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Bundesliga

  • 12. Februar 2011
  • • 15:30
  • • Mercedes-Benz-Arena, Stuttgart
  • Schiedsrichter: M. Gräfe
  • • Zuschauer: 38000
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Spielbericht Bundesliga: VfB Stuttgart - 1. FC Nürnberg

Spielbericht Bundesliga: VfB Stuttgart - 1. FC Nürnberg

„Oh, wie ist das schön. Oh, wie ist das schön...“, sangen die Fans des 1. FC Nürnberg ab der 82. Minute und überstimmten damit die Stuttgarter, die in großen Teilen schon den Heimweg suchten. Vorangegangen war ein überzeugender 4:1-Erfolg der Franken, die den VfB Stuttgart mit schnörkellosem Angriffsfussball auseinandernahmen.

Stuttgart. Was für eine Ohrfeige für den VfB Stuttgart! Die Schwaben mussten am 22. Spieltag der Bundesliga eine 1:4-Heimniederlage gegen 1. FC Nürnberg hinnehmen und stecken damit wieder ganz tief im Abstiegssumpf. Beim Club kann man unterdessen langsam für die kommende Saison planen. Ein Jungspund spielte dabei ganz stark!

PERSONAL & TAKTIK

Dieter Hecking verzichtete auf große Überraschung und startete mit seiner Wunschelf – natürlich ohne den verletzten Ilkay Gündogan. Simmons und Cohen bildeten wieder die Doppelsechs, während Chandler und Hegeler über die Seiten Druck machen sollten. Ekici platzierte sich als Spielmacher hinter Ex-Stuttgarter Schieber.

Bruno Labbadia ordnete seine Mannschaft in einem variablen System an: Pogrebnyak gab die Spitze und wurde von Martin Harnik und Neuzugang Tamas Hajnal unterstützt. Vorallem Harnik sollte dabei wohl immer wieder auf beide Flügel ausweichen. In der Defensive kehrte Delpierre ins Zentrum neben Tasci, Kuzmanovic und Träsch machten davor Meter. Elson durfte etwas überraschend links im Mittelfeld ran.

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SPIELVERLAUF 1. HÄLFTE

Der VfB Stuttgart war vor heimischer Kulisse zunächst das schwungvollere Team, Nürnberg erwischte aber den besseren Start in das Spiel: Nach einem langen Einwurf von Javier Pinola kann die Hintermannschaft der Schwaben nicht entscheidend klären und Timmy Simmons traf von der Strafraumgrenze zur frühen 1:0-Führung für die Franken (11.). Es war sein zweiter Saisontreffer. Die Mannschaft von Bruno Labbadia reagierte zwar geschockt, versuchte aber wieder Kontrolle über das Spiel zu erlangen. Der „Club“ zog ein engmaschiges Abwehrnetz auf und verlegte sich aufs Kontern. Einen davon verwertete ausgerechnet Julian Schieber zur 2:0-Führung: Chandler flankte von rechts zur Mitte, der bullige Angreifer warf sich mit einem Flugkopfball in die Flugkurve des Balles und verwertete zum 2:0 (28.). Auf einen Jubel verzichtete die Leihgabe aus Respekt vor den Fans. Kurz vor der Pause dann wieder so etwas wie Hoffnung für die Stuttgarter: Funk erzielte nach einer Ecke den Anschlusstreffer, nachdem Judt zuvor unhaltbar abfälschte (45.).

SPIELVERLAUF 2. HÄLFTE

Stuttgart tat der Anschlusstreffer sichtlich gut: Die Schwaben kamen mit viel Elan aus der Kabine und setzten den Nürnbergern zu, doch der „Club“ hatte das richtige Mittel parat. Ausgerechnet in der Drangperiode der Gastgeber besorgte Timothy Chandler das 3:1. Schieber ließ Tasci alt aussehen, zog von links in den Strafraum und bediente den Mittelfeldspieler mustergültig. Das Tor war nur noch Formsache, weil Ulreich längst geschlagen war (51.). In der 63. Minute dann die endgültige Entscheidung: Ekici zog aus halbrechter Position von der Strafraumgrenze ab und traf mit einem Flachschuss unhaltbar ins Eck. Danach entwickelte sich ein eher träges und langsames Spiel. Verdenken kann man es den Akteuren aber nicht, denn spätestens seit dem 4:1 war alles entschieden. Nürnberg entführte verdient drei Punkte.

 


SCHLÜSSELSPIELER & SZENEN

Zwei Angriffe, zwei Tore! Der „Club“ sorgte schon im ersten Durchgang für klare Verhältnisse und deckte die Schwachstellen der Schwaben schonungslos auf. Beide Male reagierte die Abwehr unglücklich, konnte zunächst einen Einwurf nur kurz abwehren und ließ sich auch bei Schiebers Flugkopfball überrumpeln. Mit einer derart löchrigen Abwehr kann man den Klassenerhalt nicht schaffen, denn in der Offensive hat der VfB durchaus Potential. Auf Seiten der siegreichen Gäste wusste einmal mehr Julian Schieber zu überzeugen. Auch Timothy Chandler zeigte bei seinem Startelfdebüt auf und die Doppelsechs Simmons/Cohen spielt ohnehin seit Wochen in bestechender Form. Bei den Stuttgartern war einmal mehr Martin Harnik sehr bemüht und Träsch spulte wieder viele – wenn auch oftmals leere – Kilometer ab.

SPIELER DES SPIELS: Timothy Chandler

Das Talent mit amerikanischen Wurzeln macht sich langsam aber sicher einen Namen! Gegen den VfB Stuttgart wirbelte er im Mittelfeld, bereitete einen Treffer vor und erzielte das 3:1 selbst. Sein erstes Bundesligatreffer gleich bei seinem Startelfdebüt! Dieter Hecking hat einen Rohdiamanten in seinen Reihen. In den Castrol Rankings wird er sich noch verbessern, liegt momentan nämlich nur auf dem 2134. Platz.

SCHIEDSRICHTER: Manuel Gräfe – Note: 7

Der 1. FC Nürnberg war heute für die Stuttgarter eine Nummer zu groß und so kam es selten zu gefährlichen Zwischenfällen. Eine überharte Gangart legten beide Teams ohnehin nicht an den Tag. Manuel Gräfe hatte so keine großen Probleme und leitete die Partie souverän.

Anmerkung: Die Bewertungsskala reicht wie bei der Spielnote von einem Punkt (grottenschlecht) bis zehn Punkte (weltklasse).

SPIELNOTE: 7

Durchaus kurzweilig, weil beide Teams viel spielerisches Können zeigten und eher den Gang nach vorne suchten. Vorallem der „Club“ überzeugte mit schnörkellosen Angriffsfussball.

FAZIT

Der 1. FC Nürnberg hat sich wohl endgültig von den letzten Abstiegssorgen entledigt. Gegen die Schwaben zeigten sie teilweise großartigen Fußball und siegten am Ende souverän und in der Höhe verdient. Die Schwaben konnten den Auswärtssieg bei Gladbach unterdessen nicht bestätigen.

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