Der Bayern-Fluch hält an: Erst Unglück, dann Pech für Schalke 04

TeilenSchließen Kommentare
Trotz einiger Möglichkeiten verliert Schalke 04 mit 0:3 gegen den FC Bayern. Vor allem eine Elfmeter-Szene brachte die Gastgeber dabei zur Weißglut.


HINTERGRUND

Mit hängendem Kopf trottete Maskottchen Erwin nach dem Spiel durch die Mixed Zone, vorbei an den wartenden Journalisten. Das blau-weiße Fähnchen, welches er vor dem Spiel noch voller Vorfreude und Optimismus auf dem Rasen schwenkte, hing hinunter und schleifte über den Boden. "Gegen Bayern können wir einfach nichts holen", wird sich das überdimensionale Plüschtier in diesem Moment wohl gedacht haben.

Die Analyse: Bärenstarke Bayern triumpfieren auf Schalke

Grund für die Enttäuschung war die bittere 0:3-Niederlage seiner Schalker gegen den FC Bayern München, mit der im Vorfeld nicht unbedingt zu rechnen war. Klar, Königsblau wartet inzwischen seit 14 Bundesligaspielen auf einen Sieg gegen den Rekordmeister und holte in diesem Zeitraum nur drei magere Unentschieden. Trotzdem ging vor dem Spiel fast jeder Experte von einem deutlich engeren Spiel aus.

Erlebe die Bundesliga-Highlights auf DAZN. Hol' Dir jetzt Deinen Gratismonat!

Noch das starke Heimspiel gegen RB Leipzig (2:0) im Hinterkopf, in dem die Schalker bewiesen, dass sie auch gegen spielerisch überlegene Mannschaften überzeugen können, fuhren selbst Teile der Münchner mit Bauchschmerzen nach Gelsenkirchen. Vor allem nachdem klar war, dass Kapitän Manuel Neuer und Schalke-Schreck Arjen Robben verletzt ausfallen würden. Scheinbar beste Voraussetzungen für eine königsblaue Überraschung.

Kein Glück in der Offensive

Die Realität auf dem Rasen sah allerdings anders aus. Statt ackernde Schalker, die den Gästen keinen Platz zum Kombinieren gewähren, sah man bärenstarke Bayern, die sich schon in der Anfangspahse zahlreiche große Möglichkeiten erspielen konnten, ohne diese allerdings zur Führung zu nutzen.

"Gegen Bayern hat man nicht mehr Ballbesitz als der Gegner – das wussten wir vorher. Also standen wir kompakt und haben auf unsere Chancen gewartet, was uns auch streckenweise ganz gut gelungen ist", erklärte Schalke-Kapitän Ralf Fährmann die Marschoute seiner Mannschaft.

Naldo FC Schalke 04 Bayern Munchen Bundesliga 19092017

Das größte Manko dieses Plans war allerdings das Offensivspiel. So kam das Team von Domenico Tedesco im Laufe der Partie zwar auf vier große Torchancen, schaffte es aber nicht, den Ball im Netz unterzubringen. "Wenn man diese Chancen nicht macht, verliert man gegen Bayern – ganz klar", brachte es Fährmann auf den Punkt.

Auch Tedesco erklärte seinen Plan für misslungen: "Nach Ballgewinnen hätten wir den Ball länger halten müssen. Wenn man wenig Ballbesitz hat und den Ball dann immer wieder schnell verliert, kommt man aus diesem Teufelskreis nicht mehr raus. Die Idee war eigentlich, dass wir das Spiel auch mal öffnen, Rückpässe spielen und Ballbesitzzeiten haben, um dann mit Power wieder Angriffe zu setzen."

Pech in der Defensive

Zusätzlich zum fehlerhaften Offensivspiel kann man auch die Entstehung der ersten beiden Gegentreffer als durchaus unglücklich bezeichnen. Speziell die Elfmeter-Entscheidung durch den Video-Schiedsrichter erhitzte die Gemüter der mehr als 60.000 Zuschauer in der Arena. "Mit 35 Kollegen war ich vor zwei Wochen auf einer Managertagung, wo eine identische Szene aus unserem Spiel gegen Hannover gezeigt wurde. Da habe ich einen Vortrag von Helmut Krug gehört, der begründet hat, warum es kein Elfmeter war. Der Ball fliegt aus kurzer Distanz gegen den Körper und von da an die Hand – das ist laut Regelwerk kein Handspiel", wütete Sportvorstand Christian Heidel.

Frei nach der legendären Weisheit von Ex-Bayern-Profi Jürgen Wegmann: "Erst hatten wir kein Glück und dann kam auch noch Pech dazu", nahm das Unheil der Knappen in der Folge seinen Lauf. Nur wenige Minuten nach dem Führungstreffer erhöhte James Rodriguez zum 2:0 aus Sicht des FC Bayern. Entstanden war diese Situation aus einem leichtfertigen und vermeidbaren Ballverlust von S04-Mittelfeldmann Nabil Bentaleb. "Das sind Fehler, die passieren", erklärte Heidel. "Passieren sie gegen den FC Bayern, werden sie in aller Regel bestraft. Das war heute der Fall."

"Gegen einen solchen Gegner ist es nach Rückstand unglaublich schwer, noch mal zurückzukommen. Die Tore waren für uns zu schnell", gab der Sportvorstand zu. Schnell war nach den beiden Gegentreffern auch die Hoffnung auf den ersten Sieg über die Bayern seit 2010 verfolgen. "Ein Tor wäre so wichtig gewesen", ärgerte sich Tedesco. "Mit einem Treffer kann man in der Arena für ein kleines Erdbeben sorgen. Das hätten wir gebraucht."

Da dieses Wunder in Form eines Tores und dem damit verbundenen Erdbeben allerdings ausblieb, bleibt auf Schalke alles beim Alten und das traurige Maskottchen Erwin behält Recht – gegen Bayern ist für Schalke momentan nichts zu holen. 

Nächster Artikel:
DFB: Analyse der verkorksten WM in Russland mit Joachim Löw und Oliver Bierhoff läuft "sehr gut"
Nächster Artikel:
Benjamin Pavard zu Bayern München? Verteidiger des VfB Stuttgart hat angeblich während der WM unterschrieben
Nächster Artikel:
Keine Millionen-Spende und kein Dalic-Statement: Kroatischer Verband dementiert Prämien-Story
Nächster Artikel:
Was ist der ICC? Alles zu Geschichte, Modus und Siegern beim International Champions Cup
Nächster Artikel:
Real Madrid: Courtois-Wechsel wegen Alisson vorerst auf Eis gelegt
Schließen

Wir verwenden Cookies, um für ein optimales Online-Erlebnis zu sorgen. Indem Du unsere Webseite besuchst, stimmst Du der Verwendung von Cookies im Rahmen der Datenschutzerklärung zu.

Mehr zeigen Akzeptieren