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WM-Qualifikation Europa

  • 7. September 2012
  • • 20:30
  • • Amsterdam ArenA, Amsterdam
  • Schiedsrichter: Carlos Velasco Carballo
  • • Zuschauer: 49500
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Niederlande gegen die Türkei: Robin van Persie und Narsingh machen den Unterschied aus

Niederlande gegen die Türkei: Robin van Persie und Narsingh machen den Unterschied aus

PROSHOTS

Die Türken zeigten eine tolle Leistung, hatten die größeren Chancen, doch Holland den einen van Persie und einen Narsingh, was wieder einmal den berühmten Unterschied machte.

Amsterdam. Zur Auftaktpartie der WM-Qulifikationsgruppe D zur WM 2014 in Brasilien empfing der amtierende Vize-Weltmeister Niederlande die Türkei. Die Holländer wollten nicht nur ihren Prestigeverlust durch die EM vergessen machen, sondern ihrer Favoritenrolle gerecht werden und gegen einen der stärksten Gruppengegner direkt vor heimischer Kulisse die ersten drei Punkte einfahren. Dir Gäste hingegen reisten mit dem Vorhaben einen oder mehrere Punkte zu entführen zum vermeidlichen schwersten Auswärtsspiel der Gruppe an.

Frischer Beginn der türkischen Elf

Bereits nach 30 Sekunden holte die Türkei die erste Ecke raus und der Kopfball von Ömer strich nur Millimeter am Kasten der Holländer vorbei. Das wäre es gewesen. Holland im Gegenzug durch Robben auf links, doch der wurde zur Ecke geklärt – ohne Gefahr. Und das alles in den ersten 90 Sekunden. Angriff auf Angriff rollte auf das niederländische Tor von Krul und Holland konnte sich nur schwer befreien. Holland tat sich in den ersten zehn Minuten schwer, gegen die Türkei ihr Spiel aufzuziehen. Erst ab der 12. Spielminute orientierte sich Oranje etwas mehr nach vorne und erarbeitete sich Spielanteile. Die Türken zogen in Minute 13 über links mit der Flanke, der Ball kam in den Fünfmeterraum, Missverständnis zwischen Keeper und Verteidiger Jetro Willems und sein Kopfball sprang fast ins Tor, konnte nur im allerletzten Moment von Willems selbst geklärt werden. Und wie so oft: Machst du sie vorne nicht, knallt es hinten. Sneijder mit der Ecke, van Persie stand da, wo ein Topstürmer zu stehen hat und das Dingen war im Netz – 1:0 für Holland und so wurde der bisherige Spielverlauf gekippt. Doch wer mit einem Einbrechen des türkischen Teams rechnete, wurde böse enttäuscht, denn es folgten wütende Angriffe der im Weiß spielenden Türken. In der 24. Minute war es Arda, der nach tollem Zuspiel alleine auf Krul zulief und nur Millimeter verzog – das war eine mehr als hundertprozentige Chance.

Türkei mit toller Moral, Holland mit Glück und Lattenkreuz

In der 25. Minute war es wieder Arda, der nach Zuspiel Hamit nur knapp verpasste. Sie zeigten bis da hin auch nach dem Rückstand eine tolle Moral und großen Kampfgeist. Die holländische Hintermannschaft machte es ihnen teilweise aber sehr einfach und stellte sich wenig geschickt an. In dieser Phase waren es wieder und wieder Hamit sowie Arda, die das Spiel voranpeitschten. In der 29. Minute war es dann für Holland Narsingh, der beinahe das 2:0 erzielt hätte. Nach sehenswertem Zuspiel von Robben zog er ab, doch er verfehlte das Tor knapp – und Robben reklamierte, da er den Ball gerne zurückgehabt hätte. Und es kam das Dauerfeuer der Niederländer. Robben in der 31. Zu van Persie, der zog schnell ab, doch Emre hatte den Schlappen dazwischen. Es war in dieser Phase ein hochkarätiges Spiel, denn auch die Türkei arbeitete nach vorne. Ein Kopfball von Umut fand in der 33. Minute aber nicht sein Ziel, sondern ging neben das Gehäuse von Krul. Man kann es nur nochmals hervorheben: Die Moral der Türkei war 1A und gerade Hamit tat sich durch große Laufbereitschaft hervor, auch wenn er einige leichtere Bälle verstolperte – Übermotiviertheit. In der 38. Minute folgte Fußball aus dem Lehrbuch: Heitinga lang auf Sneijder, der nahm das Leder mit der Brust mit und flankte auf van Persie, doch sein Kopfball war zu harmlos – aber bis zum schwachen Abschluss war das Zuckerfußball! In der 41. Minute dann fast der Ausgleich: Nach einem langen Ball sprang Umut grandios ab und köpfte an Krul vorbei – ans Lattenkreuz! Das hätte es sein müssen. Und es ging weiter und weiter nach vorne auf das Tor der Holländer, doch der Torerfolg fehlte. So ging es nach einer Minute Nachspielzeit mit dem knappen und für Holland glücklichen 1:0 in die Kabinen.

 

Mäßiger Start nach einer tollen ersten Hälfte

Beide Teams kamen wie mit Betonschuhen aus der Kabine. Nur die türkischen Fans auf den Rängen sorgten dafür, dass die Stimmung kochte, denn sie wollten ihr Team nach vorne peitschen. Und es waren die Holländer, die sich zuerst zeigte. Ein Traumpass nach vorne wurde brandgefährlich, doch Narsingh stand einige Meter im Abseits. In der 55. Minute ließ es dann Hamit krachen: Langer Ball von Emre, der wurde zu Hamit zurückgeköpft und der Löwe zog aus gut 20 Metern ab – aber Krul mit glänzender Parade verhinderte den Ausgleich. Kurz danach war es Umut, der einen tollen Pass nicht kontrollieren konnte. Chance dahin. Aber sie kamen wieder, die Weißen. Es machte in der Phase den Eindruck, als würden die beiden holländischen Einwechslungen van Rhijn und Fer das Spiel der Oranje etwas destabiliseren. In der 60. Minute kam dann Nuri Sahin für Emre. In der 63. Minute zeigte Robben, wieso er so gefürchtet ist: Mit dem Turbo gezündet ließ er die türkische Hintermannschaft stehen, doch sein Pass nach innen wurde abgeblockt. Und dann war wieder die Türkei an der Reihe. Arda tankte sich wundervoll auf rechts durch, doch seine maßgenaue Flanke landete hinter dem Tor, weil Sercan nicht hinter den Ball kam und per Kopf vergab. Es folgte eine Drangperiode der Holländer, die aufgrund der vergebenen türkischen Chancen Morgenluft witterten. Mal um Mal stand die türkische Hintermannschaft im Brennpunkt, doch man konnte sich gegen Robben und van Persie behaupten.

Türkei versuchte weiter ihr Möglichstes

Ab der 70. Minute kam dann Knipser Burak ins Spiel. Würde nun endlich das Tor getroffen, denn die Torausbeute war an diesem Abend das große Manko der Türkei – wieder einmal. In der 71. Minute zeigte sich wieder einmal Sneijder, der mit einem tollen Freistoß an Tolga scheiterte. Nur zwei Minuten später spielte Robben die türkische Abwehr schwindelig, doch sein Pass konnte von van Persie nicht verarbeitet werden – Chance dahin. Die Türkei versuchte es weiter, doch die Holländer standen mit zunehmender Spieldauer hinten immer sicherer. Zudem verlegte man sich seitens der Türkei auf Einzelaktionen und bei so einer Einzelaktion zog Kaya mächtig am Tor vorbei – ein Abspiel hätte mehr Sinn gemacht. Holland zog sich dann geschickt zurück, verlegte sich auf gelegentliche Konter und machte hinten richtig dicht. Die Türkei rannte zwar an, spielte aber dann unverständlicherweise nicht mehr zusammen, sondern wollte tricksen und zaubern, statt den tödlichen Pass zu wählen. Trotz vier Minuten Nachspielzeit spielten die Niederländer clever die Uhr runter, um dann in der 93. Minute sogar noch das 2:0 nachzulegen und behielten damit glücklich drei Punkte in Amsterdam.

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