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Bundesliga

  • 23. Mai 2015
  • • 15:30
  • • Benteler-Arena, Paderborn
  • Schiedsrichter: D. Aytekin
  • • Zuschauer: 15000
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ENDE
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Daniel Ginczek (r.) traf zum Sieg

Stuttgart rettet sich gegen Paderborn

Daniel Ginczek (r.) traf zum Sieg

Getty

Ein früher Rückstand bringt die Schwaben nicht aus dem Konzept. Trotz Chancen-Wucher gelingt der rettende Dreier. Paderborn muss runter. Die Analyse.

Am 34. Spieltag der Bundesliga verliert der SC Paderborn mit 1:2 (1:1) gegen den VfB Stuttgart und muss den Gang in die Zweitklassigkeit antreten. Die Mannschaft von Huub Stevens rettet sich mit der letzten Gelegenheit.

Am letzten Spieltag rettet sich der VfB irgendwie an das sichere Ufer. Gegen Paderborn ist es mehr Kampf als Fußball, der SCP muss aber letztlich runter.

Reaktionen: "Es ist ein Scheiß-Gefühl"

Vor 15.000 Zuschauern in der Benteler-Arena erzielte Marc Vucinovic (4.) die frühe Führung für den SC Paderborn. Daniel Didavi (36.) gelang jedoch der Ausgleich für den VfB Stuttgart, Daniel Ginczek vergab mit dem Pausenpfiff die Chance zur Führung.

In der zweiten Halbzeit vergaben beide Teams beste Chancen zur erneuten Führung. Erst Ginczek (72.) fand einen Weg, den Ball im Netz unterzubringen.

Weil der Hamburger SV gleichzeitig gegen den FC Schalke 04 gewann, Hannover gegen Freiburg siegte und die Hertha bei Hoffenheim verlor, tritt der SC Paderborn nach einem Jahr im Oberhaus den Gang zurück in die 2. Liga an. Der VfB Stuttgart rettet sich mit der letzten Gelegenheit auf Rang 14.

Der Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Huub Stevens setzt auf Konstanz, er verändert sein Team auf keiner einzigen Position im Vergleich zum 2:1-Sieg über den Hamburger SV.

Anders dagegen Konkurrent Andre Breitenreiter, der im Vergleich 0:1-Pleite gegen Schalke Hartherz, Vucinovic und Kachunga ins Rennen schickt. Dafür bleiben Brückner (Gelbsperre) sowie Koc und Rupp (beide Bank) draußen.

4., 1:0, Vucinovic: Die erste nennenswerte Szene und gleich das Tor. Hünemeier treibt den Ball bis an den gegnerischen Strafraum und legt über zwei Stationen nach rechts quer. Vucinovic hat viel zu viel Zeit und überwindet Ulreich flach von der Strafraumgrenze.

13.: Kostic flankt ohne den Kopf nach oben zu nehmen nach rechts auf den mitgelaufenen Harnik. Der springt höher als Hünemeier, allerdings geht sein Versuch über die Latte.

25.: Didavi kommt nach einer Gentner-Ecke zum Kopfball, Kruse pariert in höchster Not. Schiedsrichter Deniz Aytekin hatte aber bereits wegen Stürmerfoul abgepfiffen.

36., 1:1, Didavi: Eine flache Flanke von der linken Seite grätscht Hünemeier in die Mitte zu Didavi. Der macht einen Schritt und versenkt dann aus kurzer Distanz zum Ausgleich.

38.: Wieder ist es Kostic, der sich links durchsetzt und den flachen Ball bringt. Harnik schmeißt sich am langen Pfosten in den Ball, der Winkel ist aber bereits zu spitz.

45.: Ginczek macht rechts zwei Haken, steht plötzlich komplett alleine fünf Meter vor Kruse und versagt dann kläglich. Diesen Alleingang muss er zwingend mit einem Treffer belohnen.

55.: Nach kurzer Drangphase von Paderborn verbucht der VfB eine Halbchance. Harnik legt zurück auf Ginczek, der Schuss wird aber abgefälscht.

58.: Stuttgart hat vier Mann am Strafraum und bringt den Ball von rechts in die Mitte. Ginczek und Didavi gehen beide zum Ball, das Ergebnis ist ein Kullerball am rechten Pfosten vorbei.

60.: Vucinovic flankt aus dem rechten Halbfeld mit viel Zug zum Tor. Der Ball segelt aber halbhoch an Freund und Feind vorbei, Stoppelkamp verpasst am langen Pfosten ebenfalls. Wahnsinn, was beide Mannschaften für Chancen liegen lassen.

65.: Das hatten wir schon in Hälfte eins. Flache Flanke von Kostic, Harnik am langen Pfosten. Wieder geht der Ball auf das leere Tor nicht rein.

70.: Kostic ist zum wiederholten Male nicht zu stoppen. Von rechts zieht er bis nach links parallel zum Strafraum, sein Schuss wird aber abgefälscht. Die folgende Ecke bringt nichts ein.

72., 1:2, Ginczek: Das lag mehr als nur in der Luft. Der eingewechselte Maxim erobert zentral vor dem Tor den Ball, schickt Ginczek, der es etwas spannend macht, dann aber im Grätschen trifft, nachdem er Kruse ausgespielt hat.

88.: Paderborn drückt, nach einem Freistoß aus dem Halbfeld rettet Ulreich gegen Kachunga, der am linken Pfosten gelauert hatte.

Fazit: Verdienter Sieg des VfB, der sich für den Klassenerhalt besonders bei seiner Offensivabteilung bedanken darf. Paderborn agierte größtenteils ideenlos.

Galerie: Der 34. Spieltag in Bildern

Der Star des Spiels: Filip Kostic lieferte eine Energieleistung ab, die den VfB letztlich in der Liga hält. Der Serbe rannte die Linie rauf und runter, leitete zahlreiche Konter ein und schlug unzählige Flanken. Mit seiner Schnelligkeit nur selten zu halten und entscheidend am Ausgleich beteiligt. Hätte gut und gerne drei Assists verbuchen können. Auch stark: Ginczek und Die.

Der Flop des Spiels: Michael Heinloth wurde das Opfer vom gut aufgelegten Kostic. Er fand nie in die Partie, geschweige denn in die Zweikämpfe, sein Gegenspieler war schlicht zu schnell. Im Aufbauspiel wurde er konsequent ausgelassen und konnte so auch kein Selbstbewusstsein sammeln. Zur Halbzeit war Schluss.

Der Schiedsrichter: Deniz Aytekin hatte mit der erstaunlich fair geführten Partie keine Probleme. Angenehm ruhig und unaufgeregt leitete er das Spiel und lag auch bei den kniffligen Situationen wie bei der knappen Abseitsentscheidung nach 39 Minuten richtig.

Das fiel auf:

  • Der VfB formierte sich gegen den Ball in einem 4-1-4-1 mit Die zentral vor der Abwehr. Die Knie der Schwaben zitterten aber merkbar von Anfang an, viele ungenaue Zuspiele und kleine Fouls waren die Folge.
  • Paderborn dagegen hatte mit der frühen Führung sofort Rückenwind. Die Gastgeber wirkten selbstbewusst, aggressiv und gaben keinen Ball verloren. Zu großem Mut im Spielaufbau reichte das aber nicht, bevorzugtes Mittel blieben lange Bälle aus der Innenverteidigung auf die linke Seite.
  • Der Treffer von Vucinovic spielte Paderborn in die Karten. In einem engen 4-4-2 formierten sie sich tief in der eigenen Hälfte ohne viel Energie in das Anlaufen zu stecken. Dies brachte eine optische Überlegenheit für hoch stehende Schwaben, die aber nicht in klare Chancen resultierte.
  • Beide Teams offenbarten große Probleme im Umschalten. Defensiv kämpfte der SCP mit horizontalen Kompaktheitsproblemen, der VfB mit vertikalen. Offensiv kam die Verlagerung mehrmals zu spät oder es fehlte der Mut zum Eins gegen Eins.
  • Mit dem Ausgleich war Stuttgart wieder selbstbewusster. Die linke Seite war von den Gastgebern kaum zu stoppen, Ginczek sorgte seinerseits für ständige Unruhe im Zentrum.
  • Paderborn versuchte konsequent über die rechte Seite zu Chancen zu kommen. Die vielen Flanken machte auch Klein möglich, letztlich wurde daraus aber nicht Profit geschlagen.

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