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Freundschaftsspiel

  • 2. Juni 2012
  • • 20:45
  • • Estádio do Sport Lisboa e Benfica (da Luz), Lisboa
  • Schiedsrichter: S. Studer
  • • Zuschauer: 62000
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ENDE
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Portugal vermasselt die Generalprobe mit einer 1:3-Niederlage gegen die Türkei

Portugal vermasselt die Generalprobe mit einer 1:3-Niederlage gegen die Türkei

Es war der letzte Test der Portugiesen. Die Voraussetzungen waren klar: Die Elf von Cristiano Ronaldo wollte unterstreichen, dass sie bei der EM in der Todesgruppe bestehen können.

Lissabon. Die Vorzeichen vor dem Duell zwischen Portugal und der Türkei waren klar: Alles stand auf Sturm, denn nach zwei Testspiel-Unentschieden musste dringend ein Sieg für Portugal her. Da sollte, so der Plan, die Türkei in der Aufbau- und Findungsphase gerade recht kommen. Doch gegen den Plan hatten Abdullah Avci und seine Elf dann doch einige Einwände. Zum Abschießen sollten sich die Portugiesen doch bitte ein anderes Team suchen - und so spielten die Türken dann auch. Ohne Druck, frech und über weite Strecken sehr, sehr schön - sowie historisch, denn nach 47 Jahren gelang endlich wieder ein Torerfolg gegen Portugal!

Druckvolles Spiel von Ronaldo und Co

Die Portugiesen legten umgehend los wie die Feuerwehr und man merkte, sie wollten beweisen, dass sie zum Favoritenkreis bei der EM gehören. Knapp 30 Sekunden nach dem Anpfiff von Schiedsrichter Studer aus der Schweiz konnte sich Ronaldo auf rechts behaupten, flankte an den Fünfmeterraum, doch Hugo Almeida kam nicht richtig hinter den Ball und köpfte übers Tor. In der 7. Minute kam das, vor dem Trainer Löw sein Team warnte – Standards. Ronaldo zog aus rund 28 Metern ab und der Hexer aus Kadiköy, Volkan, musste sich strecken, das Geschoss abzuwehren. In der 9. Minute war es wieder Almeida, der nach Vorarbeit von Madrids Coentrao kein Zielwasser intus hatte – sein Kopfball geht drüber und außerdem stand er knapp im Abseits. In der 13. Minuten ein erstes Lebenszeichen der Milli Takim durch Burak. Klassepass in die Gasse, doch Burak konnte dem Ball keinen Druck geben – sichere Beute von Keeper Rui Patricio.

Gefahr durch die Portugiesen häufig über die linke Seite

Die Achse Coentrao und Ronaldo sorgte über die linke Angriffsseite immer wieder für Gefahr. In der 15. Minute landete ein Abpraller beim Superstar aus Madrid und er schlug vor der Flanke den berühmten einen Haken zu viel – ins Toraus. In der 30. Minute dann fast die Führung für Portugal: Eine Ecke wurde von Moutinho auf den ersten Pfosten getreten, wo Pepe verlängerte und in der Mitte Almeida mit dem Kopf zur Stelle war. Sein Kracher donnerte aber an die Latte. Keine drei Minuten dann fast die türkische Führung, als Hamit aus 35 Metern ebenfalls am Aluminium scheiterte.

Das erste türkische Tor gegen Portugal nach 47 Jahren

Es deutete sich an. Portugal war einfach zu inaktiv, zu verspielt und auf Schönspielerei versessen. Das nutzte das türkische Team in der 35. Minute eiskalt aus – und zeigte sich brutal effizient. Sararaer setzte sich bravourös gegen Pepe und Miguel Lopes durch. Hart vor der Grundlinie passte er quer in den Strafraum und Umut Bulut war den berühmten einen Schritt schneller als Madrids Coentrao und netzte ganz kompromisslos zum 1:0 für die Türkei ein. In Minute 37 versuchte sich dann wieder Ronaldo, doch seine Einzelaktion war kein Problem für Volkan. In der 40. Minute fast das 0:2 durch Burak, doch sein schöner Schuss war vorher bereits abgepfiffen. In der ersten Minute der Nachspielzeit stockte den türkischen Fans dann der Atem. Ronaldo am Strafraum frei, gute Schuss, aber erneut hexte Demirel das Leder um Millimeter am rechten Pfosten vorbei – das musste der Ausgleich sein! Mit der Aktion ging eine sehr lebhafte und aus türkischer Sicht tolle erste Hälfte zuende.

Portugal sofort wieder aktiv

Mit dem Wiederanpfiff versuchte Portugal sofort wieder das Heft in die Hand zu nehmen und die Partie zu dominieren. Doch durch das druckvolle Spiel ergaben sich natürlich auch Konterchancen – wie in der 47. Minute, als Sercan Sararer auf Burak passte, doch dessen Flanke keinen Abnehmer fand. Eine Minute später versuchte es Almeida, doch sein Schuss nach Pass von Meireles wurde von der türkischen Hintermannschaft sehr gut geblockt. Zwei Minuten später wurde wieder Almeida angespielt und zum wiederholten Male fand er sich im Abseits. In der 50. Minute stand dann wieder Almeida – nachdem er sich zuvor Gelb wegen eines Fouls an Emre gefangen hatte – im Mittelpunkt. Nani mit einem feinen Pass in die Mitte, doch Almeida kam einen Schritt zu spät.

Die Tore fielen schnell nacheinander

47 Jahre mussten die türkischen Fans warten und dann klingelte es sofort doppelt. Nach einem groben Schnitzer von Bruno Alves kam wieder Umut Bulut auf halbrechter Position in Ballbesitz. Eine schnelle Körperdrehung und einen knochentrockenen Schuss später zappelte das Ei im Netz und die Türkei erzielte das 0:2 – ein Traumtor. In der 57. Minute hatten die Portugiesen endlich Grund zum Jubel. Nani erhielt die Kugel in halbrechter Position, ging noch einige Schritte und legte sich die Pille zurecht – ein schöner Schuss ins lange Eck und das 1:2 war fällig.

Ronaldo und der Elfmeter

In der 64. Minute sollte Cristiano Ronaldo, der bisher zwar gut spielte, aber keine Torgefahr zeigte, seine Chance qua Schiedsrichterentscheid erhalten – Elfmeter. Emre ging gegen Miguel Lopes einfach zu ungestüm zur Sache und da musste der Pfiff kommen. Ronaldo lief an und Volkan tauchte in die linke Torwartecke und lenkte den halbherzig geschossenen Elfer ab – Volkan der Elfer-Killer! Er knüpfte damit nahtlos an seine Weltklasseleistungen aus den Süper Finals an! In der 72. Minute ging dann das erwartet Wechselspiel los. Portugal drückte und drückte, doch die Türkei stand gut hinten drin und verteidigte den Vorsprung vielbeinig. Dabei taten sie sich aber auch nicht zu schwer, denn die portugiesischen Aktionen waren in der Folge sehr überhastet, unkonzentriert und oft ungenau.

Dem Ball ging die Luft aus

 Mitten in der Drangperiode der Portugiesenkurz vor dem Ende ließ die Türkei dann das vernichtende 1:3 folgen. Eduardo wehrte eine Flanke ab, schoss Pepe an und von dessen Fuß gelangte das Leder zu Ricardo Costa, der wild rumstocherte und wieder Pepe traf. Von Pepe trudelte der Ball ins Tor - die Entscheidung für die Türkei in der 88. Minute. Damit war die Luft raus und die Türkei gewann verdient mit 1:3 gegen völlig indisponierte Portugiesen, die so eher keine Gefahr bei der Euro 2012 sein werden.

Eure Meinung: Hat Portugal mit so einer Vorstellung den Hauch einer Chance darauf, die Vorrunde zu überstehen?

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