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Bundesliga

  • 2. Mai 2015
  • • 15:30
  • • VELTINS-Arena, Gelsenkirchen
  • Schiedsrichter: F. Zwayer
  • • Zuschauer: 61973
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ENDE
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Mit zwei Treffern war Klaas-Jan Huntelaar Matchwinner gegen den VfB Stuttgart

3:2! Huntelaar rettet Schalker Sieg

Mit zwei Treffern war Klaas-Jan Huntelaar Matchwinner gegen den VfB Stuttgart

Bongarts

Schalke gelingt dank eines Doppelpacks des Hunters der erste Sieg seit sechs Spielen. Mit der Pleite taumelt der VfB Stuttgart weiter Richtung Abstieg. Die Analyse.

Der FC Schalke 04 hat am 31. Spieltag der Bundesliga mit einem 3:2 (1:1)-Sieg gegen den VfB Stuttgart drei wichtige Punkte im Kampf um die Europa League gesammelt. Stuttgart verpasste es dagegen, vom letzten Tabellenplatz zu klettern.

Vor 61.000 Zuschauern in der Veltins-Arena brachte Klaas-Jan Huntelaar die Schalker bereits in der 9. Minute in Führung, nachdem Georg Niedermeier ein grober Fehler beim Klärungsversuch unterlaufen war. Etwas überraschend glich Martin Harnik aber noch vor der Pause sehenswert aus (22.).

Die Stimmen zum Spiel

Kurz nach der Halbzeit drehten die Stuttgarter dann die Partie, als Filip Kostic die zweite Torvorlage von Daniel Ginczek zum 1:2 verwertete (51.), ehe Huntelaar (79.) und ein Eigentor von Florian Klein (89.) den Schalkern noch den Dreier retteten. Nur in der Abstiegssaison 1974/75 punktete der VfB in der Bundesliga so schwach wie aktuell: 27 Punkte nach 31 Partien. Nie zuvor gelangen dem VfB zudem nur sechs Siege zu diesem Zeitpunkt.

Mit seinem Führungstor zum 1:0 beendete Huntelaar seine 1196 Minuten andauernde Torflaute in der Bundesliga, jedoch wird er nach seiner 5. Gelben Karte im Auswärtsspiel beim 1. FC Köln fehlen. Für Martin Harnik war der Ausgleichstreffer zum 1:1 das 50. Bundesliga-Tor seiner Karriere.

Der Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Roberto Di Matteo stellt die Schalker Elf im Vergleich zur 0:2-Pleite in Mainz auf zwei Positionen um: Für den verletzten Höger startet Leon Goretzka im Zentrum, Aogo rückt links defensiv für Kolasinac in die Anfangsformation.

Auch Huub Stevens ist gezwungen, die Mannschaft umzukrempeln, nachdem Linksverteidiger Hlousek aufgrund der Gelb-Rot-Sperre vom Augsburg-Spiel fehlt. Für ihn darf Schwaab von Anfang ran. Außerdem kehrt Serey Die zurück ins Mittelfeld-Zentrum. Romeu bleibt deshalb erst einmal nur der Bank-Platz. Antonio Rüdiger fehlt weiterhin.

6.: Erstes dickes Ding für die Schalker! Goretzka ist im Strafraum alleine durch und passt von halbrechts in Richtung Zentrum, wo sowohl Sane als auch Huntelaar knapp am Ball vorbeitreten. Da fehlten nur Zentimeter.

9., 1:0, Huntelaar: Sane setzt sich links an der Straufraumgrenze stark durch und bringt den Ball mit etwas Glück in Richtung Fünfer. Niedermeier hat alle Zeit zum Klären, tritt aber unbedrängt über den Ball. Die Kugel rutscht durch zu Huntelaar, der aus vier Metern nur noch eindrücken muss.

15.: Sane ist plötzlich auf und davon: Mit einem starken Antritt zieht der junge Schalker Niedermeier im Sprint deutlich davon. Am Schluss legt er sich den Ball etwas zu weit vor, sodass Ulreich den Abschluss noch klären kann.

22., 1:1, Harnik: Aus dem Nichts, aber dafür umso sehenswerter! Stuttgart kontert blitzschnell und Ginczek macht das überragend: Mit der Hacke hebt er den Ball aus vollem Lauf in den Straufraum. Harnik startet genau dort hinein und lupft den Ball über Fährmann ins lange Eck. Traumtor, Ausgleich!

23.: Und fast die Führung! Kostic kommt halblinks im Strafraum an die Kugel und kann abschließen. Der wäre drin gewesen, wenn Höwedes den Ball nicht gerade noch aus dem Eck gegrätscht hätte.

24.: Jetzt wieder Huntelaar! Hier geht es auf und ab: Der Niederländer kommt im Duell mit Baumgartl im Sechzehner an den Ball und zieht aus der Drehung ab. Ulreich kommt nicht heran, doch die Kugel prallt vom Pfosten zurück ins Feld.

38.: Stuttgart bekommt den Ball nicht aus dem Strafraum, der sieben Meter vor dem Tor hoch abspringt. Huntelaar steht mit dem Rücken zum Tor und versucht's per Fallrückzieher. Ein knapper halber Meter fehlt.

47.: Scharfe Hereingabe in den Schalker Strafraum. Am langen Pfosten stiehlt sich Harnik davon und rutscht in den Querpass. Der Winkel ist aber zu spitz, Fährmann klärt zur Ecke.

51., 1:2, Kostic: Matips Befreiungsschlag landet im Mittelfeld bei Serey Die, der den Ball postwendend in die Spitze zu Ginczek spielt. Der hat wieder die Übersicht und bedient den auf links mitgerückten Kostic. Von der Strafraumgrenze knallt der den Ball unten rechts ins Tor. Führung Stuttgart!

56.: Fast der Doppelpack für Kostic! Stuttgart kontert wieder schnell über links. Kostic ist am linken Strafraum-Rand durch und schießt aus spitzem Winkel wieder aufs Tor: Knapp am langen Pfosten vorbei!

78., 2:2, Huntelaar: Stuttgart verteidigt eine Schalker Flanke von Aogo schlecht, der eingewechselte Boateng bringt die Kugel noch einmal hart in die Mitte, wo Huntelaar blank steht und einschiebt.

89., 3:2, Boateng: Das ist ja Wahnsinn! Schalke dreht die Partie noch einmal! Boateng rauscht in eine Aogo-Flanke herein und köpft wuchtig in Richtung Tor. Klein fälscht ungünstig ab. Ulreich ist chancenlos.

Fazit: Schalke gewinnt am Ende glücklich in einem sehr sehenswerten Fußballspiel. Beide Teams waren sich ihrer prikären Lage bewusst und spielten von Anfang voll auf Angriff. Zahlreiche Chancen und die große Intensität zeichneten die Partie aus. Auch ein Unentschieden wäre gerecht gewesen.

Galerie: Die besten Bilder des Spieltags

Der Star des Spiels: Klaas-Jan Huntelaar. Beendete seine 1196 Minuten andauernde Torflaute mit einem wichtigen Doppelpack und war zweimal zur richtigen Zeit an der richtigen Stelle. Ohne ihn hätte Schalke im Kampf um die Europa League wieder Punkte eingebüßt, der Hunter ebnete den Weg zum Sieg. Kam zu sechs Abschlüssen und hätte mit etwas Glück sogar noch ein Tor mehr drauf gepackt - zum Beispiel per sehenswertem Fallrückzieher.

Der Flop des Spiels: Georg Niedermeier. Patzte vor dem frühen 0:1 katastrophal, als er unbedrängt über den Ball trat und Huntelaar das Tor quasi schenkte. Hatte die wenigsten Ballaktionen aller Stuttgarter aus der Anfangs-Formation und gewann nur etwa jeden zweiten Zweikampf.

Einzelkritik: Hunter netzt, Niedermeier patzt

Der Schiedsrichter: Felix Zwayer. Hatte in einer sehr temporeichen, aber fair geführten Partie kaum Probleme und ließ in einigen Momenten den Vorteil geschickt weiterlaufen. Bei Matips Foul gegen Harnik (62.) hätte es durchaus Gelb geben können. Auch Draxler den Elfmeter zu verwehren (87.), war aber zumindest fragwürdig. Ansonsten aber souverän.

Das fiel auf:

  • Der VfB war gleich zu Beginn darauf aus, die Schalker mit hohem Pressing unter Druck zu setzen. Ca. 15 Meter in der Schalker Häfte liefen Ginczek und Co. die Defensive der Königsblauen an, die damit aber zu keinem Zeitpunkt Probleme hatten. Das hing vor allem damit zusammen, dass die Gastgeber im eigenen Ballbesitz die komplette Spielfeldbreite ausnutzten und die engen Räume somit bestmöglich entzerrten. Stuttgart lief viel - meist aber nur hinterher.
  • Farfan und Sane klebten förmlich an den Außenlinien und waren so empfänglich für die Schalker Tempo-Angriffe. Huntelaar und Choupo-Moting gelang es, im Sturmzentrum immer mindestens drei VfB-Verteidiger zu binden, sodass über die Außen viel Platz war. Stuttgart sah gegen die Schalker Schnelligkeit nicht gut aus.
  • Durch das deutliche Übergewicht in der Anfangsphase wurde Schalke nach 20 Minuten im Defensiv-Verhalten nachlässiger. Goretzka und Neustädter schalteten nach hinten zu langsam um und schafften es nicht, die Stuttgarter Konter zu unterbinden. Der VfB nutzte dazu vor allem den technisch starken Ginczek als Wandspieler, der die Kugel entweder hielt, bis seine Hinterleute nachrückten, oder selbst gefährlich in die Spitze startete.
  • Nach dem Ausgleich hatte der VfB auch sein Defensiv-Spiel besser im Griff. Dadurch, dass die Schwaben jetzt tiefer verteidigten, war Schalkes Idee der schnellen Flügel-Angriffe hinfällig. Vor dem eigenen Sechzehner machte der VfB die Räume eng - Schalke gefiel das Handball-ähnliche Spiel rund um den Strafraum nicht, sodass bis zur Halbzeit kaum noch Chancen entstanden.
  • Stuttgart überraschte Anfang der zweiten Hälfte mit riesigem Selbstbewusstsein und rückte mit der gesamten Mannschaft in Schalkes Hälfte auf - so, wie es eigentlich zu Beginn schon geplant war. Mit dem Mehr an Ballbesitz wusste der VfB auch einiges anzufangen. Kostic riss über die linke Seite viele Lücken, Ginczek zeichnete sich als bärenstarker Ballverteiler aus.

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