CL-Premiere von RB Leipzig: Nervöse Bullen stürmen Champions League noch nicht

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Zufrieden und enttäuscht zugleich war RB Leipzig nach dem ersten Champions-League-Spiel. Für die perfekte Premiere waren die Bullen zu nervös.

Premieren-Torschütze Emil Forsberg war "ein bisschen nervös", Nationalstürmer Timo Werner hatte "weiche Knie", und Trainer Ralph Hasenhüttl scheute "das letzte Risiko". Die knisternde Atmosphäre in der Champions League beeindruckte die aufgeregten Debütanten von RB Leipzig und veränderte kurzzeitig deren Fußball-DNA. Mit Vorsicht statt mit Vollgas betraten die "Bullen" erstmals die größte Bühne im europäischen Klubfußball.

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"Als die Hymne gespielt wurde, sind bei mir und sicher auch bei anderen die Knie ein bisschen weich geworden. Das hat man im Spiel vielleicht auch gemerkt", sagte der glücklose Torjäger Werner nach dem leistungsgerechten 1:1 (1:1) des deutschen Vizemeisters zum Auftakt in der Königsklasse zu Hause gegen AS Monaco. Auch Kapitän Willi Orban wusste: "Mit ein bisschen mehr Mut wäre mehr drin gewesen. Aber das ist menschlich, wir sind keine Roboter."

Während der Emporkömmling in der Bundesliga die meisten Gegner mit seinem Tempofußball fast überrollt, war davon im ersten Europapokalspiel der noch jungen Vereinsgeschichte wenig zu sehen. Das lag auch am Gegner, der die Räume geschickt zustellte und seine Erfahrung ausspielte: Monacos Startelf kam trotz des Abgangs des 180-Millionen-Euro-Manns Kylian Mbappe auf 153 Champions-League-Einsätze, bei RB hatte nur Forsberg zuvor sechs Partien auf diesem hohen Niveau bestritten. 

Bezeichnend, dass ausgerechnet jener Forsberg die 1:0-Führung (33.) und damit das allererste Europapokal-Tor des vor acht Jahren gegründeten Klubs erzielte. Das sei ein "ganz besonderer Moment" gewesen, berichtete der Schwede. Und dann sagte der Mann, der vor wenigen Wochen noch unbedingt den Klub verlassen wollte, er sei "stolz auf die Stadt und den Verein". Und er kündigte an: "Das war ein Tor für alle - und es kommen noch mehr."

Hasenhüttl coacht zum ersten Mal im Anzug

Für größere Heldentaten müssen die Leipziger aber ihre Nervosität ablegen und aus Fehlern lernen. Dass der Ausgleichstreffer durch Youri Tielemans nur 114 Sekunden nach der Führung und als Folge einer ganzen Fehlerkette im Defensivverhalten fiel, wurmte Trainer Hasenhüttl: "Wir haben gezeigt, dass wir mithalten können, aber auch, was uns noch fehlt."

Der Österreicher, der erstmals im Anzug an der Seitenlinie coachte ("Die Spieler haben gelacht"), hatte die Bullen beim Europa-Debüt bewusst nicht so wild drauf losstürmen lassen. Das 0:3 im ersten Liga-Duell mit Rekordmeister Bayern München vor einem Jahr war ihm eine Warnung. Den verletzten und schmerzlich vermissten Naby Keita ersetzte Hasenhüttl durch den zuverlässigen, aber nur begrenzt kreativen Arbeiter Stefan Ilsanker. Und in der Schlussphase ging er auf Nummer sicher: "Wenn man am Ende 'All in' geht, fängt man sich hinten oft einen. Das letzte Risiko sind wir nicht gegangen, auch ich nicht von außen."

Leidtragender war Werner, der seinen Marktwert vorerst nicht mit Champions-League-Toren erhöhen konnte. Dass angebliche Interesse von Titelverteidiger Real Madrid schmeichelt dem Nationalspieler: "Klar macht das stolz, wenn man so etwas liest." Momentan denke er aber nicht an einen Wechsel, sondern an die Bundesliga und das nächste Spiel in der Königsklasse bei Besiktas Istanbul, das zum Auftakt überraschend 3:1 beim FC Porto gewann: "Ein Sieg in Istanbul wäre nicht verkehrt."

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