thumbnail Hallo,
Live

Bundesliga

  • 26. April 2015
  • • 15:30
  • • Benteler-Arena, Paderborn
  • Schiedsrichter: F. Meyer
  • • Zuschauer: 15000
2
ENDE
2

Zlatko Junuzovic (l.) und Werder dürfen weiter von Europa träumen

Glücklicher Punktgewinn für Werder in Paderborn

Zlatko Junuzovic (l.) und Werder dürfen weiter von Europa träumen

Bongarts

Der SCP spielt gegen Werder stark, verpasst am Ende aber den Dreier. Die Bremer nehmen einen glücklichen Punkt mit aus Paderborn. Die Analyse.

Der SC Paderborn verspielte am 30. Spieltag der Bundesliga gegen Werder Bremen eine Zwei-Tore-Führung und muss sich nach einer engagierten Leistung mit einem 2:2 (2:1) zufrieden geben.

Vor 15.000 Zuschauern in der ausverkauften Benteler-Arena machte Mario Vrancic den Anfang und traf in der 25. Minute zur Führung für den SCP, ehe Moritz Stoppelkamp erhöhte (27.). Noch vor der Pause verkürzte Davie Selke (45.), der eingewechselte Izet Hajrovic sorgte für den Ausgleich (75.). Paderborns Michael Heinloth wurde in der 78. Minute mit einer Gelb-Roten Karte vom Platz gestellt.

Der Aufsteiger rangiert nun mit einem Punkt vor Schlusslicht VfB Stuttgart auf dem 17. Rang, während Werder auf Platz neun abrutscht.

Tipico

Der Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Werder-Trainer Viktor Skripnik stellt im Vergleich zum 1:0-Sieg über den Hamburger SV auf zwei Positionen um: Öztunali spielt anstelle von Yildirim auf der Zehnerposition, Lukimya ersetzte den verletzten Vestergaard.

Auch Skripniks Gegenüber Andre Breitenreiter wechselt nach der 0:3-Niederlage bei Borussia Dortmund zweimal, Brückner und Stoppelkamp spielen für Hartherz und Ouali.

4.: Erste gute Aktion der Paderborner. Vrancic wird nur zaghaft angegriffen und hält dann aus 16 Metern mit links drauf. Casteels ist aber auf der Höhe und wehrt den Schuss zur Ecke ab. Diese sorgt dann für keine Gefahr.

23.: Super Aktion von Di Santo! Der Argentinier nimmt einen langen Ball in Bedrängnis wunderbar mit der Brust an, schließt mit rechts aus gut 20 Metern ab. Der Ball rauscht rechts am Kasten vorbei.

26., 1:0, Vrancic: Was für ein Tor von Vrancic! Stoppelkamp bringt einen Eckball von der rechten Seite ins Zentrum. Vrancic steht 10 Meter vor dem Tor völlig frei, nimmt das Leder mit dem rechten Fuß volley und jagt es in die Maschen! Traumtor zur Führung für die Hausherren!

27., 2:0, Stoppelkamp: Was ist denn jetzt los? Koc hat auf der rechten Seite viel Platz und flankt das Leder in die Mitte, wo Stoppelkamp frei zum Kopfball kommt. Er hat keine Mühe, den Ball im Tor zu versenken. 2:0 für Paderborn!

29.: Und fast das dritte Tor hinterher! Koc hat auf der rechten Seite viel Platz und zieht aus spitzem Winkel ab. Sein Schuss geht aber am langen Pfosten vorbei.

42.: Gute Chance für Junuzovic! Di Santo mit einem klasse Pass in den Strafraum, genau in den Lauf vom Österreicher. Dieser zieht aus zehn Metern ab und trifft dabei Kruse genau im Gesicht!

45., 2:1, Selke: Und dann fällt doch noch der Anschlusstreffer! Junuzovic mit einer Freistoß-Flanke von der linken Seite. Am langen Pfosten steigt Prödl am höchsten und köpft den Ball quer zu Selke, der aus kürzester Distanz auf das Tor köpfen kann. Kruse ist noch dran, kann die Kugel aber nicht mehr aus dem Tor fischen. 

47.: Und Paderborn hat gleich eine Chance! Lopez kommt nach einer Ecke aus kurzer Distanz zum Schuss, scheitert aber am gut reagierenden Casteels.

58.: Kroos spielt einen Doppelpass mit Junuzovic und lupft den Ball dann klasse in den Strafraum zu Di Santo. Der Argentinier nimmt das Leder mit der Brust an und zieht artistisch aus der Drehung ab. Kruse hat aber letztlich keine Probleme diesen Schuss zu parieren.

69.: Hünemeier kommt nach einem Freistoß von Stoppelkamp aus zehn Metern völlig frei zum Kopfball! Der Innenverteidiger bringt den Ball aber zu mittig auf das Tor, sodass Casteels das Leder sicher fängt.

75., 2:2, Hajrovic: Was für ein Händchen von Viktor Skripnik! Der eben eingewechselte Hajrovic kommt nach einem Eckball aus 18 Metern mit links zum Schuss. Das Leder kommt für Kruse verdeckt auf das Tor und landet im kurzen Eck.

78., Gelb-Rot für Heinloth: Jetzt wird es richtig bitter für Paderborn. Heinloth kommt gegen Kroos etwas zu spät. Dafür sieht Heinloth vom Unparteiischen die Ampelkarte - eine äußerst harte Entscheidung.

85.: Und dann hat Koc die gute Chance! Der Mittelfeldmann umspielt die gesamte Bremer Hintermannschaft, dreht sich im Strafraum und schiebt den Ball dann aus zwölf Metern rechts am Tor vorbei.

Fazit: Der Sieg für den Aufsteiger wäre verdient gewesen. Paderborn war das wesentlich griffigere Team und sorgte selbst in Unterzahl noch für Gefahr. Das schwache Werder kann sich bei Joker Hajrovic bedanken, noch einen Punkt mitnehmen zu dürfen.

Der Star des Spiels: Moritz Stoppelkamp. Nach über sechsmonatiger Verletzungspause mit einem starken Comeback. Bereitete das 1:0 vor und erzielte das 2:0 selbst.

Der Flop des Spiels: Alejandro Galvez. Ganz schwacher Auftritt des Bremer Abwehrmannes. Ließ seine Gegenspieler immer wieder davonziehen und hatte katastrophale Zweikampfwerte.

Der Schiedsrichter: Florian Meyer bewertete Strafraumsituationen zum Teil sehr kleinlich und entschied häufig auf Stürmerfoul - wie bei Bargfredes nicht gegebenem Treffer in der 21. Minute. Hätte zudem das Einsteigen von Galvez gegen Lakic in Strafraumnähe abpfeifen können (61.). Die Gelb-Rote Karte gegen Heinloth schien zu hart. Meyer lag aber richtig, als er Lukimya bei dessen Kopfballtreffer zurückpfiff (73.).

Das fiel auf:

  • Mit Kachunga ließ sich einer der beiden Angreifer aus der Paderborner Doppel-Spitze weit zurückfallen. So wollte der im 4-4-2 agierende SCP im Mittelfeld mehr Zugriff bekommen. Die Bremer hatten zwar trotzdem mehr Ballbesitz, im Spiel gegen den Ball aber machte sich Kachungas Arbeit nach hinten bezahlt.
  • Auf den Außen hatte Paderborn mit den Flügelspielern Koc und Stoppelkamp emsige Aktivposten, die die Mitspieler immer wieder in Szene setzten.
  • Paderborn war wesentlich griffiger in den Zweikämpfen und hatte hier deutlich bessere Werte als die Bremer. 
  • Die Defensive der im 4-4-2 mit Raute spielenden Grün-Weißen war in Paderborn erschreckend schwach. Die SCP-Angreifer gewannen fast jedes Kopfballduell und tauchten wiederholt völlig frei im SVW-Strafraum auf.
  • Werder bleibt aber bei Standards eine Macht. Schon vor der Partie fielen neun der letzten 13 Tore nach einem ruhenden Ball - Selkes Anschlusstreffer zum 1:2 war das nächste Standardtor.

Dazugehörig