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Serie A

  • 9. Mai 2015
  • • 18:00
  • • Juventus Stadium, Torino
  • Schiedsrichter: S. Peruzzo
  • • Zuschauer: 38847
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ENDE
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Hernanes (r.) feiert seinen ersten von zwei Treffern gegen Lazio

35. Spieltag: Hernanes entscheidet irres Spiel

Hernanes (r.) feiert seinen ersten von zwei Treffern gegen Lazio

Getty Images

Wahnsinn in Rom! Zwei Platzverweise, ein verschossener Elfmeter - doch dann kommt Hernanes und dreht die Partie. Florenz siegt auch ohne Gomez, Juve und die Roma patzen.

Am 35. Spieltag der Serie A dreht Inter Mailand ein irres Spiel bei Lazio Rom, das sich gleich mit zwei Platzverweisen den Wind aus den Segeln nimmt. Der AC Florenz, bei dem Mario Gomez 90 Minuten auf der Bank saß, gewinnt trotz einiger Nachlässigkeiten mit 3:2 gegen beim FC Empoli. Napoli lässt beim Schlusslicht Federn und auch  Juventus Turin  hat gegen Cagliari Calcio einen Heimsieg leichtfertig aus der Hand gegeben. Besser machte es der AC Milan , der nach zuletzt drei Pleiten in Folge einen Dreier gegen die AS Roma  feiern konnte.

Lazio Rom - Inter Mailand 1:2 (1:1)

Tore: 1:0 Candreva (8.), 1:1 Hernanes (27.), 1:2 Hernanes (84.)

Bes. Vorkommnis: Icardi scheitert mit Foulelfmeter an Berisha (63.)

Ein wildes Hin und Her, Chancen auf beiden Seiten, Leidenschaft ohne Ende - kurz gesagt: Die Zuschauer im Olympiastadion zu Rom sahen von Beginn an intensives wie hochklassiges Fußballspiel. Dabei begann der wahre Irrsinn erst in Minute 24, als Mauricio den freien Palacio zu Boden riss und dafür folgerichtig zum duschen musste. Ein Schock für das bis dahin überlegene Lazio, dass nach Vorarbiet von Anderson schon früh durch Candreva in Führung gegangen war (8.). Viel besser wurde es für Lazio auch nicht, da Hernanes den fälligen Freistoß trocken zum Ausgleich ins Torwart-Eck versenkte (26.).

Inter drückte jetzt aufs Gas, dennoch kam Lazio in Unterzahl zu Chancen. Beispielsweise in der 59. Minute, als Klose vollkommen frei an Handanovic scheiterte. Quasi im Gegenzug wurde eine kuriose Partie völlig verrückt, als Lazio-Keeper Marchetti Icardi von den Beinen holte. Wieder blieb dem Referee keine andere Wahl, als die Rote Karte zu zücken. Um den irrsinn zu krönen, fischte Ersatzkeeper Berisha - für den Klose runter musste - den fälligen Elfer von Icardi aus dem Eck (63.).

Trotz doppelter Unterzahl kämpften die Römer wie die Löwen und hielten gegen Inter, bei denen Podolski zur Halbzeit kam, vor dem Tor aber unglücklich agierte, stark dagegen. Sechs Minuten vor dem Ende saß dann aber einer der zahlreichen Mailänder Angriffe - wieder Hernanes sein dank. Nach einem Steilpass von Kovacic bleib der Brasilianer cool und verlud Berisha. Inter darf so als Siebter weiter auf die Europa League hoffen, Lazio bleibt drei Zähler vor Napoli Dritter.

FC Empoli - AC Florenz 2:3 (1:1)

Tore: 0:1 Ilicic (4.), 1:1 Saponara (28.), 1:2 Salah (57.), 1:3 Ilicic (68.), 2:3 Mchedlidze (77.)

Josip Ilic rettete den AC Florenz, bei dem Mario Gomez nicht zum Einsatz kam, gegen den FC Empoli. Bereits in der vierten Minute schlug der Slowene das erste Mal zu und brachte die Fiorentina mit einem wunderschönen Linksschuss in Führung. Doch die Gäste verpassten es nachzulegen und so kam Empoli durch Roccardo Saponara zum Ausgleich. Danach übernahm Empoli mehr und mehr die Initiative, ohne Zählbares herauszuschlagen.

So war es Mohamed Salah, der es nach der Vorarbeit von Ilic mit zwei Gastgebern aufnahm und zur erneuten Führung einnetzte. Knapp zehn Minuten später geriet der Matchwinner wieder in den Fokus und erzielte mit einem überlegten Flachschuss ins lange Eck die vermeintliche Vorentscheidung. Doch auch mit zwei Toren Vorsprung gelang es Florenz nicht, das Spielgeschehen nachhaltig zu kontrollieren: Empoli-Trainer Maurizio Sarri brachte Levan Mchedlidze, der binnen weniger Sekunden seine Joker-Qualitäten unter Beweis stellte.

Da Empolis Mirko Valdifori in der Schlussphase mit einem Eckball am Pfosten scheiterte, kann sich die Fiorentina trotz dieser Nachlässigkeiten über einen wichtigen Dreier im Kampf um die internationalen Plätze freuen. Empoli bleibt auch nach dieser Niederlage im Niemandsland der Tabelle.

FC Parma – SSC Napoli 2:2 (2:1)

Tore: 1:0 Palladino (9.), 1:1 Gabbiadini (29.) , 2:1 Jorquera (33.), 2:2 Mertens (72.)

Für Parma ging es in der Partie gegen den Napoli nur noch um die Ehre, der Pleiteklub steht bereits als Absteiger fest. Dennoch stellte Coach Roberto Donadoni seine Jungs gut auf Marek Hamsik & Co ein. Rafael Benitez setzte seine Goalgetter Gonzalo Higuain und Jose Callejon zunächst auf die Bank – mit Folgen.

Bereits nach neun Minuten bugsierte Parmas Raffaele Palladino den Ball nach einer Ecke in den Kasten von Keeper Andujar zur Führung. In der Folgezeit wurde Napoli zwar zwingender, scheiterte aber jeweils am guten Parma-Schlussmann Antonio Mirante. In der 29. Spielminute kam der Gast durch Manolo Gabbiadini zum leistungsgerechten Ausgleich. Allerdings hielt dieser gegen hervorragend eingestellte Gastgeber nicht lange an. Cristobal Jorquera traf nur vier Minuten später aus der Distanz zur erneuten Führung.

In der zweiten Hälfte übernahm Napoli dann vollends die Partie. Es brauchte jedoch mehrere Anläufe bis Dries Mertens (72.) den Ball mit dem rechten Fuß aus linker Position in die lange Ecke einnetzte. In der Folge lief die Mannschaft von Benitez immer wieder gegen die Parma-Defensive an, jedoch ohne den gewünschten Torerfolg. Am Ende erkämpte sich Parma ein faires Remis. Für Napoli war dies ein weiterer Rückschlag im Kampf um die Champions-League-Plätze.

AC Milan - AS Roma 2:1 (1:0)

Tore: 1:0 Van Ginkel (40.), 2:0 Destro (58.), 2:1 Totti (73./FE)

Talfahrt gestoppt! Die Rossoneri dürfen sich nach drei Pleiten in Folge endlich wieder mal über einen Dreier freuen, während die Roma nach zuletzt zwei erfolgreichen Partien wieder in alte Muster verfällt und im Kampf um einen festen Champions-League-Startplatz erneut einen Rückschlag hinnehmen muss.

Dabei gestalteten beide Mannschaften die Partie bis zum Ende offen und lieferten sich über weite Strecken im San Siro eine ausgeglichene Partie. Zwar investierten die Gäste zunächst mehr, die Chancen erspielte sich aber das Team von Filippo Inzaghi - Morgan De Sanctis verhinderte mit einigen starken Paraden den Rückstand, ehe er in der 40. Minute nach einem Schuss von Marco van Ginkel doch hinter sich greifen musste.

Nach dem Seitenwechsel dauerte es nicht lange, ehe Roma-Leihgabe Mattio Destro seinen eigentlichen Arbeitgeber weiter ins Hintertreffen brachte (58.), ehe Rudi Garcia mit Francesco Totti seinen Kapitän und Routinier in die Partie brachte. Dieser sorgte nochmals für frischen Wind und stellte nur drei Minuten nach seiner Einwechslung den Anschluss her (73.). Am Ende mussten die Giallorossi aber dennoch die fünfte Saisonniederlage hinnehmen.

Juventus Turin - Cagliari Calcio 1:1 (1:0)

Tore: 1:0 Pogba (45.), 1:1 Rossettini (85.)

Lange sah es so aus, als würde Juves Minimalleistung mit drei Punkten belohnt werden. Pogba, der bei seinem Comeback nach längerer Verletzungspause lange Zeit bester Mann auf dem Platz war, brachte die Alte Dame kurz vor der Pause in Führung: Der Franzose hielt aus 18 Metern einfach drauf und der Schuss landete unhaltbar abgefälscht im kurzen Eck (45.).

Doch der Treffer hatte auf das Spiel keinen positiven Effekt. Juve zog sich nach dem Seitenwechsel immer weiter zurück und verlagerte sich offensiv fast ausschließlich auf Konter. Cagliari konnte zwar zunächst mit dem ungewohnten Platz nicht viel anfangen, kam dann aber zunehmend besser ins Spiel und dominierte die Schlussphase - bis sich die Gäste schließlich auch belohnten: Nach einem Freistoß köpfte Luca Rossettini die Kugel zunächst an den Innenpfosten, den Abpraller verwertete Rossettini selbst dann ohne Probleme zum Endstand (85.).

Von Beginn an hatte Juve einen Schongang an den Tag gelegt. Der frisch gebackene Meister, bei dem vor dem CL-Halbfinal-Rückspiel gegen Real Madrid Carlos Tevez, Arturo Vidal, Andrea Pirlo, Giorgio Chiellini, Gianluigi Buffon, Patrice Evra und Stephan Lichtsteiner eine Pause bekamen, bestimmte trotzdem zunächst die Partie, Pogba hatte per Freistoß (3.) sowie sehenswert aus der Drehung (40.) schon vor seinem Treffer weitere Chancen. Doch der letzte Wille war bei Juventus auch nach dem Ausgleich nicht zu sehen.

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