DFB-Team: Ein Quartett muss liefern

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Die Länderspiele gegen die USA und Gibraltar dürften für einige Fans und Spieler eher unnötig daherkommen. Für vier Akteure allerdings bieten sie eine große Chance.

Die Saison ist beendet. Einige Akteure allerdings müssen vor dem Sommerurlaub noch mit der deutschen Nationalmannschaft in die Nachspielzeit. Am Mittwoch trifft die Auswahl von Joachim Löw auf die USA (20.45 Uhr im LIVE-TICKER), am Samstag steht das EM-Qualifikationsspiel in Gibraltar (20.45 Uhr im LIVE-TICKER) auf der Agenda.

Während einige verdiente Akteure wie Thomas Müller oder Toni Kroos nicht nominiert wurden, sind diese Begegnungen für andere eine große Chance. Goal hat ein Quartett rausgepickt und beleuchtet dessen Zukunftsaussichten.

Jonas Hector ist beim 1. FC Köln längst eine feste Größe. In 33 Bundesliga-Partien stand der 25-Jährige in der abgelaufenen Saison auf dem Rasen, spielte immer über 90 Minuten. Dennoch dürfte die Nominierung des laufstarken Linksverteidigers auch den mangelnden Alternativen geschuldet sein. Die Außerverteidigerposition ist und bleibt Löws größte Baustelle.

Dass der Bundestrainer kein großer Fan des zuletzt oft verletzten und selten konstanten Marcel Schmelzer ist, stößt die Tür für Hector weit auf. Sollte Löw auch in Zukunft - und das ist durchaus wahrscheinlich - auf eine Viererkette bauen, ist Hector in der Pole-Position im Kampf um den Platz auf der linken Außenbahn. Er muss seine guten Leistungen aus der abgelaufenen Saison im Dunstkreis der Nationalelf bestätigen.

Neu dabei ist Patrick Herrmann von Borussia Mönchengladbach. Nachdem der Offensivspieler 2013 zwar nominiert worden war, aber nicht zu seinem Debüt kam, dürfte er in Köln nun erstmals das Trikot des Weltmeisters tragen.

Bei den Fohlen brachte Herrmann in den vergangenen Jahren konstant gute Leistungen. Obwohl oftmals neue Spieler für die offensiven Außenbahnen kamen, setzte er sich immer wieder durch. Der 24-Jährige glänzt als Vorbereiter und Vollstrecker, bringt seine Gegenspieler vor allem mit seinem hohen Tempo zur Verzweiflung. Dennoch dürfte Herrmann im DFB-Team in Hinblick auf die Europameisteschaft 2016 maximal eine Rolle als Ergänzungsspieler einnehmen – zu groß ist die Konkurrenz.

Unter eben jener Konkurrenz hatte zuletzt auch Lukas Podolski zu leiden. Der 123-fache Nationalspieler kam kaum noch zum Einsatz – sowohl in der Nationalmannschaft als auch im Verein. Nachdem Podolski beim FC Arsenal in der Hinrunde der angelaufenen Saison nicht über die Jokerrolle hinausgekommen war, wechselte er mit vielen Vorschusslorbeeren ausgestattet zu Inter Mailand. Seine Zeit in Italien allerdings verlief ähnlich erfolglos wie die in London: In 18 Pflichtspielen gelang Poldi nur ein Tor, in den letzten zehn Ligapartien kam er nur noch als Joker oder gar nicht mehr zum Einsatz.

Es scheint, als neige sich seine Zeit im DFB-Team dem Ende zu. Zwar hatte Löw dem 30-Jährigen zuletzt gewissermaßen einen zeitlich begrenzten Freifahrtschein ausgestellt. Dass Poldi im Verein aber nur noch eine Nebenrolle spielt, wird dem Bundestrainer nicht gefallen. Dass er in den entscheidenden Spielen ohnehin eher Mesut Özil, Thomas Müller, Andre Schürrle oder Mario Götze vertraut, hat die WM bewiesen. Zudem ist nun mit Marco Reus ein weiterer Konkurrent und potenzieller Stammspieler zurück. Einzig mit außergewöhnlichen Leistungen wird er den Bundestrainer davon überzeugen, weiterhin auf ihn zu bauen.

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Vor dem großen Turnier in Brasilien noch aus dem vorläufigen Kader gestrichen, ist Max Kruse zurück im Kreis der Nationalmannschaft. Nach dem Rücktritt von Miroslav Klose könnte der Noch-Gladbacher und Bald-Wolfsburger in Löws Planungen tatsächlich eine wichtige Rolle spielen. Entscheidend wird sein, wie sich der 27-Jährige einerseits in den anstehenden Partien und andererseits in der kommenden Saison beim VfL präsentiert. Mit dem Wechsel zum Vize-Meister und DFB-Pokalsieger hat sich Kruse in Hinblick auf die EM auch selbst unter Druck gesetzt. Erobert er sich bei den Wölfen auf Anhieb keinen Stammplatz, rückte ein EM-Ticket in weite Ferne.

Ein Quartett muss liefern. Jetzt.

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