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Freundschaftsspiel

  • 15. November 2013
  • • 20:45
  • • Stadio Giuseppe Meazza, Milano
  • Schiedsrichter: Olegário Manuel Benquerenca
  • • Zuschauer: 40000
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ENDE
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Andrea Pirlo und Mats Hummels war in Mailand zwei der Protagonisten

Auch beim Löw-Jubiläum: Italien-Fluch hält an

Andrea Pirlo und Mats Hummels war in Mailand zwei der Protagonisten

AFP

Nach einem über weite Strecken ausgeglichenen Spiel endete der Klassiker mit einem Remis. Deutschland hatte dreimal Pech mit Pfosten oder Latte.

Mailand. Auch beim Jubiläum von Joachim Löw hat Deutschland seinen Italien-Fluch nicht gebannt. Im 100. Spiel von Löw als Bundestrainer musste sich die DFB-Elf in Mailand nach ordentlicher Leistung mit einem 1:1 (1:1) begnügen und wartet nun seit 18 Jahren und bereits sieben Partien auf einen Sieg gegen die Squadra Azzura.

Schreckgespenst Mario Balotelli schlug 505 Tage nach seinem Doppelschlag beim 2:1 im EM-Halbfinale 2012 zwar nicht zu, dennoch offenbarte die deutsche Elf sieben Monate vor der WM in Brasilien in der Defensive wieder einmal einige Schwächen. Mats Hummels hatte die Löw-Elf in einem intensiven, aber nur manchmal hochklassigen Spiel durch einen Kopfballtreffer in Führung gebracht (8.) und somit das erste Tor im neuen weißen WM-Outfit erzielt, Ignazio Abate glich aber aus (28.). In der Nachspielzeit traf Benedikt Höwedes den Pfosten.

Bereits am Dienstag (21.00 Uhr) steht für den Weltranglistenzweiten in London gegen England der nächste Klassiker auf dem Programm. Dabei droht jedoch nach Bastian Schweinsteiger und Ilkay Gündogan der dritte "Sechser" auszufallen. Sami Khedira, Mittelfeldstar von Real Madrid, verletzte sich bei einem eigenen Foul gegen Andrea Pirlo möglicherweise schwerer am Knie (66.).

Offensiv deutete die deutsche Elf in der starken ersten halben Stunde ihr großes Potenzial an. Das Experiment mit der "falschen Neun" funktionierte jedoch erneut nicht richtig. Zunächst mühte sich in Abwesenheit von Rekord-Torjäger Miroslav Klose und Mario Gomez Mario Götze vergeblich in vorderster Front, dann löste ihn Mesut Özil ab und machte es wie zuletzt gegen Irland (3:0) kaum besser. Erfolgreich praktiziert wurde die Variante 2013 allein mit Götze gegen die international zweitklassigen Kasachen.

Lahm überraschend im Mittelfeld 

Für die verletzten Schweinsteiger und Gündogan setzte Löw im defensiven Mittelfeld neben Khedira überraschend wieder auf Kapitän Philipp Lahm. Der 30-Jährige hatte die Rolle in der DFB-Auswahl zuletzt schon in der Schlussphase in Schweden eingenommen. Rechtsverteidiger spielte dafür Benedikt Höwedes. Den erkrankten Abwehrchef Per Mertesacker ersetzte Hummels. Dieser war der einzige Dortmunder in der Startelf, dagegen standen gleich sechs Spieler von Bayern München.

Zur Stabilität trugen die Veränderungen zunächst nicht bei. Schon nach 41 Sekunden verfehlte Balotelli knapp das Ziel. Nur zwei Minuten später war es ein Freistoß von Italiens Routinier Pirlo, der sich nur knapp über das deutsche Tor senkte.

Umso überraschender ging das DFB-Team dann bei ihrer ersten Offensivaktion in Führung. Nach Eckball von Toni Kroos war Hummels zur Stelle: Dessen Kopfball prallte unhaltbar für Gianluigi Buffon vom Innenpfosten ins Netz.

Das DFB-Team gewann nun an Sicherheit und wäre kurz darauf beinahe zum 2:0 gekommen. Erneut war Kroos mit einer Ecke Vorbereiter, diesmal verfehlte der Kopfball von Benedikt Höwedes aber um Zentimeter das Ziel.

DFB-Team stark nach Führung 

Bei Italien, das Löw noch unter der Woche für seine Abgezocktheit gelobt hatte, zeigte dies einige Zeit Wirkung. Das DFB-Team ließ den Ball im Mittelfeld geschickt laufen und bestimte so meist Tempo und Geschehen. Pech hatte Khedira bei einem Pfostenschuss (17.), ebenso wie André Schürrle, dessen Schuss die Latte streifte (32.).

Nach knapp einer halben Stunde fingen sich die Gastgeber wieder etwas. Der Ausgleich wurde aber von den Deutschen begünstigt. Zunächst landete ein Ball von Hummels statt bei Kroos bei Abate. Der spielte Doppelpass mit Leonardo Bonucci, den wiederum Khedira nicht entscheidend attackieren konnte. Beim anschließenden Schuss von Abate hatte Manuel Neuer keine Abwehrchance. Der Ausgleich sorgte für einen Bruch im Spiel der bis dahin so überzeugenden DFB-Elf.

Nach dem Wechsel wurde das Spiel etwas ruppiger und Löws Sorgenfalten wurden unabhängig vom Spiel immer tiefer. Zunächst fiel Thomas Müller im Zweikampf mit dem früheren Wolfsburger Andrea Barzagli unglücklich auf die Hand und musste minutenlang behandelt werden. Kurz darauf verletzte sich Khedira bei einem Foul von Domenico Criscito und wurde ebenfalls versorgt.

Dies alles - Kapitän Lahm sah wegen Meckerns über das Criscito-Foul noch die Gelbe Karte - hemmte den Spielfluss der Gäste. Doch Neuer bestand seine erste echte Bewährungschance gegen Claudio Marchisio (51.), dann nutzten Balotelli und Riccardo Motolivo - Sohn einer deutschen Mutter - die Konfusion im deutschen Strafraum nicht (57.).

Reus und Özil ohne große Wirkung 

Nach einer knappen Stunde brachte Löw Marco Reus und Özil für Schürrle und Götze, kurz danach wegen Khediras Verletzung Lars Bender. Doch auch danach fehlte dem deutschen Spiel die Sicherheit. Es fehlten die Akzente und der durchdachte Spielaufbau, klare Torchancen gab es nach dem Wechsel folglich lange Zeit überhaupt nicht. Am Ende wurde kaum noch Fußball gespielt, die Hektik regierte und Thiago Motta entging nur durch Glück der Roten Karte, als er Kroos den Finger ins Auge stach.

Beste Spieler der DFB-Elf waren Khedira und Kroos. Bei den Italienern gefielen vor allem Barzagli und Pirlo. 

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