich bereits die vielen Spielausschnitte auf den offiziellen und inoffiziellen Seiten von Facebook angesehen. Youtube macht wie KSI seine meistgesehenen FIFA-Spieler zu kleinen Stars. Twitch ist vor allem bekannt für seine Livestreams der Spiele. Auf Twitter, Instagram und Snapchat wird wieder ununterbrochen Werbung für den neuesten FIFA-Teil gemacht, bis dieser schließlich im September erscheint.

"Ich glaube nicht, dass man Stadien mit 60.000 Zuschauern füllen muss, um erfolgreich zu sein", so Koning, angesprochen auf den Vergleich zu Massen-Phänomenen wie DOTA oder League of Legends, in welchem die FIFA-Veranstaltungen doch eher beschaulich wirken. "Die sozialen Netzwerke sind hauptverantwortlich für unseren großen Sprung in den letzten Jahren. Der Erfolg der professionellen FIFA-Community ist hauptsächlich auf die Markenpräsenz zurückzuführen", führt er weiter aus.

Die Marketing-Kampagne für FIFA 18 feiert ihren Startschuss am 31. Mai bei einem Promo-Event in Chelsea. An diesem Samstag erreicht FIFA 17 also für EA und viele andere in der Gaming-Welt seinen Höheunkt.

"Das Beste daran ist, dass so viele Menschen Blut, Schweiß und Tränen für das Spiel geben", so Koning bei der Eröffnung des zweitägigen Events in Berlin. "Dass wir nun hier sind, ist der Höhepunkt für mich und mein Team."

Nächster Artikel:
Eintracht Frankfurt: Rebic schwärmt von Boateng
Nächster Artikel:
Gewinne eine einmalige Reise zum Spiel zwischen Real Madrid und Dortmund
Nächster Artikel:
Warum Paris Saint-Germain so viele Stars nicht entdeckte
Nächster Artikel:
Mario Götze über APOEL-Spiel: "Das darf uns nicht passieren"
Nächster Artikel:
Hamburger SV will erneut mit Jann-Fiete Arp verlängern
Schließen