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Bundesliga

  • 16. Mai 2015
  • • 15:30
  • • VOLKSWAGEN ARENA, Wolfsburg
  • Schiedsrichter: M. Fritz
  • • Zuschauer: 30000
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ENDE
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Wolfsburgs Torschütze Daniel Caligiuri (r.) jubelt mit Vorlagengeber Kevin De Bruyne

VfL Wolfsburg entscheidet Pokalfinal-Generalprobe für sich

Wolfsburgs Torschütze Daniel Caligiuri (r.) jubelt mit Vorlagengeber Kevin De Bruyne

Getty Images

Ein munteres Spiel, das in der ersten Hälfte durch die Offensivabteilungen geprägt wurde, gewinnt Wolfsburg verdient, weil Dortmund im zweiten Durchgang stark abbaute. Die Analyse.

Aus der Volkswagen Arena berichtet Stefan Döring

Der VfL Wolfsburg hat bei der Bundesliga-Generalprobe für das DFB-Pokalfinale gegen Borussia Dortmund mit 2:1 (1:1) gesiegt. Die Gäste ließen eine gute Chance ungenutzt, sich einen Spieltag vor Schluss in den Europapokalrängen festzusetzen – haben aber weiterhin alles selbst in der Hand. Daniel Caligiuri (1.) und Naldo (49.) sicherten den VfL-Sieg. Aubameyang konnte zwischenzeitlich ausgleichen (11.).

Vor 30.000 Zuschauern in der ausverkauften Volkswagen Arena ging Wolfsburg bereits nach 41 Sekunden durch ein Tor von Daniel Caligiuri in Führung. Es war das vierte Gegentor für den BVB in den ersten 60 Sekunden in dieser Spielzeit. Bei den anderen Treffern stand Schiedsrichter Marco Fritz im Mittelpunkt.

Die Stimmen zum Spiel

Der Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Im Kader vom VfL Wolfsburg fehlen gleich drei Spieler: Nicklas Bendtner, Marcel Schäfer und Luiz Gustavo sind nicht dabei. Für Gustavo rückt Maximilian Arnold in die Mannschaft. Zusätzlich ersetzt Sebastian Jung Christian Träsch.

Jürgen Klopp vertraut weitgehend der Elf, die Hertha BSC zu Hause schlug. So steht auch Mitchell Langerak wieder in der Startelf. Allerdings muss der Coach die Innenverteidigung umbauen. Zunächst soll Sokratis Neven Subotic ersetzen. Der musste dann allerdings doch spielen, weil Mats Hummels das Aufwärmprogramm abbricht.

1., 1:0 Caligiuri: Gündogan leistet sich einen leichtfertigen Fehlpass an der Mittellinie, Wolfsburg schaltet sofort um. De Bruyne wird auf links steil geschickt, spielt dann von der Grundlinie einen klugen Pass in die Mitte, wo Daniel Caligiuri einläuft und Mitch Langerak aus sechs Metern keine Chance lässt.

11., 1:1 Aubameyang, (FE): Aubameyang steckt schön durch auf den in zentraler Position startenden Kampl. Der Slowene legt den Ball an VfL-Keeper Benaglio vorbei und wird dann vom Wolfsburger Schlussmann gelegt. Schiedsrichter Marco Fritz entscheidet sofort auf Elfmeter und Gelbe Karte für Benaglio. Aubameyang schiebt den Strafstoß locker ein.

22.: Caligiuri hat auf links zu viel Platz und nutzt diesen zu einer Außenrist-Hereingabe, die am zweiten Pfosten bei Perisic landet, der die Kugel aus kurzer Distanz aber rechts vorbei schiebt.

30.: Wieder kommt der Ball in zentraler Position zu De Bruyne, der mit dem Rücken zum Tor einen Traumpass in den Lauf des halblinks startenden Dost spielt. Der probiert es aus 15 Metern mit dem rechten Fuß, Langerak klärt mit guter Parade zur Ecke.

36.: Aubameyang hat die Riesenchance, den BVB in Führung zu bringen. Mkhitaryan nimmt auf rechts Tempo auf und bringt von der Grundlinie eine Flanke auf den zweiten Pfosten, wo Aubameyang komplett blank ist, den Ball aus zwei Metern aber neben das Tor köpft.

49., 2:1 Naldo: Der VfL macht es nach dem Eckball besser als der BVB auf der anderen Seite. Die Gäste können sich nach einem Kopfball von Perisic nicht befreien, der Ball landet genau auf dem Fuß von Naldo, der aus der Drehung flach unten links zur erneuten Wolfsburger Führung trifft.

64.: Nach einer Ecke von rechts kommen die Hausherren zur nächsten richtig guten Chance. Caligiuri löst sich gut und zieht nach flacher Hereingabe von De Bruyne aus spitzem Winkel ab. Doch Langerak ist auf dem Posten und hält sein Team mit guter Parade im Spiel.

79.: Eher zufällig kommt der BVB zu einer richtig dicken Chance zum Ausgleich. Nach einer Ecke fällt der Ball Sokratis vor die Füße, der das Tor von Benaglio aus fünf Metern knapp rechts verfehlt.

80.: Arnold chippt einen Freistoß aus dem Mittelfeld genau in den Fuß von Perisic, der von der Strafraumgrenze volley abzieht und Langerak zu einer guten Parade zwingt.

Fazit: Es war Werbung für das Pokalfinale! Beide Mannschaften erspielten sich viele Chancen. Bereits zur Halbzeit hätte es 3:3 stehen können. Der VfL Wolfsburg war am Ende die Mannschaft, die weniger Fehler machte und deshalb gewann – auch, weil der BVB in der zweiten Halbzeit kaum mehr Zugriff zum Spiel hatte.

Galerie: Der 33. Spieltag in Bildern

Der Star des Spiels: Kevin De Bruyne. Der Belgier war an jedem gefährlichen Angriff der Wolfsburger beteiligt und setzte seine Mitspieler regelmäßig klasse in Szene. Auch in der Defensive machte er eine gute Partie, lief seine Gegenspieler das eine oder andere Mal ab. Mit inzwischen 21 Torvorlagen schreibt er zudem Bundesligageschichte.

Der Flop des Spiels: Ilkay Gündogan scheint derzeit nicht zu 100 Prozent mit seinem Kopf im Spiel zu sein. Den entscheidenden Fehlpass vor dem 0:1 leistete er sich. Im Spiel gab es aber noch andere Situationen, in denen Gündogan fahrlässig agierte. So hilft er der Mannschaft von Klopp kaum weiter.

Einzelkritik: De Bruyne top, Gündogan konfus

Der Schiedsrichter: Marco Fritz aus Korb hatte eigentlich kaum Probleme mit der Leitung des Spiels, lag dennoch zweimal spielentscheidend daneben. Als er in der elften Minute auf den Punkt zeigte, entschied er vollkommen richtig mit dem Strafstoß für den BVB. Allerdings hätte er in dieser Situation auch über einen Platzverweis für Diego Benaglio nachdenken können – der sah Gelb. In der 43. Minute verwehrte er dem BVB einen weiteren Elfmeter, als Mkhitaryan im Strafraum zu Fall kam. In dieser Szene lag er falsch. Vor dem 2:1 durch Naldo stand Klose aktiv im Abseits. Das Tor hätte nicht zählen dürfen.

Das fiel auf:

  • Borussia Dortmund war vor allem in der Anfangsphase einmal mehr völlig unsortiert und hatte kaum Zugriff aufs Spiel. Wieder einmal nutze der Gegner einen leichtfertigen Fehler gnadenlos aus. Zu erklären ist so etwas eigentlich nicht.
  • Immer wieder fand der VfL Wolfsburg den Pass in die Schnittstellen durch die BVB-Abwehr. Die stand häufig unsortiert und ließ dem Gegner zu viele Räume. Vor allem über die linke Angriffsseite brach der VfL regelmäßig durch. Heute fehlte dem BVB sichtlich ein Mats Hummels.
  • Der VfL Wolfsburg kann sich auf seine Offensive verlassen. Der Ball lief bei der Heimmannschaft sehr gut. So schnürte die Heimmannschaft den BVB in der zweiten Halbzeit die Luft zum Atmen ab.

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