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WM-Qualifikation Europa

  • 15. Oktober 2013
  • • 20:45
  • • Friends Arena, Solna
  • Schiedsrichter: W. Collum
  • • Zuschauer: 49251
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ENDE
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DFB-Elf will Schweden-Scharte bei Schweinsteiger-Jubiläum auswetzen

DFB-Elf will Schweden-Scharte bei Schweinsteiger-Jubiläum auswetzen

Getty Images

Das 4:4 im Hinspiel gegen Schweden nach einer 4:0-Führung schmerzt die deutsche Nationalmannschaft immer noch.

Stockholm. Die Scharte von Berlin auswetzen, die Kräfteverhältnisse gerade rücken und beim Jubiläum von Bastian Schweinsteiger die ersten WM-Experimente wagen: Bundestrainer Joachim Löw hat sich mit der deutschen Fußball-Nationalmannschaft zum Abschluss der WM-Qualifikation am Dienstag in Stockholm gegen Schweden (20.45 Uhr/Liveticker bei Goal) eine Menge vorgenommen. Das Spiel ist zwar für beide Mannschaften rein rechnerisch bedeutungslos geworden - aber das legendäre 4:4 in Berlin vor einem Jahr macht die Partie zu einer Frage der Ehre.

"Es geht in erster Linie darum, die Qualifikation mit einem Sieg abzuschließen. Aber jeder weiß, dass wir mit den Schweden noch eine Rechnung offen haben", sagte Löw bereits kurz nach dem 3:0-Sieg am Freitag gegen Irland, mit dem das Ticket für die Endrunde im kommenden Jahr in Brasilien vorzeitig gelöst worden war.

Während seine Spieler ein freies Wochenende verbrachten, tüftelte der Bundestrainer mit dem Trainerstab an der Marschroute für Dienstag, am dem es nicht noch einmal eine böse Überraschung gegen die Tre Kronor geben soll und darf.

"Das wurmt mich immer noch"

"Das Ergebnis vom vergangenen Oktober wurmt mich immer noch. Deshalb reisen wir auch mit einer kleinen Portion Wut im Bauch nach Schweden", verriet Löw kurz vor dem Abflug der DFB-Auswahl am Montagmorgen vom Flughafen Köln/Bonn in die schwedische Hauptstadt, wo am Abend in der Friends Arena in Solna das Abschlusstraining stattfand.

Noch ein Jahr später hat Löw Albträume, in denen der 16. Oktober vergangenen Jahres vor seinen Augen abläuft. Im Berliner Olympiastadion führte seine berauschend spielende Mannschaft nach Treffern von Miroslav Klose (2), Per Mertesacker und Mesut Özil bis zur 62. Minute 4:0, hätten bis zu diesem Zeitpunkt aber auch schon 6, 7 oder 8:0 führen können. Und dann geschah das Unfassbare, nahm das Schicksal seinen Lauf.

"Ibrakadabra" nicht dabei

Schwedens Superstar Zlatan Ibrahimovic, der am Dienstag wegen einer Gelbsperre fehlt, erzielte in jener 62. Minute per Kopf den Anschlusstreffer, der bei den Gästen eine Aufholjagd einläutete, die am Ende gegen eine in alle Einzelteile zerfallene deutsche Elf in einem 4:4 endete.

Löw hatte das Desaster kommen sehen, aber mit unverständlichen Auswechslungen dazu beigetragen, dass seine Mannschaft sehendes Auges in ihr Unglück rannte. In Mario Götze und Lukas Podolski hatte der Bundestrainer in der Sturm- und Drangphase der Schweden zwei Offensivkräfte eingewechselt anstatt die eigene Abwehr zu stabilisieren.

"Dieses Unentschieden und vor allem seine Entstehung haben uns wehgetan. Aber vielleicht hat gerade diese Begegnung auch ihre positiven Seiten. Die Spieler, die in Berlin auf dem Platz standen, werden ihre Lehren gezogen haben. Wenn wir uns noch einmal in einer ähnlichen Situation befinden, wird es ihnen sicher nicht wieder passieren, ein solches Spiel aus der Hand zu geben", sagte der Bundestrainer anschließend.

Kroos motiviert

"Das war damals nur peinlich", erinnert sich der gegen Irland überragende Toni Kroos an den denkwürdigen Abend in der Haupstadt: "So etwas darf sich nicht wiederholen. Wir wollen im Rückspiel zeigen, dass wir zu Recht Gruppenerster sind. Wir wollen die Qualifikation mit einem Sieg und einem gutem Spiel beenden, das sind wir auch uns selber schuldig.

Auch Bastian Schweinsteiger, der am Dienstag sein 100. Länderspiel bestreitet, ist heiß auf dieses Spiel. "Vor einem Jahr haben wir uns dämlich verhalten, das wird uns nicht noch einmal passieren. Aber wir müssen natürlich auf der Hut sein."

Denn sollte es im Rückspiel ebenfalls schiefgehen, würde trotz der unter dem Strich souveränen WM-Qualifikation wie nach dem Hinspiel wieder das Krisenlied angestimmt. Das weiß auch Thomas Müller: "Wir wollen die drei Punkte. Wenn uns das nicht gelingt, werden wir anschließend wieder durch den Fleischwolf gedreht." Dass Löw seine Startelf im letzten Gruppenspiel nicht nur wegen der Gelbsperre gegen Sami Khedira auf der ein oder anderen Position ändern wird, ist klar. Nur wie viele Positionen neu besetzt werden, ließ er noch offen.

Wie viele Veränderungen es gibt, hängt auch davon ab, ob Abwehrchef Per Mertesacker und der gegen Irland überragende Toni Kroos einsatzbereit sind. "Sie sind ein bisschen erkältet. Von daher muss man sehen, wie es im Abschlusstraining läuft", sagte Löw nach der Ankunft in Stockholm.



Götze Option, aber nicht für 90 Minuten

Nicht mit von der Partie ist auf jeden Fall der gelbgesperrte Sami Khedira (Real Madrid), deshalb wird für das 100. Länderspiel von Bastian Schweinsteiger noch ein Nebenmann im defensiven Mittelfeld gesucht. Favorit hierfür wäre Kroos, eventuell könnte auch Götze als "Achter" ins Team rücken. Der lange verletzte Götze sei "eine Option für beides", sagte Löw. Also für einen Einsatz von Beginn an wie auch für eine Einwechslung: "Klar ist: Seine Kräfte reichen noch nicht für 90 Minuten."

Im Tor legte sich Löw auf Stammkraft Manuel Neuer fest, der Hamburger Rene Adler muss auf eine Bewährungschance warten. In der Abwehr lauert Mats Hummels angesichts von Mertesackers Krankheit auf seine Chance nach zuletzt drei Spielen auf der Bank. Nebenmann wird Jerome Boateng sein. Auf den defensiven Außenpositionen bleiben der gesetzte Kapitän Philipp Lahm rechts und Marcell Jansen mangels Alternativen links wohl im Team.

Im Sturm beginnt voraussichtlich der Gladbacher Max Kruse. Eng wird es im offensiven Mittelfeld. Thomas Müller auf rechts und Mesut Özil auf der "Zehn" scheinen gesetzt. Der gegen Irland starke Andre Schürrle und Julian Draxler hoffen auf einen Einsatz links, wo auch Götze zur Option werden könnte.

Wahrscheinlich ist, dass Julian Draxler für Schürrle zum Zuge kommt und Max Kruse erstmals von Beginn spielt. "Das ist eine Option", sagte Löw bereits, der in diesem Fall Mesut Özil, sofern dieser keine Pause erhält, wieder aus der vordersten Front ins Mittelfeld zurückbeordern würde.

Bei Schweden fällt kurzfristig auch noch Stürmer Elmander mit Rückenproblemen aus, Tobias Hysen soll ihn nun ersetzen.

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Das Duell
Johan Wiland
Johan Wiland
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Spiele Tore GK RK
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Der Keeper vertritt den angeschlagenen Stammtorhüter Isaksson und könnte gegen die DFB-Truppe durchaus einige Gelegenheiten bekommen, sich auszuzeichnen.
Max Kruse
Max Kruse
Position:
Trikotnummer: 0
Spiele Tore GK RK
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Der in vorderster Front erwartete Gladbacher soll nach dem eher lauen Experiment mit Özil als falschem Neuner die Attacken finalisieren und will so sein Profil in der Nationalmannschaft weiter schärfen.
Der Tipp
Die DFB-Truppe wird ihr gewohntes Offensivspiel aufziehen und kommt so in Solna zur ersehnten Revanche nach dem 4:4 in Berlin.
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