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Bundesliga

  • 23. Mai 2015
  • • 15:30
  • • HDI-Arena, Hannover
  • Schiedsrichter: W. Stark
  • • Zuschauer: 49000
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ENDE
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Salif Sane (l.) und Karim Guede im direkten Duell

Hannover 96 schickt den SC Freiburg in die 2. Liga

Salif Sane (l.) und Karim Guede im direkten Duell

Getty

Hannover 96 bleibt erstklassig, der SC Freiburg steigt ab. Die Niedersachsen setzten sich am Samstag im direkten Duell verdient durch. Die Analyse.

Hannover 96 hat sich am 34. Spieltag der Bundesliga mit 2:1 (1:0) gegen den SC Freiburg durchgesetzt. Damit halten die Niedersachsen als Tabellen-13. die Klasse, die Breisgauer müssen hingegen den Niedergang in die 2. Liga antreten.

Hiroshi Kiyotake brachte die Gastgeber in der ausverkauften HDI-Arena vor 49.000 Zuschauern früh per Flugkopfball in Führung (3.). 96 stand daraufhin lange sicher. Ab Ende der ersten Halbzeit kamen die Gäste besser ins Spiel, doch Hannover baute die Führung durch ein kurioses Eigentor von Pavel Krmas (84.) auf 2:0 aus. Der Anschlusstreffer des eingewechselten Nils Petersen kam für Freiburg zu spät (90.+2).

Reaktionen: "Es ist ein Scheiß-Gefühl"

Hannovers Trainer Michael Frontzeck durfte somit endlich wieder einen Dreier im eigenen Stadion feiern. Zuvor war der 51-Jährige in 15 Heimspielen als Bundesliga-Trainer sieglos geblieben (neun Niederlagen, sechs Remis).

Tipico

Der Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Hannover-Coach Michael Frontzeck schickt seine Elf im Saisonfinale im 4-2-3-1 auf den Rasen und setzt nominell nahezu auf dieselbe Elf wie vor einer Woche beim 2:1-Auswärtssieg in Augsburg. Nur Manuel Schmiedebach rückt als Aushilfsrechtsverteidiger für den gesperrten Hiroki Sakai in die Mannschaft. Im zentralen Mittelfeld spielen erneut Salif Sane und Leon Andreasen. Jimmy Briand erhält als alleinige Spitze wieder den Vorzug vor Joselu.

Freiburg hält mit einem 4-1-4-1 dagegen. Im Vergleich zur Vorwoche nimmt Trainer Christian Streich wie sein Gegenüber eine Änderung vor: Sascha Riether spielt anstelle von Mensur Mujdza rechts in der Viererkette. Wie schon beim 2:1-Sieg gegen den FC Bayern starten auf den offensiven Außenpositionen Felix Klaus und Jonathan Schmid.

3., 1:0, Kiyotake: Blitzstart von Hannover! Nach einem langen Ball von Christian Schulz bringt Miiko Albornoz den Ball von der linken Seite scharf in den Fünfmeterraum, wo Kiyotake goldrichtig steht und per Flugkopfball zur Führung einnetzt. Es ist das fünfte Saisontor für den Japaner.

16.: Lars Stindl zieht aus halbrechter Position und rund 25 Metern Torentfernung einfach mal ab. Die Kugel senkt sich gefährlich, Roman Bürki lenkt die Kugel über die Latte.

28.: Jetzt muss Ron-Robert Zieler zum ersten Mal eingreifen. Mehmedi marschiert von rechts in den Strafraum und bedient Vladimir Darida. Bevor der aber aus spitzem Winkel zum Abschluss kommt, ist der 96-Keeper da und begräbt den Ball unter sich.

31.: Edgar Prib will Schmid den Ball annehmen und verletzt sich bei einem Spreizschritt an der Seitenlinie.  Er muss runter. Für ihn kommt Kenan Karaman in die Partie.

41.: Die beste Freiburger Chance: Mujzda flankt vom rechten Strafraumeck auf Klaus. Der 22-Jährige zieht aus spitzem Winkel ab, doch Zieler ist zur Stelle.

42.: Wieder Zieler! Schmid spielt eine Ecke von rechts an die Strafraumkante, wo erneut Klaus zum Abschluss kommt. Dessen Dropkick aus 16 Metern kratzt der Schlussmann aus der linken Torecke.

50.: Der muss doch sitzen! Schmid setzt sich gegen Schmiedebach durch und flankt den Ball von der rechten Strafraumkante zu Mehmedi. Der Schweizer köpft aufs linke Eck, dort ist aber Zieler erneut zur Stelle.

66.: Aufregung im Freiburger Strafraum! Stefan Mitrovic rangelt mit Briand, der daraufhin zu Boden geht. Der Kontakt ging aber nur vom Franzosen aus - Zu Recht kein Elfmeter!

67.: Hat der Bürki Pattex an den Händen? Kiyotake bringt einen Freistoß von rechts in den Sechzehner, den Stindl mit Wucht aufs Tor köpft. Bürki packt aber in der Luft sicher zu und hält den Ball fest – starke Parade!

79.: Fast Elfmeter für Freiburg! Schulz legt Philipp Millimeter vor der Strafraumlinie und sieht dafür die Gelbe Karte. Schmids Freistoß aus halblinker Position bleibt aber in der Mauer stecken.

84., 2:0, Krmas (ET): Karaman dribbelt sich mit einem überragenden Solo von links an der Grundlinie in den Strafraum und legt dann an die Fünferkante zu Briand, der zweimal an Bürki scheitert. Die letzte Parade des Schweizers bekommt allerdings Krmas an den Fuß, der den Ball unglücklich über die Linie drückt.

90., 2:1, Petersen: Wahnsinn! Mujzda schlägt den Ball aus der eigenen Hälfte an den 96-Strafraum, wo Petersen sich gegen Schulz durchsetzt und die Kugel volley unter die Latte schweißt!

Fazit: Hannover setzte sich insgesamt verdient gegen zu harmlose Gäste aus Freiburg durch. Die Frontzeck-Elf spielte abgezockter und war in den entscheidenden Momenten wacher. Der Sport-Club verpasste es dagegen, seine wenigen Chancen zu nutzen.

Galerie: Der 34. Spieltag in Bildern

Der Star des Spiels: Ron-Robert Zieler. Der Weltmeister sicherte Hannover mit seinen Paraden den Sieg und somit den Klassenerhalt. Er parierte gegen Klaus (41./42.) und Mehmedi stark (50.), strahlte zudem Ruhe aus und ließ sich nichts zu Schulden kommen.

Der Flop des Spiels: Karim Guede. Der 30-jährige Offensivspieler führte zwar viele Zweikämpfe, konnte sich aber nie entscheidend in Szene setzen und blieb offensiv gänzlich wirkungslos. Weder gab der Slowake einen Torschuss ab, noch bereitete er einen vor.

Der Schiedsrichter: Wolfgang Stark hatte die Partie weitgehend gut im Griff. Er bewerte die knifflige Szene zwischen Mitrovic und Briand (66.) ebenso richtig wie das Foul von Schulz an Maximilian Philipp (79.). Allerdings übersah er das unfaire Einsteigen von Marcelo gegen Mehmedi (11.), der wohl zu einer guten Torchance gekommen wäre.

Das fiel auf:

  • Hannover kam deutlich besser in die Partie. Die Gastgeber standen sicher und arbeiteten in der Anfangsphase mit vielen langen Bällen, um das Mittelfeld möglichst schnell zu überbrücken und keine Ballverluste zu riskieren. Vor allem die Mittelfeldspieler agierten dabei sehr flexibel im 4-2-3-1-System.
  • Lange Bälle waren für H96 ein probates Mittel, gewann die Frontzeck-Elf doch fast zwei Drittel aller Luftduelle (63,6 Prozent). 
  • Freiburg wirkte in der Anfangsphase dagegen nervös, machte unnötige individuelle Fehler und kam kaum zu guten Chancen.
  • Hannover zog sich nach der Führung zurück und lauerte auf Konter. Die Breisgauer übernahmen mehr und mehr die Kontrolle, im letzten Drittel fehlte aber der Spielwitz. Erst Ende der ersten Halbzeit - nach der Auswechslung von Prib - wurden die Gäste gefährlicher.
  • Freiburg tat sich gegen disziplinierte und gut organisierte Hannoveraner schwer. Die wenigen Torchancen nutzten Klaus und Co. nicht. Die nötige Effektivität kam in Person des eingewechselten Petersen zu spät.
  • Dem SCF fehlte letztendlich die Durchschlagskraft. Zwar hatten die Streich-Schützlinge mehr Ballbesitz (58 Prozent) als Hannover und spielten deutlich mehr Pässe (455/329), sie gaben aber insgesamt nur sechs Schüsse aufs gegnerische Tor und damit einen weniger als Hannover ab (fünf/sechs).

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