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Bundesliga

  • 9. Mai 2015
  • • 15:30
  • • HDI-Arena, Hannover
  • Schiedsrichter: D. Aytekin
  • • Zuschauer: 49000
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ENDE
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Bremens Assani Lukimya und Hannovers Edgar Prib im Zweikampf

Junuzovic-Traumtor schockt Hannover

Bremens Assani Lukimya und Hannovers Edgar Prib im Zweikampf

Bongarts

Hannover verpasst den Befreiungsschlag und den ersten Sieg im Jahr 2015. Ein Freistoßhammer eines Bremers vermiest die Partie. Die Analyse.

Hannover 96 hat am 32. Spieltag den Befreiungsschlag im Abstiegskampf verpasst. Im kleinen Nordderby gegen Werder Bremen kamen die 96er nach einem späten Gegentor lediglich zu einem 1:1 (1:0).

Vor 49.000 Zuschauern in der ausverkauften HDI Arena erzielte Lars Stindl in der 21. Minute zunächst die Führung für Hannover. Werder schlug jedoch spät zurück: Junuzovic (79.) zirkelte in der Schlussphase bärenstark einen direkten Freistoß aus gut 22 Metern zum 1:1-Endstand ins Netz. Der sechste Saisonstreffer für den Mittelfeldmann, der fünfte nach einem direkten Freistoß.

96 bleibt somit auch im 16 Ligaspiel (acht Remis, acht Niederlagen) in Folge sieglos und ist somit die einzige Profi-Mannschaft in Deutschland, die 2015 noch kein Spiel gewann.

Der Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: 96-Coach Frontzeck tauscht im Vergleich zum starken 2:2 in Wolfsburg auf zwei Positionen: Joselu muss etwas überraschend auf die Bank, dafür stürmt Briand. Zudem kehrt Stindl nach abgelaufener Gelbsperre zurück und ersetzt Andreasen.

Werder muss auf Innenverteidiger Prödl (Grippe) verzichten. Somit feiert Vestergaard nach langer Verletzungspause sein Comeback. In der Offensive bleibt alles beim Alten.

8.: Kiyotake zwirbelt einen Freistoß von der linken Seite mit viel Schnitt an den Fünfer. In der Mitte steht Sane völlig blank, lupft die Kugel allerdings volley über die Latte.

17.: Erste richtig dicke Chance des Spiels! Stindl steckt den Ball kurz hinter der Mittellinie durch die Schnittstelle der Viererkette zu Briand. Dieser nimmt das Leder gut mit und läuft alleine aufs Tor zu. Allerdings legt er die Kugel Zentimeter an der linken Stange vorbei.

21., 1:0, Stindl: Albornoz prügelt die Kugel aus halblinker Position hoch in den Sechzehner. An der Strafraumkante gewinnt Briand das Kopfballduell, da Gebre Selassie pennt. Stindl läuft stark ein und bekommt die Kugel mustergültig serviert. Aus zehn Metern schiebt er den Ball flach rechts an Casteels vorbei.

26.: Kiyotake bringt eine Ecke von rechts in die Mitte. Sane verlängert, am zweiten Pfosten köpft Schulz ganz knapp drüber.

33.: Wieder Kiyotake! Der Japaner bringt die nächste tolle Ecke in die Mitte. Dort steht Marcelo völlig frei, köpft den Ball jedoch haarscharf links am Tor vorbei.

79., 1:1, Junuzovic: Unfassbar! Bremen kommt mit der ersten ernsthaften Chance zum Ausgleich. Und wie könnte es anders sein: Durch einen direkten Freistoß von Junuzovic. Der Österreicher zirkelt den Ball genau ins rechte Kreuzeck. Ein Traumtor!

Fazit: Hannover verpasste es im ersten Durchgang, den Sack früh zuzumachen. Nach dem Seitenwechsel gab man das Heft unnötig aus der Hand und kassierte letztlich mit der ersten Chance des Gastes den Ausgleich.

Der Spieltag in Bildern

Der Star des Spiels: Jimmy Briand sorgte mit seiner wuchtigen Spielweise für Wirbel in der Werder-Defensive. War sowohl in der Luft als auch am Boden ständig Anspielstation Nummer eins im 96-Spiel. Der Franzose hielt die Bälle stark, verteilte mit Übersicht oder schloss hin und wieder selbst ab. Gewann zudem vor dem 1:0 das entscheidende Kopfballduell gegen Gebre Selassie. Tauchte im zweiten Durchgang etwas unter. Auch Junuzovic wäre mit seinem Traumtor ein Kandidat gewesen.

Der Flop des Spiels: Izet Hajrovic ging mit der kompletten Bremer Offensive in der ersten Halbzeit komplett unter. Schaffte es zu keiner Zeit, über rechts für Entlastung zu sorgen. Zudem defensiv immer wieder mit Problemen gegen den starken Prib. Nur 13 Ballkontakte im ersten Durchgang: der schlechteste Wert aller Feldspieler. Nach 45 Minuten hatte Skripnik genug gesehen und brachte Öztunali.

Der Schiedsrichter: Deniz Aytekin ließ vor allem die Hannoveraner trotz der recht ruppigen Spielweise an der langen Leine. Die ein oder andere grenzwertige Grätsche ließ er meist zurecht laufen. Knifflige Situationen hatte Aytekin nicht zu lösen.

Das fiel auf:

  • Hannover ging mit mächtig Dampf in die Partie und überrumpelte Bremen in der Anfangsphase regelmäßig. Werder war vor allem im Spielaufbau sichtlich verunsichert und kam mit dem bissigen Spiel der Hannoveraner überhaupt nicht zurecht. Bis weit in die zweite Halbzeit gab's keinen einzigen ordentlichen Angriff von Bremen. Meist ging's weit und hoch nach vorne, dort fingen Schulz und Marcelo aber alle Bälle ab.
  • 96 lieferte zwar in der Offensive keine fußballerische Offenbarung ab, doch das Frontzeck-Team schöpfte die vorhandenen Möglichkeiten perfekt aus. Meist ging es flach über die Außen nach vorne. Dass der letzte Ball oft nicht ankam, fiel nicht weiter auf, da die zahlreichen Standards meist für ordentlich Wirbel im Werder-Strafraum sorgten. Die Ecken von Kiyotake bekam Werder vor allem in der ersten Halbzeit nicht in den Griff. Schulz (26.) und Marcelo (33.) hatten jeweils früh die Chance zum 2:0.
  • Wenn's bei den Hannoveranern dennoch aus dem Spiel heraus gefährlich wurde, war meist Briand beteiligt. Dieser lieferte sich einen Infight mit Vestergaard und Lukimya, spielte seine Schnelligkeitsvorteile wie in der 17. Minute allerdings meist gut aus.
  • Werder-Coach Skripnik stellte in der Halbzeit sein Mittelfeld um. Statt einer flachen Vier, gab's fortan die gewohnte Werder-Raute. Diese Umstellung zeigte etwas Wirkung. Man löste sich schnell aus der Umklammerung der 96er und hatte erstmals selbst Spielanteile. Nach vorne ging zwar weiter erschreckend wenig, doch im Mittelfeld hatte man die Oberhand.

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