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Freundschaftsspiel

  • 2. Juni 2013
  • • 20:30
  • • Robert F. Kennedy Memorial Stadium, Washington, District of Columbia
  • Schiedsrichter: P. Delgadillo
  • • Zuschauer: 47359
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ENDE
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USA feiert Testspielsieg gegen Deutschland

Deutschland leistet sich gegen die USA eine 3:4-Niederlage

USA feiert Testspielsieg gegen Deutschland

Dennis Grombkowski

Blamage statt Rekord: Ausgerechnet Jürgen Klinsmann hat der deutschen Fußball-Nationalmannschaft und Bundestrainer Joachim Löw gründlich den Saisonabschluss verdorben.

Washington. Jürgen Klinsmann erteilte mit den USA der stark ersatzgeschwächte deutschen Fußball-Nationalmannschaft beim 4:3 (2:0) über weiter Strecken eine Lektion und ließ durch diesen Erfolg auch die aufkommende Kritik an seiner Person verstummen. Durch die dritte Pleite im neunten Vergleich mit den USA verpasste es die DFB-Auswahl zudem, mit dem fünften Sieg im fünften Spiel 2013 den Startrekord von 1935 und 1980 einzustellen.

Bei der Party zum 100-jährigen Jubiläum des US-Verbandes hatten nur die Gastgeber, für die Jozy Altidore (13.), Marc-André ter Stegen per Eigentor (16.) und Clint Dempsey (60., 64.) trafen, etwas zu feiern. Für Deutschland reichte es nur zu Treffern der nach der Pause eingewechselten Heiko Westermann (51.) und Max Kruse (79.) sowie Julian Draxler (81.). Draxler und Kruse konnten sich jeweils wenigstens über ihr erstes Länderspieltor freuen.

Verunsicherte Vorstellung

Die deutsche Mannschaft wirkte von Beginn an völlig verunsichert und im Vergleich zu ihrem ersten Match während der umstrittenen USA-Reise unkonzentriert und vor allem vor der Pause zeitweise wie gelähmt. Das erste Spiel ihres USA-Trips hatte das deutsche Team am Mittwoch gegen Ecuador mit 4:2 gewonnen, dabei allerdings auch nur vor der Pause geglänzt.

Vor 47.359 Zuschauern im ausverkauften RFK-Stadium von Washington waren die Hausherren vom Start weg tonangebend und stürzten die DFB-Auswahl in die ein oder andere Verlegenheit. In der elften Minute verpasste aber zunächst Per Mertesacker eine sehr gute Gelegenheit, als er aus fünf Metern den Ball am Ziel vorbei schob. Zwei Minuten später verschätzte sich der Abwehrspieler des FC Arsenal aber nach einer Flanke von Graham Zusi und verlor Jozy Altidore aus den Augen, der ungestört einnetzen konnte.



Torwart Marc-André ter Stegen, der in seinen zwei Länderspieleinsätzen zuvor bereits acht Gegentore kassiert hatte, war bei diesem Gegentreffer machtlos. Drei Minuten später stolperte der Gladbacher Schlussmann den Ball aber nach einem harmlosem Rückpass von Benedikt Höwedes ins eigene Tor.

Ter Stegen mit dem Patzer

In der 19. Minute hatte André Schürrle eine gute Gelegenheit, 60 Sekunden danach wehrte ter Stegen einen guten Schuss von Clint Dempsey ab, seine allgemeine Verunsicherung konnte der Keeper nach seinem Lapsus aber nicht ablegen. Entgegen seiner Ankündigung, nach der Pause Ron-Robert Zieler zwischen den Pfosten eine Chance zu geben, ließ Löw ter Stegen nach dessen Slapstickeinlage im zweiten Durchgang im Tor.

Dafür wechselte der Bundestrainer in Westermann, Philipp Wollscheid, Dennis Aogound und Max Kruse gleich vier neue Leute mit Wiederanpfiff ein, was aber nur kurzfristig Wirkung zeigte. Denn Kruse bereitete mit einem Eckstoß den Anschlusstreffer von Westermann vor, der seinen vierten Länderspieltreffer erzielte. Die Hoffnung währte aber nicht lange, denn Dempsey stand nach einer Stunde auf allein auf weiter Flur im deutschen Strafraum und ließ ter Stege4n keine Chance. Vier Minuten erhöhte der England-Legionär mit einem Traumtor auf 4:1. Kruse und Draxler gelang lediglich noch Ergebniskosmetik.

Im letzten Länderspiel vor der Sommerpause hatte Löw noch einmal kräftig durchgewechselt. Insgesamt fünf Veränderungen gab es gegenüber dem Ecuador-Spiel. Erstmals seit 39 Jahren standen dabei in Sven und Lars Bender wieder Zwillinge in der Startformation der DFB-Auswahl. Zuletzt war dies am 17. April 1974 der Fall gewesen, als beim 5:0 gegen Ungarn Helmut und Erwin Kremers von Beginn an spielten.

Klose ohne Erfolg

Als einzige Spitze lief Miroslav Klose auf, der gegen Ecuador noch gefehlt hatte und gegen die USA die Kapitänsbinde trug. Der Italien-Legionär, der den legendären Rekord von Bomber Gerd Müller (68) einstellen konnte, jubelte in der 24. Minute vergebens, nachdem er aus Abseitsposition getroffen hatte.

Klinsmann, der kurz vor dem Anpfiff bei hochsommerlichen Temperaturen um die 30 Grad locker mit Löw geplaudert und dann sogar die deutsche Hymne mitgesungen hatte, bot bei den USA im Schalker Jermaine Jones und dem Hoffenheimer Fabian Johnson zwei Bundesliga-Profis auf, dazu den Ex-Mönchengladbacher Michael Bradley.

Für Klinsmann war der Sieg enorm wichtig, da es in der WM-Quali für die USA alles andere als rund läuft. Erst ein Sieg aus drei Spielen steht auf der Habenseite. Nach der 2:4-Niederlage gegen Belgien am vergangenen Mittwoch war die Kritik an dem deutschen Chefcoach wieder lauter geworden. So kann sich das US-Team aber in Ruhe auf die anstehenden drei WM-Qualifikationsspiele gegen Jamaika (7. Juni), Panama (11. Juni) und Honduras (18. Juni) vorbereiten.

Dempsey, Jones und Altidore waren bei den starken US-Boy die herausragenden Kräfte. Auf deutscher Seite konnte lediglich Kruse auf sich aufmerksam machen.

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