Höjbjerg, Lord und Co.: Dänemarks Deutschland-Dynamite

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Traditionell sind Spieler, die in Deutschland ihr Geld verdienen, im dänischen Team gerne gesehen. Vier Akteure aus der Ersten und Zweiten Liga wollen gegen Ronaldo bestehen.

Dänemarks Nationaltrainer Morten Olsen ist ein echter Dauerbrenner. Seit 15 Jahren ist er für die Auswahl des deutschen Nachbarlandes verantwortlich und dabei gelingt es ihm, dass die kleine Fußball-Nation regelmäßig für positive Schlagzeilen sorgt. Aktuell kämpft Dänemark - wie viele andere Länder auch noch - um die Qualifikation für die EM 2016 in Frankreich.

Dabei muss das Team am Freitag um 20.45 Uhr in Braga gegen Cristiano Ronaldo und Portugal antreten und unbedingt einen Sieg holen, wenn es mit der Teilnahme ohne den Umweg über die Playoffs etwas werden soll. Denn hinter den Dänen lauert Albanien und hat bei einem Punkt weniger auf dem Konto sogar noch ein Spiel mehr zur Verfügung, um zum Überholmanöver anzusetzen.

Die Aufgabe ist also klar - und bewerkstelligen sollen den Sieg beim Favoriten unter anderem vier Profis, die in Deutschland ihr Geld verdienen. Coach Olsen war selbst Spieler und Trainer in Köln und kennt deshalb den deutschen Fußball ganz genau. Er hat sich dazu entschieden drei Talente und einen Routinier aus den ersten beiden deutschen Ligen einzuladen - und wir stellen Euch das Quartett vor.


PIERRE-EMILE HÖJBJERG (SCHALKE)

Der Mittelfeldmann ist von den Bayern zum zweiten Mal in Folge ausgeliehen worden, damit er Spielpraxis sammeln kann. In der vergangenen Saison ging es für ihn nach Augsburg, jetzt ist er auf Schalke gelandet. Wobei: Richtig angekommen scheint er noch nicht zu sein. Jedenfalls nicht so, dass er Trainer Andre Breitenreiter völlig überzeugt hat.

Denn der gab ihm bislang nur wenig Spielzeit, meist kam Höjbjerg von der Bank. Nur beim 4:0 gegen die überforderten Griechen aus Tripolis in der Europa League durfte er von Beginn an ran und sogar durchspielen.

Eigentlich wurde Höjbjerg lange Zeit als "Achter" oder sogar als "Zehner" gesehen, doch inzwischen scheinen die Trainer die Position im defensiven Mittelfeld für ihn auserkoren zu haben. Dort durfte er für Schalke ran - und dort setzt auch Dänemarks Trainer Morten Olsen auf ihn. Im Gegensatz zu seinem Bundesliga-Verein ist Höjbjerg in der Landes-Auswahl inzwischen gesetzt: In den vergangenen drei Quali-Spielen stand er immer von Beginn an auf dem Feld.

Dabei bildet er mit dem ehemaligen Stuttgarter William Kvist das Duo auf der Doppel-Sechs und kontrolliert von dieser Position aus das Tempo und das Spielgeschehen.


NICKLAS BENDTNER (WOLFSBURG)

Ähnlich wie bei Höjbjerg gehen Ansehen und Wertschätzung zwischen Klubcoach und Nationaltrainer auch bei Nicklas Bendtner auseinander. Wolfsburgs Dieter Hecking hat allem Anschein nach noch nicht den richtigen Ansatz gefunden, um die optimale Leistung aus dem 27-Jährigen herauszukitzeln. Einerseits kam Bendtner in allen zwölf VfL-Pflichtspielen der Saison zum Einsatz - andererseits wurde er dabei elf Mal nur eingewechselt.

In der Liga durfte er nur einmal länger als 20 Minuten auf dem Platz stehen. Das Highlight der Spielzeit war für ihn zweifelsohne der späte Ausgleich im Supercup gegen die Bayern. Die Randgeschichten, die sonst immer für viel Theater rund um Bendtner sorgten, sind zwar weniger geworden, aber mit seinen durchwachsenen Leistungen und seinem dazu nicht unbedingt passenden unerschütterlichen Selbstbewusstsein befeuert Bendtner im Klub weiter den Internet-Hype rund um seine Person.

Dänemarks Nationaltrainer Olsen hingegen hält große Stücke auf den langen Stürmer, der inzwischen 70 Länderspiele absolviert hat - natürlich alle unter Olsen. Mit 29 erzielten Länderspiel-Toren hat es ihm der Wolfsburger gedankt und damit das Vertrauen gerechtfertigt. Allerdings gibt es auch nur wenige Alternativen im Angriffszentrum, denn die anderen Offensiv-Kandidaten sind keine Wand- und Abschlussspieler wie Bendtner, sondern eher schnelle Vorbereiter.

Im aktuellen Dänen-Kader hat nur ein weiterer Spieler mehr als sechs Länderspiel-Tore auf seinem Konto - und das ist Abwehrspieler Daniel Agger.


JANNIK VESTERGAARD (BREMEN)

"Feste Größe" - dieser Begriff trifft es in Bremen ganz genau, wenn es um Vestergaard geht. Der Däne ist der sprichwörtliche "Turm in der Schlacht", stark im Kopfball und robust in den Zweikämpfen. Bislang verpasste der Innenverteidiger keine einzige Pflichtspielminute in dieser Saison bei den Grün-Weißen.

Am vergangenen Samstag sah er beim einzigen Gegentreffer bei der 0:1-Niederlage in Hannover allerdings nicht sonderlich glücklich aus, als er das entscheidende Duell mit Salif Sane, einem anderen Kopfball-Monster, verlor.

Mit seinen 23 Jahren ist Vestergaard in der Bundesliga nach seinem Wechsel aus Hoffenheim an die Weser richtig angekommen, doch Nationaltrainer Morten Olsen hat ihn nicht als "feste Größe" auf dem Zettel. Der Coach setzt in der Innenverteidigung normalerweise auf die erfahreneren Daniel Agger (ehemals Liverpool) und Simon Kjaer (ehemals Wolfsburg), die das Duo in der Zentrale bilden.

Und auch die dritte Wahl war Vestergaard zuletzt nicht, da Erik Sviatchenko als Einwechselspieler den Vorzug erhielt.


YUSSUF POULSEN (LEIPZIG)

Poulsen geht mit seinen 21 Jahren bereits in seine dritte Saison in Leipzig - und tut sich beim ambitionierten Zweitligisten momentan etwas schwer. Er wartet noch auf seinen ersten Saisontreffer und kommt öfter als zuvor auch von der Bank.

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Mit Davie Selke hat er einen echten Stürmer vorgesetzt bekommen, der den Platz in der Angriffsmitte eingenommen hat - und Poulsen kommt nun meist über die rechte Außenbahn.

Diese Position kennt er schon aus dem Nationalteam: Wenn sich Trainer Morten Olsen für ein 4-3-3 entscheidet, durfte Poulsen in der Vergangenheit über rechts ran, während von der linken Seite Christian Eriksen von Tottenham nach innen zog. An der Position in der Sturmmitte führt aktuell bei Dänemark kein Weg an Nicklas Bendtner vorbei, deshalb bleibt dem schnellen Mann nur die Außenbahn.

Allerdings machte dort vor allem Pione Sisto von sich reden, der im Sommer mit zahlreichen großen Klubs in Verbindung gebracht wurde, dann aber doch beim FC Midtjylland blieb.

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