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UEFA Champions League

  • 13. Februar 2013
  • • 20:45
  • • Estadio Santiago Bernabéu, Madrid
  • Schiedsrichter: F. Brych
  • • Zuschauer: 79429
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ENDE
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Real Madrid verpasst beim 1:1 beste Chancen gegen Manchester United

Real Madrid verpasst beim 1:1 beste Chancen gegen Manchester United

Getty Images

Real Madrid musste auf der Jagd nach dem zehnten Triumph in der Königsklasse gegen Manchester United antreten. Und sie domierten, spielten toll, doch ließen viele Chancen liegen.

Madrid. Es galt im Vorfeld als das wohl härteste Duell im Achtelfinale der Champions League - Real Madrid und Manchester United kämpfen um das Weiterkommen. Im Hinspiel im Santiago Bernabeu wollten sich beide Mannschaften die perfekte Ausgangslage für das Rückspiel und somit das Erreichen der Viertelfinales verschaffen. In einer mitreißenden Partie hatte Real die Chance den Einzug ins Viertelfinale vorzeitig klar zu machen, doch beste Chancen wurden beim 1:1 ausgelassen.

Real mit stürmischem Beginn, einem Aluminium-Paukenschlag und dem überraschenden Rückstand

Sofort zu Beginn wurde klar, dass Real sich vor heimischer Kulisse eine gute Ausgangsposition verschaffen wollen würde. Schon nach zwei Minuten verzogen Khedira das Tor, doch in der sechsten Minute hätte es beinahe im Kasten von de Gea geklingelt. Flanke Cristiano Ronaldo, die wurde abgewehrt und aus dem Hintergrund kam Fabio Coentrao angestürmt. Flach zog er den Ball auf den Kasten und David de Gea kam soeben noch mit den Fingerspitzen an den Ball, um ihn an den Pfosten zu lenken. Das wäre ein Auftakt nach Maß gewesen. Auch danach zeigte sich Real sehr aktiv und Ronaldo, Ramos wie auch Benzema scheiterten in den ersten 15 Minuten bei Schussversuchen.

Manchester United versuchte mit Kagawa und auch Rooney dagegenzuhalten, aber sie wurden jeweils von der starken Abwehrreihe der Madrilenen abgeblockt. Als man im Grunde darauf wartete, wann Real treffen würde, schlugen sie zu, die Roten Teufel. Nach einer Standardsituation, Ecke von Wayne Rooney, wusste Sergio Ramos sich nicht gegen Welbeck zu behaupten und der köpfte in der 20. Minute unbeeindruckt das Führungstor für Manchester. Diego Lopez war bei diesem wuchtigen Kopfstoß aus knapp fünf Metern machtlos.

Real wenig beeindruckt vom Tor der Engländer

Wütend waren sie, die Attacken der Madrilenen. Aber sie wollten nicht so recht vor den Kasten von de Gea kommen. In der 28. Minute war es dann Ronaldo, der bei einem Freistoß Verantwortung übernahm. Aus gut 25 Metern zog er ab, schoss Robin van Persie aus der Mauer, um dann den Nachschuss mit dem linken Fuß nur Millimeter neben den Kasten zu setzen. Und nur zwei Minuten später war es dann eben dieser Ausnahmefußballer aus Portugal, der den Ausgleich markierte: Angel di Maria flankte von der rechten Seite mustergültig wie aus dem Lehrbuch, der Ball flog rund 30 Meter und landete zielgenau bei Cristiano Ronaldo. Der schraubte sich perfekt hoch und ließ de Gea im Tor von Manchester nicht den Hauch einer Abwehrchance – Ausgleich zum 1:1! In der 34. Minute hatte Welbeck die erneute Führung auf dem Fuß. Flanke van Persie von der rechten Seite, Welbeck sprintete in den Fünfer, lenkte den Ball an Lopez, aber auch denkbar knapp am Kasten vorbei. Das war knapp! Es war ein wirklich mitreißendes Spiel. 

Gerade bei den Standards waren die Red Devils stets brandgefährlich. In Minute 38 versuchte sich Özil aus spitzem Winkel, aber de Gea war auf dem Posten und lenkte zur Ecke. Nur eine Minute wieder große Aufregung: Özil flach nach innen auf Ronaldo, die Manchester-Hintermannschaft indisponiert, doch Ronaldo verpasste knapp. Madrid war danach auch weiter fortwährend im Vorwärtsgang. Sie brannte ein wahres Chancenfeuerwerk ab und erspielten sich bis zur Halbzeit rund sechs gute Tormöglichkeiten. Manchester war wahrlich im Glück, nach rund 40 Minuten nicht mit ein oder zwei Toren ins Hintertreffen geraten zu sein, denn sie ließen den Königlichen einfach viel zu viel Platz. Es fehlte an jeder Kompaktheit bei United. So ging es nach zwei Minuten Nachspielzeit mit dem 1:1 in die Kabinen.

Unverändert in die zweiten 45 Minuten

Aber nicht nur personell änderte sich nichts, auch spielerisch ging es da weiter, wo man aufgehört hatte: Real am Drücker. In der 49. Minute nahm erneut Ronaldo Maß und de Gea war auf dem Posten, tauchte ab und hielt den gefährlichen Ball sicher. Da hatte Ronaldo einfach zu viel Platz sich zu entfalten. Und die Chancen fielen quasi im Minutentakt weiter. Zweimal hintereinander war es di Maria, der sich mit Schüssen versuchte, aber entweder einen gut postierten de Gea vorfand oder knapp verzog. Es erschien zu diesem Zeitpunkt nur eine Frage der Zeit zu sein – besonders da di Maria seinen dritten Schussversuch in der 56. Minute nachlegte – wann das Tor für Real fallen würde. Zumal Manchester United zu diesem Zeitpunkt so gut wie gar nicht stattfand. In der 61. Minute wieder große Aufregung: Khedira mit der Flanke von rechts und am langen Pfosten wartete Coentrao. Mit dem Fuß voran ging er in den Ball, traf ihn und de Gea wehrte in der Manier eines Handballtorwarts mit dem hohen Fuß und der Fußunterseite ab – kuriose Situation.

Real weiter im Vorwärtsgang

Khedira und Özil gehörten bis hier hin, wie auch di Maria und Ronaldo, zu den auffälligsten Spielern in einem Real-Kader, der bis an seine Grenzen ging und dem Gegner im Grunde in allen Belangen überlegen war – auch wenn dies sich nicht in Toren ausdrückte. Auf der Gegenseite war es bis hier hin Welbeck, der absolut zu gefallen wusste und deutlich aus seinem Team herausragte. Um die 67. Minute musste aber auch Real dem hohen Tempo und dem Spiel am Limit etwas Tribut zollen und nahm etwas Pace aus dem Match – ohne dadurch ungefährlich zu werden.

Doch in der 70. Minute wurde es wieder schnell: Khedira auf Higuain, der auf Ronaldo und mit Mühe wusste Manchester einen Rückstand zu verhindern, denn es wurde vielbeinig zur Ecke geklärt. Real spielte mit dem Tempo, nahm Dampf raus, um dann plötzlich wieder blitzschnell zuzuschlagen. Doch auch Robin van Persie zeigte, dass Manchester noch lebte – und das direkt doppelt: Zuerst hämmerte er den Ball in der 72. Minute auf den Kasten – Vorarbeit Rooney – aber Lopez parierte. In der Fortführung der Aktion war es wieder van Persie, der aus dem Nichts am Ball vorbeistreichelte, der dann in Richtung Tor trudelte und von Xabi kurz vor der Linie weggeschlagen wurde – das musste die Führung sein.

Im direkten Gegenzug zog Khedira dann aus der Distanz ab, immer noch in der 72. Minute, doch der Ball zischte knapp über die Latte. Da hätte es sich doch beinahe böse gerächt, dass die Königlichen vorne Chancen in Serie ungenutzt liegen ließen. In der letzten Viertelstunde entwickelte sich Khedira mehr und mehr zum „Einpeitscher“ bei Real. Mit Macht trieb er sein Team nach vorne. In der 79. Minute fummelte Özil durch den Strafraum, der Ball ging auf kuriosen Wegen zu Khedira und der zog aus 16 Metern trocken ab – Glanztat von de Gea, der das Geschoss festhalten konnte.

Nach den Warnschüssen, auch Giggs zeigte sich sehr gefährlich im Real-Strafraum, stieg Real auf eine „kontrollierte Offensive“ um. Das Tor zum 2:1 wurde gesucht, aber eben nicht mehr um jeden Preis und mit minimiertem Risiko nach hinten. In der 92. Minute konnte ManUnited erneut vielbeinig gegen Ronaldo verteidigen und so den Lucky Punch verhindern. In der 93. Minute prüfte van Persie nochmals Lopez - ohne Glück.

So blieb es nach 90 Minuten - drei Minuten wurden in der zweiten Hälfte nachgespielt - letztlich bei einem 1:1, welches für Manchester United wahrlich mehr als schmeichelhaft war. Das deutsche Schiedsrichtergespann zeigte übrigens über die gesamte Spieldauer eine vorbildliche und fehlerfreie Leistung und empfahl sich für weitere Aufgaben.

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