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Serie A

  • 11. Januar 2015
  • • 15:00
  • • Stadio Artemio Franchi, Firenze
  • Schiedsrichter: P. Mazzoleni
  • • Zuschauer: 26376
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ENDE
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 Torschütze zum 1:0: Paul Pogba (r.)

Juve und Inter siegen, Remis im Rom-Derby

Torschütze zum 1:0: Paul Pogba (r.)

Podolski in der Startelf und prompt holt Inter den ersten Heimsieg seit Oktober. Milan kam bei Turin nur zu einem schmeichelhaften 1:1. Juventus gibt sich keine Blöße.

Rom ist weder gelb-rot, noch himmelblau. Der AS Rom und Lazio trennten sich im Derby nämlich 2:2-Unentschieden. Der AC Florenz behielt in einem hochdramatischen Spiel gegen Palermo die Nerven. Inter Mailand kann doch noch zuhause siegen. Die Nerazzurri schlugen Genua beim Heim- und Startelfdebüt von Lukas Podolski mit 3:1 (2:0). Am Samstag kam der AC Milan beim FC Turin nicht über ein schmeichelhaftes 1:1 (1:0) hinaus. Der SSC Neapel verlor gegen Juventus Turin mit 1:3 (0:1)

SSC Neapel - Juventus Turin 1:3 (0:1)

Tore: 0:1 Pogba (29.), 1:1 Britos (64.), 1:2 Caceres (69.), 1:3 Vidal (90.+4.)

In der ersten Hälfte bekamen die Zuschauer wenig geboten. Torchancen waren Mangelware. Juventus Turin hatte zwar mehr Spielanteile, doch Neapel verschloss das Zentrum geschickt und ließ den amtierenden Meister nicht zur Entfaltung kommen.

Doch dann kam Pogba. Nachdem der Ball nach einem Durcheinander im Napoli-Sechzechner nur kurz geklärt werden konnte, stand der Franzose goldrichtig und hämmerte die Murmel volley in die Maschen (29.). Torhüter Rafael konnte den Ball nur noch leicht touchieren, aber nicht halten. Eine Trotzreaktion der Neapolitaner blieb in der Folge aber aus. Die Alte Dame hatte vor der Pause sogar noch die Chance durch Tevez auf 2:0 zu erhöhen. Doch der Argentinier scheiterte aus halbrechter Position an Rafael (44.).

Neapel kam mit etwas mehr Dampf aus der Kabine und baute mehr Druck auf, die ganz großen Torchancen blieben aber aus. Mitte der ersten Halbzeit folgte dann der 1:1-Ausgleichstreffer durch eine Standardsituation. Nach einer Ecke sprang Kouibaly am Ball vorbei und Britos schob die Kugel völlig freistehend ins Tor (64.).

Turin ließ sich aber nicht schocken und hatte nur wenige Minuten später die richtige Antwort parat. Pirlo zirkelte einen Freistoß an den Fünfer und Caceres konnte mit einer Volleyabnahme oben rechts einnetzen (70.). Die Partie wurde nun deutlich ruppiger, die Azzurri warf nochmal alles nach vorn, doch die Juve-Führung hielt und Vidal erhöhte in der Nachspielzeit noch durch einen erfolgreich abgeschlossenen Konter. Das Team von Massimiliano Allegri baut seine Tabellenführung somit weiter aus, während sich der SSC Neapel nicht auf CL-Quali-Platz drei schieben kann.


AS Rom – Lazio Rom 2:2 (0:2)

Tore: 0:1 Mauri (26.), 0:2 Anderson (29.), 1:2 Totti (48.), 2:2 Totti (64.)

Gegen den Stadtrivalen hatte der AS Rom lange Probleme und stand kurz vor der ersten Niederlage seit Anfang November. In einer durchwachsenen ersten Halbzeit wirkten die Gäste entschlossener und prüften Morgan de Sanctis mehrfach, bevor Stefano Mauri nach einem Alleingang von Felipe Anderson bedient wurde und mit einem Lupfer sein siebtes Saisontor erzielte (26.).

Das Lazio-Duo hatte allerdings noch nicht genug: Mauri eroberte am gegnerischen Sechzehner den Ball, legte mit der Hacke zurück auf Felipe Anderson, der die Kugel mit einem Fernschuss aus 20 Metern versenkte (29.). Das Derby wurde aggressiver, auf beiden Seiten kam es zu unnötigen Fouls, so dass sich beide Mannschaften vor dem Seitenwechsel keine Torchancen mehr herausspielen konnten.

Doch die Mannschaft von Trainer Rudi Garcia kam mutig aus der Kabine. Rom-Legende Francesco Totti sorgte nach Vorarbeit des eingewechselten Kevin Strootmann für den Anschlusstreffer (49.). Lazio ließ sich allerdings zunächst nicht verunsichern und drängte auf die Entscheidung. Nach der Druckphase der Biancocelesti schlug jedoch erneut Totti zu. Der 38-Jährige traf per Seitfallzieher aus spitzem Winkel zum 2:2 (64.). Totti bejubelte das Tor mit einem Selfie vor der eigenen Fankurve.

Nach dem Ausgleichstreffer wurde Miroslav Klose eingewechselt. In der Folge drängten beide Mannschaften auf den Dreier, allerdings ohne Erfolg.

AC Florenz - US Palermo 4:3 (1:0)

Tore: 1:0 Pasqual (20.), 2:0 Basanta (51.), 2:1 Quaison (59.), 2:2 Quaison (61.), 3:2 Cuadrado (64.), 4:2 Joaquin (74.), 4:3 Belotti (81./FE)

Ein Abseitstor von Gomez, die frühe Führung durch Pasqual und zwei Aluminium-Treffer – als Paolo Mazzoleni das klar überlegene Florenz und Palermo zum Pausentee bat, hätte wohl niemand im Artemio Franchi damit gerechnet, was für eine Nervenschlacht in den zweiten 45 Minuten auf die Viola zukommen sollte.

Zunächst nutzte Basanta noch einen bösen Patzer von Munoz und Palermo-Keeper Sorrentino, um ungestört auf 2:0 zu stellen. Doch dann schlug die große Stunde von Quaison. Einwechslung in der 53., Anschlusstreffer in der 59., der Ausgleich zwei Minuten später. Das wilde Spiel war vom Joker auf den Kopf gestellt  und von der Dominanz des AC blieb nicht mehr viel übrig.

In der irren Phase nach einer Stunde hatten die Hausherren aber umgehend die passende Antwort parat. Cuadrado hielt wieder nur drei Minuten nach dem Ausgleich den Schlappen in eine Hereingabe, eine Viertelstunde vor dem Ende traf Joaquin mit einem sensationellen Kracher vom Strafraumeck. Die Entscheidung? Nicht in diesem Spiel! Belotti durfte neun Minuten vor dem Schlusspfiff vom Punkt nochmal für Spannung sorgen, am Ende retteten sich die Gastgeber aber über die Ziellinie und schieben sich in der Tabelle auf Rang sechs.

Inter Mailand - CFC Genua 3:1 (2:0)

Tore: 1:0 Palacio (12.), 2:0 Icardi (39.), 2:1 Izzo (85.), 3:1 Vidic (88.)

Inter hatte nach den Einkäufen von Lukas Podolski und Xherdan Shaqiri eine emotionale Woche hinter sich, überzeugte gegen Genau aber von Beginn an mit großer Spiellaune und war vor allem im ersten Durchgang die bessere Mannschaft. Vor 51.000 Zuschauern im Giuseppe Meazza durfte Podolski von Beginn an ran, Shaqiri blieb 90 Minuten auf der Bank.

Inter, das mit viel Zug zum Tor startete, entschied die Partie bereits in der ersten Halbzeit. Podolski traute sich dabei einiges zu, ging mit Tempo und Selbstbewusstsein in Eins-gegen-Eins-Situationen und ließ sich immer wieder tief fallen, um die Bälle der Mitspieler in der eigenen Hälfte abzuholen. Ein ums andere Mal bewies der deutsche Nationalspieler Übersicht und legte stark für seine Mitspieler auf, wie für Rodrigo Palacio, der aber wiederholt an Genua-Keeper Mattia Perrin scheiterte.

Seine erste Großchance hatte der Inter-Stürmer aber eiskalt genutzt: Alexis Medel chippte den Ball aus 30 Metern in den Strafraum, wo Mauro Icardi die Kugel mit dem Rücken zum Tor direkt per Seitfallzieher auf den Kasten brachte. Perin hielt den strammen Schuss erst stark, Palacio haute den Abpraller aus fünf Metern im Nachsetzen aber ins Netz (12.). Noch vor der Pause stellte Mauro Icardi nach einem Hernanes-Eckball per Kopf auf 2:0 (39.).

Inter schraubte nach der Pause deutlich zurück und ließ die Gäste gewähren. Den größten Aufschrei gab es bei Iago Falques Lattenknaller in der 62. Minute, als er eine halbhohe Hereingabe volley auf Samir Handanovics Kasten feuerte. Kurz vor Schluss schien noch einmal Spannung aufzukommen, als Armando Izzo einen Abpraller aus kürzester Distanz zum 2:1 abstaubte (85.), jedoch stellte Nemanja Vidic nach einem Eckball von Podolski umgehend den alten Vorsprung wieder her (88.).

Durch den ersten Heimsieg seit Ende Oktober ist Inter wieder auf Tuchfühlung mit dem Quali-Platz zur Europa League. Für Genua, das den fünften Tabellenplatz an Stadtrivalen Sampdoria verlor, bedeutete die Niederlage bereits das vierte sieglose Spiel in Serie.

FC Turin - AC Milan  1:1 (0:1)

Tore: 0:1 Menez (FE/3.), 1:1 Glik (81.)

Gelb-Rot: De Sciglio (45.)

Der AC Milan erwischte den perfekten Start in die Partie. Jeremy Menez tankte sich auf halbrechts im Sechzehner gegen Glik durch und wurde vom Polen am Trikot gezogen. Der Schiedsrichter entschied auf Strafstoß, welchen der gefoulte kompromisslos selbst verwandelte (3.).

Doch Turin ließ sich nicht beirren und erarbeitet sich zahlreiche dicke Ausgleichchancen, ein Tor wollt aber noch nicht fallen. Noch vor der Halbzeitpause musste Milan allerdings einen Rückschlag hinnehmen. Rechtsverteidiger Mattia De Sciglio wurde nach wiederholtem Foulspiel mit der Ampelkarte des Feldes verwiesen, und so ging Milan mit der 1:0-Führung und nur noch 10 Mann in die Kabine.

Zu Beginn der zweiten Hälfte drückten die Hausherren dann aufs Gas. Milan konnte sich nur schwer befreien. Die Rossoneri standen tief, die Abwehr wackelte extrem und dies rächte sich. Nach einem Eckball stieg Turin-Kapitän Glik am höchsten und köpfte zum hochverdienten 1:1-Ausgleich ein (81.). Der AC Milan bleibt den internationalen Plätzen mit diesem schmeichelhaften Punktgewinn weiter fern, während der FC Turin im unteren Tabellenmittelfeld hängen bleibt.

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