Borussia Dortmund: So steht es um die Personalplanungen

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Glück im Unglück für Borussia Dortmund: Raphael Guerreiro hat sich nur eine Prellung zugezogen. Wie sieht es beim Rest des Kaders aus? Ein Überblick.


HINTERGRUND

Am frühen Mittwochabend deutscher Zeit dürfte Peter Bosz zusammengezuckt sein oder vielleicht war ihm sogar der Appetit vergangen, als er auf Curacao in der Karibik beim Mittagessen saß. Denn zu dieser Zeit saß Portugals Nationaltrainer Fernando Santos bei der Pressekonferenz nach dem Spiel seiner Mannschaft gegen Russland beim Confed Cup. Und erklärte Folgenschweres für den neuen Trainer von Borussia Dortmund. "Raphael Guerreiro wurde gerade ins Krankenhaus gebracht. Es besteht der Verdacht auf einen Knöchelbruch", sagte Santos.

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Am Donnerstag gab es dann Entwarnung. Guerreiro hat sich "nur" eine Prellung des Sprunggelenks zugezogen. Glück im Unglück, bedenkt man, dass durch die Ausfälle von Julian Weigl und Marco Reus schon zwei wichtige Spieler langfristig fehlen werden. Und das ausgerechnet in den ersten Monaten unter dem neuen Trainer Bosz. Der wollte sich eigentlich in der am 7. Juli beginnenden Vorbereitung ein genaues Bild seiner Spieler machen - das wird nun umso nötiger. Denn auf Teile der bekannten Größen aus der Vorsaison muss der Niederländer gezwungener Maßen verzichten. Goal beleuchtet die Personalsituation bei Borussia Dortmund.

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IM TOR


ROMAN BÜRKI DORTMUND 10292016

Hier ist die Situation am entspanntesten. Seinen Stammplatz dürfte Roman Bürki auch in der kommenden Saison unter Bosz sicher haben. Der Schweizer hat sich nach einer eher wackeligen ersten Saison extrem gesteigert und gehörte zu den besten Keepern der Liga. Der Platz dahinter ist auch klar an Roman Weidenfeller vergeben, der zeitgleich auch als eine Art Trainer und Mentor für die jungen Keeper wie Hendrik Bonmann und Dominik Reimann fungieren wird.
 


DIE ABWEHR


Borussia Dortmund ist auf allen Positionen ausgezeichnet und oft dreifach besetzt - auch in der Verteidigung. Neben den Stamm-Innenverteidigern Sokratis - der nach Goal-Informationen immer noch auf der Liste des FC Arsenal und des FC Chelsea steht - und Marc Bartra kommen mit Ömer Toprak und Dan-Axel Zagadou zwei weitere Innenverteidiger hinzu. Ohnehin im Kader stehen Matthias Ginter, der aktuell mit der Nationalmannschaft am Confed-Cup teilnimmt, und Sven Bender. Zudem kehrt Neven Subotic aus Köln zurück - allerdings ist fraglich, ob er beim BVB erneut eine Chance erhält.

Das Angebot ist reichlich. Immer wieder wurde daher über einen Wechsel Matthias Ginter spekuliert. Nach Goal-Informationen würde Bosz den deutschen Nationalspieler gerne behalten. Aber der BVB sei bei einem entsprechenenden Angebot weiter gesprächsbereit, genauso wie Ginter. Bisher galt die TSG Hoffenheim als Favorit für einen Vereinswechsel. Allerdings hat der Champions-League-Qualifikant zuletzt auf der Innenverteidigerposition Justin Hoogma verpflichtet. Auch Harvard Nordtveit kann auf dieser Position spielen.

Matthias Ginter Borussia Dortmund 18022017
Wechsel-Kandidat Nummer eins: Matthias Ginter

Auf den Außenverteidigerpositionen zeichnet sich ein ähnliches Bild. Gut möglich, dass sich Bosz also erst einmal auf die gesetzten Außenverteidiger Marcel Schmelzer und Lukasz Piszczek verlässt. Guerreiro wäre hier nach seiner Rückkehr im Laufe der Vorbereitung eine Alternative für Schmelzer - aber auch im Mittelfeld einsetzbar. Piszczek könnte allerdings schnell das Nachsehen gegenüber Felix Passlack haben. Denn Bosz setzt bei seinen Vereinen in der Vergangenheit häufig auf junge, schnelle und robuste Spieler. Passlack, der unter anderem von Hertha BSC und dem VfB Stuttgart umworben wird, wäre solch ein Spielertyp für den Bosz-Fußball. Auch Erik Durm dürfte unter dem neuen Trainer wieder zu regelmäßigen Einsatzzeiten kommen. Für Joo-Ho Park hat aber auch Bosz keine Verwendung.


DAS MITTELFELD


In diesem Mannschaftsteil herrscht ein unglaubliches Überangebot für nur wenige Plätze. Nuri Sahin, Mikel Merino, Dzenis Burnic, Sven Bender, Gonzalo Castro, Sebastian Rode, Mario Götze (der im Juli nach seiner Stoffwechselerkrankung zurückkehren wird), Shinji Kagawa, Mahmoud Dahoud, Sebastian Rode, Christian Pulisic, Emre Mor, Jacob Bruun Larsen, Andre Schürrle und Ousmane Dembele werden sich hier von Beginn an um maximal fünf Startplätze pro Spiel bewerben. Nach ihrer Genesung werden zudem Reus, Guerreiro und Weigl ebenfalls um einen Platz im Mittelfeld konkurrieren.

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Viel Auswahl also für Bosz, bei der es sicherlich nicht bleiben wird. Rode etwa dürfte bei einem passenden Angebot den Verein verlassen, berichtete am Mittwoch die SportBild. Auch Merino könnte sich einen Wechsel vorstellen, wenn sich seine Situation unter dem neuen Trainer nicht ändern sollte. Der junge Mor will unter Bosz wieder angreifen. Ein Wechsel in die Türkei, wie zuletzt kolportiert, ist nach Goal-Informationen daher ausgeschlossen. Bei Larsen planen die Verantwortlichen auch mit Spielen für die zweite Mannschaft. Gleiches gilt für Burnic.

Sebastian Rode 10142016
Wechselkandidat Nummer zwei: Sebastian Rode

Bei Kagawa strebt der BVB weiterhin eine Vertragsverlängerung an. Sahin und Bender haben erst vor wenigen Wochen neue Arbeitspapiere in Dortmund unterzeichnet. Schürrle wird nach seinen langen Verletzungspausen in der vergangenen Saison fast wie ein interner Neuzugang gesehen. Gleiches gilt für Götze. Kaum ein Spieler kann sich daher seines Platzes in der ersten Elf sicher sein. Pulisic und Dembele allerdings dürften auch bei Bosz die größtmögliche Wertschätzung erfahren.


DER ANGRIFF


Im Sturmzentrum hängt alles von dem wechselwilligen Pierre-Emerick Aubameyang ab. Nachdem Wechsel nach China und zu Paris Saint-Germain inzwischen fast ausgeschlossen sind, hat der BVB dem Gabuner ein Ultimatum gesetzt. Bis zum Start ins Trainingslager nach Bad Ragaz (26. Juli) soll Klarheit herrschen, berichtet die SportBild. Bleibt Aubameyang, ändert sich nicht viel beim BVB. Denn Alexander Isak, der im Winter für geschätzte zehn Millionen Euro von AIK Solna kam, soll weiterhin behutsam aufgebaut werden.

PIERRE EMERICK AUBAMEYANG BORUSSIA DORTMUND DFB POKAL GERMAN CUP FINAL 27052017
Wechselkandidat Nummer drei: Pierre-Emerick Aubameyang

Zudem wechselt Maximilian Philipp für 20 Millionen Euro vom SC Freiburg zum BVB. Er ist allerdings nicht als klassischer Mittelstürmer zu sehen. Eher wird er als hängende Spitze oder Flügelflitzer eingesetzt, der sich zwischen den Räumen bewegt. Ebenfalls im Sturm einsetzbar: Schürrle.


FAZIT


Der Kader von Borussia Dortmund ist aktuell mehr als ausreichend besetzt. So dürften die Ausfälle von Guerreiro (steigt im Laufe der Vorbereitung ein), Reus und Weigl nicht ganz so stark ins Gewicht fallen, wie manche befürchten. Mehr als 30 Spieler stünden in der kommenden Saison beim BVB unter Vertrag. Klar, dass nicht alle von ihnen regelmäßig auf Einsatzzeiten kommen werden. Nach Goal-Informationen hat Bosz den Verantwortlichen von Borussia Dortmund nach intensivem Videostudium bereits eine Liste mit Spielern zukommen lassen, die den Verein verlassen dürfen und mit denen der Niederländer vorerst nicht plant.

Weiterhin gilt: Bosz will sich ein eigenes Bild auf dem Trainingsplatz machen. Deshalb nehmen zum Beispiel Passlack und Burnic auch nicht an der U19-EM teil. Erst dann werden sich die Verantwortlichen der Schwarz-Gelben entscheiden, wie mit einigen Spielern weiter verfahren wird. Gut möglich ist, dass junge Talente aus der eigenen Jugend erst einmal den Umweg über ein Leihgeschäft gehen müssen. Bosz plant für die kommende Saison mit einem Kader von 28 Spielern.

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