thumbnail Hallo,
Live

Bundesliga

  • 3. Mai 2015
  • • 17:30
  • • Olympiastadion Berlin, Berlin
  • Schiedsrichter: T. Kinhöfer
  • • Zuschauer: 56881
1
ENDE
2

Gladbachs Xhaka (r.) bedrängt Herthas Haraguchi

Traore erlöst Fohlen spät in Berlin

Gladbachs Xhaka (r.) bedrängt Herthas Haraguchi

Bongarts

Hertha gleicht den frühen Rückstand durch Kruse postwendend aus. Das letzte Wort hat schließlich die Borussia - dank Traore. Die Analyse.

Durchatmen bei den Fohlen! Zum Abschluss des 31. Spieltags der Bundesliga hat sich Borussia Mönchengladbach dank eines späten 2:1 (1:1)-Sieges bei Hertha BSC wieder auf einen direkten Champions-League-Platz geschoben.

Tipico

Vor 50.000 Zuschauern im Berliner Olympiastadion brachte Max Kruse die Gäste aus Mönchengladbach in einer turbulenten Anfangsphase in Führung (11.) - die allerdings nur 73 Sekunden hielt, ehe Valentin Stocker in der 13. Minute für die Hertha ausglich. Für den verdienten Sieg der Fohlen sorgte der eingewechselte Ibrahima Traore fünf Minuten vor dem Ende.

Die Stimmen zum Spiel

Für Lucien Favre war es der 100. Bundesliga-Sieg, dank dem sich die Fohlen wieder an Leverkusen vorbeischieben und die zwei Punkte Vorsprung auf CL-Quali-Rang vier nächste Woche im direkten Duell mit der Werkself verteidigen können.

Für die seit elf Spielen unbesiegte Borussia ist es schon jetzt die beste Bundesligasaison seit 1983. Berlin hat noch vier Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz.

Der Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Pal Dardai kann bei den Berlinern nah dem 0:1 in München wieder auf Stammkeeper Kraft zurückgreifen, der die Reise zu seinem Ex-Klub wegen einer Rippenprellung nicht antreten konnte. Neben Burchert fehlt Schulz, für ihn kommt Ndjeng in die Startelf.

Bei Gladbach stellt Lucien Favre nach dem wichtigen 1:0 gegen Wolfsburg nur einmal um. Dominguez muss mit Rückenproblemen passen, für ihn steht der wieder genesene Jantschke auf dem Platz.

11., 0:1, Kruse: Skjelbred mit einem desaströsen Ballverlust in der Vorwärtsbewegung. Kramer schaltet blitzschnell um und schickt Raffael links in den Sechzehner. Es folgt der No-Look-Pass in die Mitte auf Kruse, der locker rechts unten einschiebt. 10. Saisontor für den umworbenen Stürmer!

13., 1:1, Stocker: Ganze 73 Sekunden hält das Fohlen-Glück! Dann setzt Kalou eine Flanke von links aus wenigen Metern per Kopf an die Latte. Die Kugel springt von dort an den Pfosten und flippert zurück ins Feld. Stocker schaltet in der Billard-Situation am schnellsten und nickt aus kürzester Distanz ein.

22.: Wieder sorgt Stocker für Gefahr. Der Schweizer nimmt einen weiten Ball links am Strafraum aus vollem Lauf stark an und versucht's vom Sechzehnereck mit Gewalt. Brouwers wuchtet seinen Körper in den Schuss und klärt zur Ecke.

25.: Raffael legt 25 Meter vor dem Kasten ab zu Xhaka, der ein Geschoss mit irrer Flugkurve zündet! Das Leder geht zwar recht zentral aufs Tor, doch muss Kraft sein ganzes Können aufbieten, um den Strahl über den Querbalken zu lenken.

43.: Kraft mit einem Querschläger, den Johnson 30 Meter vor dem Tor kontrolliert und klug auf Xhaka weiterleitet. Der Schweizer ist frei durch, setzt den Abschluss aus zehn Metern aber fahrlässig am langen Pfosten vorbei. Das muss die Führung sein!

56.: Johnson tritt 20 Meter vor dem Berliner Kasten zum Freistoß an - und setzt die Kugel einen halben Meter am Tor vorbei! Kraft reagiert gar nicht - Durchatmen bei den Hausherren...

66.: Herrmann bringt eine Flanke von rechts in den Rückraum zu Xhaka. Der Gladbacher nimmt den Schuss aus 16 Metern mit vollem Risiko - und setzt den Volley hauchzart am Pfosten vorbei!

74.: Wo kam der denn her?! Schöne Kombination der Hertha über rechts, an deren Ende Skjelbred in den Strafraum zu Stocker durchsteckt. aus spitzem Winkel zieht der Schweizer im Duell mit Landsmann Sommer aber den Kürzeren.

85., 1:2, Traore: Kick it like Robben! Traore bekommt die Kugel rechts am Sechzehnereck, zieht in die Mitte und schlenzt das leder traumhaft ins lange Eck!

Fazit: Gladbach muss den Sack schon viel früher zumachen und belohnt sich dank eines Jokertors spät. Der Sieg ist absolut verdient, von den Gastgebern aus Berlin kam viel zu wenig.

Galerie: Die Bilder des Spieltags

Der Star des Spiels: Max Kruse erzielte nicht nur sein 10. Saisontor, sondern zeigte sich im Sturm enorm ballsicher und tat sich immer wieder als Anspielstation und Ballverteiler im Angriffsdrittel hervor. Mit sechs Schüssen und vier Vorlagen ständiger Gefahrenherd für die Hauptstädter.

Der Flop des Spiels: Per Skjelbred erwischte einen Horrorstart und hatte nach zehn Minuten bereits ein Tor verschuldet und eine Gelbe Karte auf dem Konto. Musste sich im Anschluss in den Zweikämpfen zurücknehmen, was sich natürlich in der Präsenz im Mittelfeld bemerkbar machte.

Einzelkritik: Kruse und Xhaka überzeugen

Der Schiedsrichter: Thorsten Kinhöfer unterlief kein spielentscheidender Fehler, doch lag der Referee bei den Zweikämpfen das ein oder andere Mal daneben. Die Gelbe Karte gegen Xhaka (30.) war überzogen, der aussichtsreiche Freistoß für den Schweizer (56.) war auch eine Fehlentscheidung.

Das fiel auf:

  • Die Borussia übernahm zwar vom Anpfiff weg das Kommando, agierte gegen mauernde Berliner aber in der Offensive ideen- und im Mittelfeld zu sorglos. Vorne fiel den Fohlen wenig ein, spielerisch verloren sich die Gladbacher immer wieder im Berliner Bollwerk.
  • Symptomatisch: Sowohl das 1:0 für die Fohlen, als auch die größte Chance durch Xhaka resultierten aus groben individuellen Schnitzern von Skjelbred und Kraft.
  • Im Mittelfeld agierten die Gäste sehr lässig und leisteten sich vor allem in Hälfte eins einige Ballverluste, die die Berliner zum Kontern einluden. Dass das nicht öfter ins Auge ging, lag daran, dass die Hertha aus einer bemerkenswert tiefen Grundordnung heraus agierte und oftmals keine Spieler ins Angriffsdrittel brachte. Kalou und/oder Stocker standen in dem Fall alleine auf weiter Flur gegen eine sich diszipliniert zurückziehende Borussia.
  • Auch wenn die Probleme nicht komplett abgestellt wurden, agierten die Fohlen nach der Pause zielstrebiger Richtung Hertha-Gehäuse und schnürten immer passiver werdende Berliner in deren Hälfte ein.

Dazugehörig