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Weltmeisterschaft

  • 4. Juli 2014
  • • 18:00
  • • Estadio Jornalista Mário Filho (Maracanã), Rio de Janeiro, Rio de Janeiro
  • Schiedsrichter: N. Pitana
  • • Zuschauer: 74240
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ENDE
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Erzielte das 1:0 gegen Frankreich: Mats Hummels

Arbeitssieg gegen Frankreich - Deutschland wieder im WM-Halbfinale

Erzielte das 1:0 gegen Frankreich: Mats Hummels

FIFA/Getty Images

Frankreich war für das DFB-Team der bislang stärkste Gegner, war auf dem Weg ins Halbfinale aber nur eine Zwischenstation. Mats Hummels erzielte den entscheidenden Treffer.

Rio de Janeiro. Die deutsche Nationalmannschaft hat zum vierten Mal in Folge das Halbfinale einer Weltmeisterschaft erreicht. Im Viertelfinale in Rio de Janeiro gewann das Team von Bundestrainer Joachim Löw mit 1:0 (1:0) gegen Frankreich.

Mats Hummels (13.) traf per Kopf zum Tor des Tages für die Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). Viermal in Folge hatte noch nie ein Team ein WM-Semi-Finale erreicht.

Deutschland kämpft nun am Dienstag in Belo Horizonte um den Einzug ins Endspiel - sie ist damit auch die erste Mannschaft in der WM-Geschichte, die bei vier Endturnieren nacheinander zu den vier besten Teams gehört. Das Finale findet am 13. Juli im legendären Maracana statt. An gleicher Stelle zeigte sich die deutsche Mannschaft am Freitag in Rio de Janeiro verbessert im Vergleich zum Achtelfinale gegen Algerien (2:1 n.V.). Und: Sie hat nach dem Erfolg, den Torwart Manuel Neuer Sekunden vor Schluss gegen Karim Benzema mit einem Reflex rettete (90.+4), noch Luft nach oben.

Bis der Halbfinaleinzug perfekt war, verrichtete die deutsche Mannschaft im vierten WM-Duell gegen eine französische Auswahl Schwerstarbeit: Überragend spielte sie nicht, aber der Einsatz in einem nicht sehr hochklassigen Spiel stimmte, der Wille war groß. Nach dem Führungstreffer waren die Franzosen bemüht, das Spiel an sich zu reißen, es gelang ihnen auch mit zunehmender Spieldauer - aber die ganz großen Chancen brachten sie gegen die teils wackelige Abwehr um den souveränen Hummels nicht zustande. Statt dessen vergab der eingewechselte Andre Schürrle zweimal die Riesenchance zum 2:0 (82., 88.).

Lahm auf der rechten Abwehrseite

Joachim Löw hatte also in der Tat umgestellt. Philipp Lahm spielte rechter Außenverteidiger, Jerome Boateng rückte in die Mitte, Per Mertesacker musste raus. Benedikt Höwedes durfte links bleiben - er hatte auf seiner Seite Mesut Özil vor sich. Thomas Müller kam über rechts, innen lauerte Miroslav Klose auf sein 16. Tor bei einer WM-Endrunde - allerdings nur bis zur 69. Minute, dann hatte sich der deutsche Rekordtorjäger verausgabt. Für ihn kam Schürrle - das 2:0 hatte gleich danach Müller auf dem Fuß (70.), Schürrle scheiterte danach in bester Position und fast schön kläglich an Torhüter Hugo Lloris.

Wichtig aber war vor allem: Hummels spielte nach dem Abklingen seines grippalen Infekts wieder mit. Als gerade die 12. Minute zu Ende ging, setzte er sich bei einem Freistoß von Kroos gegen Bewacher Raphael Varane durch: Er schob den jungen Franzosen mit dem rechten Unterarm weg und traf mit Hilfe der Unterkante der Latte zum zweiten Mal im Turnierverlauf per Kopf. Es war bereits der vierte Treffer, den die deutsche Mannschaft im Anschluss an eine Standardsituation erzielte.

Bis zu diesem Zeitpunkt war das Spiel ein Abtasten gewesen - mit zwei guten Gelegenheiten für die Franzosen durch Karim Benzema: Bei der ersten zielte der Torjäger knapp neben das Tor (7.), bei der zweiten fing Hummels die Hereingabe von Antoine Griezman im letzten Augenblick ab (11.). Nun allerdings waren die Franzosen gefordert, ihre abwartende Haltung aufzugeben und selbst die Initiative zu ergreifen.

Frankreich lässt DFB-Team bangen

Die Bemühungen der Equipe Tricolore waren zunächst nicht sehr überzeugend. Dann aber waren sie nah am Ausgleich, als Mathieu Valbuena zunächst mit seinem Schuss am überragend reagierenden Manuel Neuer scheiterte und Hummels den bereitstehenden Benzema am Nachschuss hinderte (34.). Und kurz vor der Pause stand der Dortmunder erneut ausgezeichnet als es galt, einen Kopfball des Mittelstürmers abzublocken (43.).

Es war eine dieser vielen Szenen, in denen die deutsche Abwehr unsortiert wirkte, in denen aber den Franzosen auch die letzte Entschlossenheit fehlte. Zuvor hatte der Weltmeister von 1998 allerdings auch Glück gehabt, dass Schiedsrichter Nestor Pitana (Argentinien) bei einem Foul von Mathieu Debuchy an Mirsoslav Klose im Strafraum nicht auf Elfmeter entschied (24.).

Es dauerte lange, ehe Frankreich bei hochsommerlichen Temperaturen ein Übergewicht bekam, vor allem durch die starken Valbuena und Paul Pogba. In der Tat gerieten die Deutschen ab Mitte der zweiten Halbzeit unter unter Druck, dabei wackelte die Abwehr zuweilen bedrohlich. Das lag aber auch daran, dass Bastian Schweinsteiger und Sami Khedira, die als Doppel-Sechs von Beginn an spielten, zunehmend die Puste ausging. Aber: Es gab ja Hummels, den Souverän. Wie selbstverständlich war er auch in der 76. Minute zur Stelle, als Benzema, wer sonst, einschießen wollte.

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