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Weltmeisterschaft

  • 13. Juni 2014
  • • 21:00
  • • Itaipava Arena Fonte Nova, Salvador, Bahia
  • Schiedsrichter: N. Rizzoli
  • • Zuschauer: 48173
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Vamos! Spanien will den "Goldschatz" behalten

Was für ein Auftakt! Gleich am ersten WM-Spieltag kommt es zwischen Spanien und den Niederlanden zur Neuauflage des Finals von 2010. Der Titelverteidiger ist klarer Favorit.

Salvador da Bahia. Vamos! Spanien hat den WM-Pokal gerade erst beim Weltverband FIFA abgeliefert, da bläst der Final-Held von 2010 erneut zur Titeljagd. "Nach den beiden EM-Triumphen und dem bei der WM vor vier Jahren wäre der Titel in Brasilien wie ein Goldschatz für uns", sagt Andrés Iniesta vor der Neuauflage des Endspiels von Südafrika gegen Arjen Robbens Niederlande am Freitag (21.00 Uhr MESZ/ LIVE-Ticker bei Goal) in Salvador: "Auf geht's, lasst uns auf die Jagd gehen!"

Während Bayern-Star Robben seinen persönlichen Final-Albtraum von Johannesburg verdrängen will, möchten Iniesta und Co. der Welt beweisen: Wir sind noch nicht satt! Auch nicht nach den historischen drei Titeln hintereinander. Gierig wie einst die Konquistadoren in Südamerika eingefallen sind, will die "rote Furie" am Zuckerhut über die Gegner herfallen. Erstes Opfer: Oranje. "Wir sind hier der absolute Topfavorit", tönt Kapitän Iker Casillas vom frischgebackenen Champions-League-Sieger Real Madrid.

Ein mögliches Scheitern kommt in der DNA dieser Spanier nicht vor. Grundsätzlich sei es normal, "dass man irgendwann nachlässt", sagt Trainer Vicente del Bosque. Aber dieses, sein Spanien ist alles andere als normal. "Der Stern auf unserem Trikot animiert uns, noch besser zu werden", sagt der Vater des Erfolges: "Zufriedenheit gibt es bei uns nicht."

"Werden um vierten Titel kämpfen"

Wien, Johannesburg, Kiew - Rio de Janeiro: So soll Spaniens Vierklang lauten. Dass kein Weltmeister seit Pelés Brasilien 1962 seinen Titel mehr erfolgreich verteidigt hat - egal. Dass dies zuvor nur Italien 1938 gelungen war - was soll's! Dass noch kein europäisches Team eine WM auf den amerikanischen Kontinenten gewann - na und? Spanien war schließlich 2010 die erste Mannschaft vom alten Kontinent, die außerhalb Europas triumphierte.

"Wir werden hart um diesen vierten Titel kämpfen", sagt del Bosque, "mit allem, was wir haben." Und das ist ganz schön viel: 16 Weltmeister sind mitgekommen. Die nach dem Vorrunden-Aus bei der EM 2012 neuformierten Niederländer von Trainer Louis van Gaal haben sieben Final-Verlierer dabei. Ob Pelé, Franz Beckenbauer oder Diego Maradona - kaum ein Experte, der die Spanier nicht unter den ersten Titel-Anwärtern nennt.

Mit gutem Grund: Vor Casillas steht mit Sergio Ramos und Piqué das vermutlich beste Abwehrzentrum der Welt. Davor räumen Sergio Busquets und Xabi Alonso noch immer gnadenlos ab - Spanien hat in keinem der zehn K.o.-Spiele (990 Minuten) bei seinen Triumphen einen Gegentreffer kassiert. Und in der Offensive haben die Tiki-taka-Meister Iniesta und Xavi mit Mittelstürmer Diego Costa "etwas ganz Neues dazubekomen" (Iniesta).

"Xavi ist nie viel gelaufen"

Der gebürtige Brasilianer soll Spaniens Ballbesitz noch effektiver machen. "Wir sind keine Taliban, die dogmatisch an einem Stil hängen", sagt del Bosque. Dass er sich anzupassen weiß, hat er längst bewiesen. Auch, dass die Fußball-"Götter" Xavi (34) und Iniesta (30) in die Jahre gekommen sind, ficht in Spanien niemanden an. "Xavi ist nie viel gelaufen", sagt Piqué, "der Ball läuft für ihn."

Auch bei der ersten Neuauflage eines WM-Finals in der Vorrunde? Robben hält dagegen: "Wir haben eine junge Mannschaft, aber sie ist sehr talentiert." Doch es wird wohl vor allem auf ihn ankommen. Die Szene, als er 2010 alleine vor Casillas scheiterte, verfolge ihn noch immer, meint Robben. In die Revanche geht der Bayern-Star in der Form seines Lebens.

Aber auch mit einem veränderten System. Nach dem Kreuzbandriss von Kevin Strootman ist van Gaal vom traditionellen 4-3-3 abgerückt, fünf Abwehrspieler und die Doppelspitze Robben/Robin van Persie sollen Spanien stoppen. "Das ist ein Risiko. Unsere Spieler sind das 4-3-3 gewöhnt, das war immer unsere Stärke", ätzte van Gaals Intimfeind Johan Cruyff. Robben kontert: "Wir würden gerne Tiki-taka spielen, aber das ist nicht der Moment dafür." Und nicht der Gegner.

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