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UEFA Champions League

  • 18. September 2012
  • • 20:45
  • • Stadio Georgios Karaiskáki, Pireás (Piraeus)
  • Schiedsrichter: David Fernandez Borbalan
  • • Zuschauer: 30922
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ENDE
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Schalkes starke Abwehr zu gut für Piräus

Schalkes starke Abwehr zu gut für Piräus

Bongarts

Würde Schalke die erste, vermeintlich leichte Hürde in Piräus nehmen können und bei den Underdogs aus Griechenland die Eurofighter wiederbeleben? Das war die Kernfrage.

Piräus. Und heute war es dann endlich wieder soweit. Der erste Champions-League-Auftritt vom FC Schalke 04 bei Olympiakos Piräus. Für Schalke ging es darum, sofort die Eurofighter reloaded zu geben, sich eine Position zu schaffen und gut auszusehen. Die Null sollte stehen. Das tat sie nicht, aber ein 2:1-Auswärtssieg zählt auch drei Punkte. Pflichtaufgabe bei unbequemen Griechen erledigt, die Eurofighter sind wieder da.

Piräus mit starkem Start

Auch wenn Schalke gefährlich anfing, wurde bereits nach wenigen Minuten klar, dass sich Piräus nicht so einfach die Butter vom Fladenbrot würde nehmen lassen. In der 5. Minute zeigte Piräus seine Klasse: Nach einem Diagonalpass von Torosidis auf Paulo Machado stand der plötzlich frei vor Unnerstall, doch Papadopoulos konnte per Flugkopfball vor der Linie retten. Und in der 6. Spielminute war es wieder Sekunden Paulo Machado, der von halblinks aus 16 Metern abzog und das Außennetz traf. So einfach sollte es also nicht für Schalke werden. Auch wenn Schalke nach den Warnschüssen wacher wirkte, so kam noch kein rechter Spielfluss auf. Nach 14 Minuten waren es wieder die Griechen, die sich gefährlich zeigten. Torosidis mit der in die Mitte, doch da verpasste Djebbour am Fünfmeterraum nur denkbar knapp. Mit einem echten Knipser in Reihen von Piräus, hätte es da schon böse ausgesehen für die Blau-Weißen aus dem Pott. Und das gegen die Underdogs aus Griechenland. In Minute 17 dann etwas wie eine erste Annäherung ans Tor von Piräus durch Schalke, doch Huntelaars Kopfball verfehlt das Tor weit. Nach rund 20 Minuten war klar, hier dominierten die Abwehrrecken.

Piräus frech und frisch - Schalke abgeklärt mit dem Tor

In Minute 23 wollte wieder Piräus ein Zeichen setzen. Papadopoulos beförderte nach Djebbour-Solo den Ball zur Ecke und die verzog Djebbours dann per Kopf – knapp am Tor vorbei. Schalkes Highlight so far: Die Gelbe von Höwedes in der 30. Minute. Das sagt bis hier alles über das Angriffsspiel der Knappen. Hinten hui, vorne viel pfui. Vier Minuten später ließ es dann Neustädter aus der Distanz mal gefährlich blitzen, aber das Spielgerät rauschte mittig gut einen Meter über das Gehäuse von Piräus. Aber hey, es war ein Lebenszeichen. Als wenn das wieder der Weckruf gewesen wäre, wurde Schalke dann wacher. Ecke Farfan, doch Matip kam nicht an den Ball. Und in der 38. Minute trug Schalke dann Trauer: Barnetta mit der Ecke, Piräus stocherte wüst, der Ball wurde zur Kerze und Keeper Megyeri irrte im Fünfer umher. Papadopoulos kam an den Ball, nickte das Spielgerät ein und der Ref entschied auf Tor – wurde aber vom Torrichter überstimmt, der was auch immer gesehen haben wollte. Abseits wars nicht, Foul auch nicht. Vielleicht gefiel ihm Papas Frisur nicht. Doch drei Minuten später war es dann endlich soweit. In Minute 41 war es wieder eine Ecke, also ein Standard, der für Gefahr sorgte – und nicht nur das. Farfan wieder mit der Ecke, Höwedes war pünktlich zur Stelle und köpfte das Ei ins kurze Eck. Lange hatte es gedauert und viel blau-weißes Gegurke lag dazwischen. Pünktlich hatte der Unparteiische ein Einsehen und pfiff zur Halbzeit. Mit einem knappen Vorsprung konnte S04 zum Pausentee.

Ohne neues Personal in die zweiten 45 Minuten

In der 47. Minute wollte es Piräus wieder wissen. Doch die hohe Flanke, die Djebbour finden sollte, verpuffte, denn er sah gegen Papadopoulos kein Land. Hinten stand Schalke - bei allen Ärgernissen vorne - sehr, sehr gut. Da die Griechen verhalten operierten, denn das erwartete Feuerwerk blieb erst einmal aus, übernahm Schalke das Zepter. In der 51. Minute sogar mit einer Großchance: Megyeri konnte einen Distanzkracher von Fuchs nur abklatschen und Barnetta schaffte das Kunststück, den handverlesenen Ball aus fünf Metern in die griechischen Abendhimmel zu donnern. Hellas, was für eine Chance, die er da hatte liegen lassen. Und nur sechs Minuten hätte es sich beinahe gerächt. Matip spielte einen Ball vor den Schlappen von Abdoun und durfte den Schuss dann von der Linie kratzen. Holebas Nachschuss musste Fuchs auf der Linie klären. Doch in der 58. Minute wurde es bestraft. Abdoun, der eben zuvor noch scheiterte, nahm eine Vorlage auf, es wurde gefallen und gestolpert, doch am Ende war die Kugel im Netz – 1:1. Doch Schalke schüttelte sich einmal und dann stand es plötzlich 1:2 – denn der Hunter schlug in der 59. Minute zu. Holtby brachte Huntelaar in Position und drin was das Dingen. Ab dem Moment überschlugen sich die Ereignisse, denn nur 60 Sekunden später gab es einen Elfer – berechtigt – für den S04. Manolas hatte Barnetta im Strafraum zu Fall gebracht. Der Hunter legte sich die Kugel zurecht und ballerte das Spielgerät an den Pfosten. Was soll man sagen? Die ausgelassene Chance von Barnetta zog den Ausgleich nach sich. Und Piräus, mit dem Wind der ausgelassenen Vorentscheidung der Schalker im Rücken, segelte wieder zum Angriff. Glück, dass ein Ball von Ibagazas in der 67. Minute knapp den Kasten von Unnerstall verfehlte.

Schluss-Spurt oder Ballhalten?

Irgendwie mussten sich beide Teams danach nochmals sammeln und neu orientieren. Die Kernfrage lautete: Hält Schalke den Ball geschickt oder startet Piräus die Schluss-Offensive, denn unbezwingbar war Schalke nicht, wie die Griechen spürten. Jedenfalls sollten Mitroglou und Greco für neuen Schwung sorgen. Doch Schalke hielt den Ball sehr geschickt in den eigenen Reihen und wenn man selbst den Ball hat, kann der Gegner keine Tore treten. Alte Fußball-Weisheit. Auch wenn das ganze Stadion auf die Hausherren und einen Sturmlauf wartete, so hatte sich Schalkes Hintermannschaft wieder gut organisiert und stand nach temporären Unsicherheiten sattelfest. Und Schalke hatte, das konnte man bereits nach 82 Minuten sagen, seine Hausaufgaben gemacht. Denn der letzte deutsche Sieg bei den Griechen lag fast drei Jahrzehnte zurück und wurde von den Hamburgern eingefahren. Dortmund, Bremen, Leverkusen und auch die Berliner Hertha scheiterten bösartig in Piräus. Schalke stand weiter clever, brachte Afellay für Barnetta, um so den Defensivbereich zu stützen und fuhr gut damit. Der knappe Vorsprung wurde recht sicher verwaltet und so nahm Schalke die drei wichtigen ersten Punkte aus Piräus mit ins Ruhrgebiet. Pflichtaufgabe, die unangenehme, erledigt. Über das Wie redet in zwei Tagen niemand mehr.

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