thumbnail Hallo,
Live

Bundesliga

  • 10. Mai 2015
  • • 15:30
  • • Benteler-Arena, Paderborn
  • Schiedsrichter: M. Schmidt
  • • Zuschauer: 14659
1
ENDE
3

Dost bejubelt mit Caligiuri das Tor zum 2:0 für Wolfsburg

Wolfsburg erreicht die Champions League

Dost bejubelt mit Caligiuri das Tor zum 2:0 für Wolfsburg

getty

Ein Doppelpack von Bas Dost lässt die Wölfe jubeln. Die Champions League für die kommende Saison ist so sicher. Paderborn bleibt auf Rang 17. Die Analyse.

Der VfL Wolfsburg darf feiern. Der DFB-Pokalfinalist hat sich am 32. Spieltag der Bundesliga mit einem 3:1 (2:0)-Sieg beim SC Paderborn wieder an Borussia Mönchengladbach vorbei auf Tabellenrang zwei geschoben und spielt in der nächsten Saison in der Königsklasse. 

Vor 14.659 Zuschauern in der Benteler-Arena brachte Timm Klose die Wölfe nach einer Ecke früh in Führung (15.). Bas Dost legte nach einer starken Vorarbeit von Ivan Perisic nach 25 Minuten nach und erhöhte auf 2:0, ehe der Niederländer in der Schlussphase mit seinem 16. Saisontor zum entscheidenden 3:0 traf (82.). Lukas Rupp schoss in der Nachspielzeit den Ehrentreffer für Paderborn (90.+2).

Während Paderborn mit 31 Zählern weiterhin auf dem direkten Abstiegsplatz 17 steht und mit -33 das mit Abstand schlechteste Torverhältnis aller Abstiegskandidaten hat, schieben sich die Wölfe (65) wieder an Gladbach (63) vorbei und behaupten mit dem Dreier Rang zwei. Wolfsburgs Ricardo Rodriguez bestritt bei den Ostwestfalen sein 100. Bundesligaspiel. Zudem stand Kevin De Bruyne im 48. Pflichtspiel der Wölfe zum 48. Mal in der Startelf - so oft wie kein anderer Bundesligaspieler in der laufenden Spielzeit.

Der Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Andre Breitenreiter kann nach dem 2:1 in Freiburg wieder auf Heinloth und Vrancic zurückgreifen, die im Breisgau beide eine Gelbsperre absitzen mussten. Auch Rupp kehrt in die Startformation des SC Paderborn zurück. Ziegler, Koc und Lakic müssen dafür zusehen. Ebenfalls drei Änderungen nimmt Wölfe-Coach Dieter Hecking nach dem enttäuschenden 2:2 gegen Hannover vor. Arnold und Schürrle müssen auf die Bank, Vieirinha hat die Reise nach Paderborn wegen muskulärer Probleme gar nicht erst angetreten. Träsch, Guilavogui und Caligiuri rücken dafür in die Anfangsformation.

11.: Erstes ganz dickes Ding für die Gastgeber! Vucinovic mit einer Volley-Flanke von rechts, in der Mitte setzt sich Stoppelkamp im Kopfballduell gegen Klose durch und legt ab auf Rupp. Der Paderborner kommt om Fünfereck völlig frei zum Schuss - donnert das Leder aber am Lattenkreuz
vorbei! Das muss das 1:0 sein.
16., 0:1, Klose: Das geht zu einfach: Ecke Rodriguez von links, am kurzen Pfosten steigt Klose hoch und darf ungestört ins lange Eck einnicken. Kurz gibt's Irritationen wegen einer angeblichen Abseitsstellung, doch Referee Schmidt gibt den Treffer korrekterweise.
25., 0:2, Dost: Caligiuri bedient Perisic links mit einem Pass in die Tiefe. Der Kroate dreht in spitzem Winkel zum Tor Hünemeier ein und flankt perfekt über Kruse hinweg auf Dost, der am zweiten Pfosten vollkommen blank ist und den Ball aus zwei Metern ins leere Tor drückt. Ganz starke Vorlage!
37.: Stoppelkamp zieht mit viel Tempo von links Parallel zum Sechzehner gen Wölfe-Tor und versucht's aus zentraler Position mit der Innenseite. Der Schuss wird noch leicht abgefälscht und geht knapp am Pfosten vorbei.
45.: Von Hünemeier und Brückner bedrängt taucht De Bruyne vor Kruse auf, setzt den angedachten Heber aus zwölf Metern auf deutlich rechts am Pfosten vorbei. Das wäre wohl die Entscheidung gewesen...

70.: Wieder Ecke Rodriguez von links. Acht Meter vor dem Kasten steigt Naldo um einiges höher als Gegenspieler Lakic und setzt den Kopfball wuchtig hauchzart über den Kasten!
82., 0:3, Dost: We call it a Torriecher! Konter Wolfsburg, Arnold kommt aus zehn Metern links im Sechzehner zum Schuss, den Kruse zur Seite abwehrt. Doch da steht Dost, der die Kugel aus spitzem Winkel in die Maschen haut.
90.+2, 1:3, Rupp: Der Ehrentreffer: Wolfsburg bekommt die Pille nicht weg, von der Strafraumkante wuchtet Rupp die Kugel sehenswert in den Knick. Schönes Tor!

Fazit: Der VfL Wolfsburg reißt sich bei Weitem kein Bein aus, fährt gegen biedere Paderborner aber einen nie gefährdeten Arbeitssieg ein.

Der Star des Spiels: Timm Klose überzeugte mit einer ganz souveränen und abgeklärten Leistung in der Innenverteidigung. War am Boden fast (83 Prozent Zweikämpfe gewonnen) und in der Luft (100 Prozent) überhaupt nicht zu bezwingen und bei sieben abgefangenen Bällen immer aufmerksam. Zudem mit dem wichtigen 1:0 per Kopf. Klasse Auftritt!

Der Flop des Spiels: Uwe Hünemeier leistete sich den unnötigen Ballverlust vor der Chance, die zur Ecke vor dem 0:1 führte und ließ sich auch beim 0:2 recht einfach von Perisic austanzen. Unter dem Strich nicht präsent genug, so gewann der Innenverteidiger nicht einmal die Hälfte seiner Zweikämpfe.

Der Schiedsrichter: Markus Schmidt stand beim ersten Treffer der Wolfsburger im Mittelpunkt, als er das von seinem Assistenten angezeigte Abseits zurecht zurücknahm. Ansonsten immer auf der Höhe, auch die Verwanung gegen Caliguiri wegen Schwalbe (46.) war korrekt. Starker Auftritt des Unparteiischen.

Das fiel auf:

  • Die Wölfe verpennten die Anfangsminuten, hatten im Spiel nach vorne gegen kompakt und diszipliniert verschiebende Paderborner Probleme und liefen sogar in den ein oder anderen gefährlichen Konter.
  • Bitter für den SCP: Ausgerechnet ein Standard brachte mitten in die gute Anfangsphase der Paderborner dann die Führung für die Gäste, die sich mit einer guten Zweikampfquote und sicherem Passspiel in die Partie bissen und fortan das Kommando übernahmen. Das 2:0 in Minute 25 war ein Wirkungstreffer, von dem sich die Gastgeber bis zum Pausenpfiff nicht mehr erholten.
  • Angetrieben vom eingewechselten Koc, der das Offensivspiel der Ostwestfalen merklich beflügelte, kam der SCP druckvoll aus der Kabine und fuhr den ein oder anderen gefälligen Angriff - blieb im Angriffsdrittel aber viel zu unpräzise, um wirklich Gefahr zu erzeugen. Das änderte sich auch
  • nach der Einwechslung Lakic' nach einer Stunde nicht, für den Breitenreiter den defensiven Bakalorz vom Feld nahm. Auch die Standards blieben zu ungefährlich.
  • Die Wölfe auf der anderen Seite hatten kein großes Bedürfnis mehr, aktiv am Spiel teilzunehmen und machten den Paderbornern mit einer dichten und disziplinierten Staffelung das Leben schwer.

Dazugehörig