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Bundesliga

  • 25. April 2015
  • • 15:30
  • • Mercedes-Benz-Arena, Stuttgart
  • Schiedsrichter: W. Stark
  • • Zuschauer: 58000
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ENDE
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Nils Petersen (l.) schockte Stuttgart mit einem Doppelpack

VfB Stuttgart verschenkt Punkte gegen Freiburg

Nils Petersen (l.) schockte Stuttgart mit einem Doppelpack

Bongarts

Die Möglichkeit zum Sieg verpassten die Schwaben. In Überzahl überließen sie den Breisgauern die Bühne in einem turbulenten Spiel. Die Analyse.

Am 30. Spieltag treten der VfB Stuttgart und der SC Freiburg mit einem 2:2 (2:0)-Unentschieden weiter auf der Stelle. Die Schwaben verspielten eine Führung, nachdem Adam Hlousek in der zweiten Halbzeit die Gelb-Rote-Karte sah.

Vor 60.000 Zuschauern erzielte Daniel Ginczek (24.) seinen sechsten Treffer in den letzten fünf Spielen zur Führung. Martin Harnik (27.) legte nur wenige Minuten später den zweiten Treffer nach.

Nach der Pause wurde es turbulent. Nils Petersen (53.) gelang der Anschlusstreffer per Foulelfmeter, Adam Hlousek (66.) handelte sich den ersten Bundesliga-Platzverweis seiner Karriere ein. Erneut war es Petersen (85.), der Freiburg mit dem Ausgleich schockte.

Der VfB fand, wie schon oft in dieser Saison, nach dem Pausenpfiff nicht mehr in die Partie. Neun der letzten elf Gegentreffer setzte es in den zweiten 45 Minuten, nur einen einzigen Schuss gab Stuttgart ab. Dazu fiel das 20. Gegentor nach einem Standard, natürlich Liga-Höchstwert.

Der Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Der VfB muss nach der 1:2-Niederlage in Augsburg den gesperrten Serey Die ersetzen. Auch Daniel Schwaab (Bank) und Antonio Rüdiger (Grippe) bleiben draußen, dafür spielen Timo Baumgartl, Oriol Romeu und Martin Harnik.

Beim SC Freiburg gibt es drei Änderungen im Gegensatz zum 2:3 gegen Mainz. Torrejon, Petersen und Klaus dürfen statt Frantz, Guede (beide Bank) und Krmas (Gelbsperre) von Beginn an ran.

20.: Zum ersten Mal wird es richtig gefährlich. Der VfB bringt eine Ecke von rechts, die Harnik mit einem Dropkick vom Elfmeterpunkt abschließt. Bürki ist da, der Nachschuss kommt nicht zu Stande, weil Kostic im Abseits zu Boden fällt.

24.: 1:0, Ginczek: Führung für den VfB! Harnik hat im Rücken von Günter auf der rechten Seite nach Zuspiel von Gentner viel zu viel Platz. Seine halbhohe Flanke wird zu Ginczek abgefälscht, der mit viel Rückenlage trifft.

27.: 2:0, Harnik: Und sie legen direkt nach. Kostic geht auf der linken Seite energisch an Riether vorbei und kann von der Grundlinie flach zurücklegen. Harnik ist da und spitzelt den Ball an Bürki vorbei.

41.: Gentner verlängert eine Ecke auf Harnik am langen Pfosten. Der Österreicher kommt aber trotz artistischer Einlage nicht mehr zum Abschluss.

54.: Innerhalb von zwei Minuten vergibt Harnik zweimal die Chance auf das 3:0. Erst verdribbelt er sich am rechten Strafraumrand gegen Mitrovic, dann verstolpert der Stürmer komplett alleine vor Bürki.

58.: 2:1, Petersen (FE): Hlousek bringt Freiburg mit einem blöden Rempler gegen Schmid wieder ins Spiel. Stark überlegt lange, zeigt dann auf den Punkt. Petersen tritt an und versenkt cool zum 2:1.

62.: Doppelchance für Freiburg. Erst rutscht Sorg an einer Hereingabe haarscharf vorbei, dann klebt Ulreich bei der anschließenden Flanke auf der Linie. Petersen köpft in die Mitte, Niedermeier räumt mit einem Flugkopfball auf.

66.: Gelb-Rot für Hlousek (Stuttgart): Hlousek sah beim Elfmeter Gelb, jetzt sieht er Gelb-Rot. Taktisches Foul vor dem Mittelkreis, Stark schickt ihn mit der Ampelkarte vom Platz.

67.: Direkt im Anschluss fehlt der Linksverteidiger natürlich hinten. Schmid ist durch, Ulreich pariert seinen Schuss aufs kurze Eck aber.

77.: Kostic geht vom Platz, für ihn kommt Daniel Didavi in die Partie. Seinen letzten Einsatz hatte dieser am 20. Dezember 2014 beim 0:0 gegen Paderborn.

85.: 2:2, Petersen: Das hatte sich angedeutet. Der SC drückt und drückt und belohnt sich. Petersen steht am rechten Fünfereck komplett blank und drückt einen missglückten Schuss von Sorg über die Linie.

Fazit: Stuttgart verpasst es, mit einem dritten Tor frühzeitig alles klar zu machen und wird schließlich bestraft. In Überzahl ist Freiburg dann deutlich überlegen, am Ende wären sogar drei Punkte möglich gewesen.

Der Star des Spiels: Nils Petersen traf bisher vor allem als Joker gut. Diesmal klappte es auch von Anfang an. Zuerst mit dem Elfmeter, bei dem er Ulreich keine Chance ließ, dann stand der Ex-Bremer goldrichtig und hielt den Fuß zum Ausgleich hin. Arbeitete zudem viel und erkämpfte sich sein Glück regelrecht.

Der Flop des Spiels: Adam Hlousek muss sich den Titel als Unglückrabe des Spiels aufdrängen lassen. Mit dem verschuldeten Elfmeter brachte er Freiburg zurück, der Platzverweis traf den VfB eiskalt.

Der Schiedsrichter: Wolfgang Stark hatte einige Zweikämpfe zu beurteilen. Lag meist richtig, allerdings stimmten die persönlichen Strafen nicht immer. Baumgartl (7.) sah Gelb, einige Freiburger kamen aber ungeschoren davon. Der Elfmeterpfiff war korrekt, ebenso wie der Platzverweis gegen Hlousek. In der hektischen zweiten Halbzeit behielt er die Übersicht.

Das fiel auf:

  • Der VfB genierte sich nicht, lange Bälle nach vorne zu schlagen und dann über die schnellen Maxim, Ginczek oder Kostic Angriffe über die Flügel zu fahren. Gegen den Ball formierten sich die Schwaben in einem 4-4-2 mit relativ losgelösten Stürmern, die zum Teil weit vorne Anspielstationen zustellten und Bürki zum Schlagen verleiteten.
  • Freiburg bemühte sich etwas mehr, den Ball flach nach vorne zu tragen. Durch die gute Abwehrarbeit der Stuttgarter und eine gewissen Hektik ging aber doch viel weit und hoch nach vorne, was zu einer holprigen Partie mit vielen Ballverlusten und kurzen Angriffen beider Teams führte.
  • Mit dem Doppelschlag nach einer halben Stunde holte sich Stuttgart Selbstvertrauen und spielte das voll aus. Freiburg war bis zum Pausenpfiff praktisch komplett neutralisiert, nach vorne gab es immer wieder gefährliche Flankenläufe. Besonders die rechte Seite zeigte sich stark, tendierten doch Romeu, Gentner und Maxim bei den hohen Bällen sehr auf die Seite von Harnik.
  • Nach der Pause zeigte sich Freiburg deutlich verändert. Ruhiger im Spielaufbau, mit mehr kurzen Zuspielen und mit deutlich höherer Abwehrkette im Angriff. Die herausrückenden Bewegungen beider Sechser aus der zweiten Viererkette waren weiterhin vorhanden, wurden aber besser abgesichert.
  • In Überzahl stellte Streich auf ein 4-3-3 um, Freiburg spielte seinen Ballbesitz aber nicht mehr gut aus. Mehrere Flanken aus dem Halbfeld zeigten, wie die Mannschaft mit abnehmender Spieldauer immer unsicherer wurde. Der Ausgleich viel etwas glücklich aus eben einer solchen überhasteten Aktion.

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