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Bundesliga

  • 16. Mai 2015
  • • 15:30
  • • WWK Arena, Augsburg
  • Schiedsrichter: F. Zwayer
  • • Zuschauer: 29899
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Lars Stindl schoss Hannover 96 zu drei wichtigen Punkten im Kampf um den Klassenerhalt

Hannover landet Big Point in Augsburg

Lars Stindl schoss Hannover 96 zu drei wichtigen Punkten im Kampf um den Klassenerhalt

Getty Images

Hannover 96 gewinnt erstmals in 2015 ein Spiel und fährt beim 2:1 in Augsburg drei ganz wichtige Punkte im Kampf um den Klassenerhalt ein. Die Analyse.

Hannover 96 arbeitete sich am 33. Spieltag der Bundesliga zu einem überlebenswichtigen 2:1 (1:1)-Auswärtserfolg beim FC Augsburg. Damit springen die Niedersachsen auf Rang 15 und haben vor dem Saisonfinale einen Punkt Vorsprung auf Relegationsplatz 16, während Augsburg eine Entscheidung um Kampf um die Europa League verpasst und auf den sechsten Rang abrutscht.

Vor 30.500 Zuschauern in der SGL-Arena brachte ein schön herausgespielter Treffer von Lars Stindl die Gäste in Front (24.). Augsburgs Reaktion ließ jedoch nicht lange auf sich warten, bereits in der 30. Minute verwandelte Kapitän Paul Verhaegh einen von Hiroki Sakai an Abdul Baba verursachten Foulelfmeter zum Ausgleich. Das letzte Wort hatte schließlich Hannover: Wieder war es Stindl, der den umjubelten 2:1-Siegtreffer besorgte (54.).

Hannover blieb damit auch im achten Bundesliga-Duell mit Augsburg ungeschlagen und feierte den ersten Dreier im Jahr 2015. Den letzten Erfolg gab es übrigens am 16. Spieltag ebenfalls gegen den FCA (2:0). Wermutstropfen für die 96er: Sakai sah in der 78. Minute die Gelb-Rote Karte und fehlt damit im Abstiegsendspiel gegen Freiburg gesperrt.

Augsburg musste derweil gleich zwei Platzverweise einstecken, Verhaegh sah die Ampelkarte (90.) und Raul Bobadilla flog nach Tätlichkeit mit Rot vom Platz (90.+4).

Der Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Augsburg-Coach Markus Weinzierl vertraut beinahe komplett dem Team, das vergangenes Wochenende überraschend mit 1:0 beim FC Bayern gewannen. Lediglich Alexander Esswein rotiert auf die Bank, für ihn soll Tobias Werner auf der linken Seite wirbeln.

Hannovers Trainer Michael Frontzeck setzt im Abstiegskampf ebenfalls auf Kontinuität. Zur einzigen Änderung im Vergleich zum jüngsten 1:1 gegen Werder Bremen ist er gezwungen, da Manuel Schmiedebach mit muskulären Problemen ausfällt. Leon Andreasen rückt an dessen Stelle ins Mittelfeldzentrum.

3.: Die erste Möglichkeit der Partie haben die Gäste: Eine weite Flanke erreicht Sane am zweiten Pfosten, der im Fallen per Kopf für Andreasen ablegt. Der Däne hat rund 13 Meter vor dem Kasten viel Zeit, kann den aufspringenden Ball mit seinem rechten Fuß aber nicht entscheidend drücken.

24., 0:1, Stindl: Andreasen gewinnt den zweiten Ball im Mittelfeld, Stindl daraufhin das Kopfballduell gegen Baba. Für Kiyotake ergibt sich dadurch auf der rechten Seite viel Raum, den der Japaner zum Anspiel auf den klug einstartenden Briand nutzt. Der Stürmer legt für den nachgerückten Stindl ab, eiskalter Abschluss aus acht Metern, Tor.

28.: Sakai schätzt einen Augsburger Seitenwechsel falsch ein, weshalb Baba, der die Kugel klasse mitnimmt, von links in den Strafraum eindringen kann. Hannovers japanischer Verteidiger weiß sich nur noch mit der Sense von hinten zu helfen und verursacht einen Elfmeter.

30., 1:1, Verhaegh (FE): Der Kapitän macht es – und wie! Mit einem lässigen Chip in die Mitte im Panenka-Style lässt er 96-Keeper Zieler keine Chance.

46.: Augsburg sofort wieder hellwach! Langer Ball von Verhaegh auf Bobadilla, der das Spielgerät an der Strafraumgrenze runter pflückt, umringt von drei Hannoveranern aber mit seinem schwächeren rechten Fuß verzieht.

54., 1:2, Stindl: Wie aus dem Nichts. Wieder ist es Andreasen, der mit Ballgewinn einleitet, wieder ist es Briand, der die Vorarbeit liefert. Der Franzose erläuft die Kugel auf halblinks, wird von Hong nicht entschlossen genug attackiert und gibt flach in die Mitte. Dort wirft sich Stindl in den Ball – und drückt ihn gegen die unglücklich aussehenden Baba und Klavan aus fünf Metern an Hitz vorbei über die Linie.

65.: Beinahe die Vorentscheidung. Kiyotake behauptet sich im Strafraum gegen mehrere Augsburger und legt klug raus auf Albornoz. Dessen Flanke verunglückt zwar, senkt sich aber als Torschuss auf die Latte.

78., Gelb-Rote Karte für Sakai (Hannover): Der Japaner geht ungestüm mit dem Ellenbogen voraus in ein Luftduell mit Werner. Nachdem er bei der Verschuldung des Augsburger Elfmeters verwarnt wurde, sieht er nun folgerichtig die Ampelkarte.

81.: Riesenchance für den FCA! Bei einem langen Ball in den Strafraum ist Hannovers Abwehr unsortiert, Joker Mölders verpasst den etwas zu steil gespielten Ball sechs Meter vor dem Tor nur um Haaresbreite.

90., Gelb-Rote Karte für Verhaegh (Augsburg): Nach Foul an Prib am linken Strafraumeck fliegt auch Verhaegh noch vom Platz. Zehn gegen zehn in den letzten fünf Minuten.

90.+4, Rote Karte für Bobadilla (Augsburg): Das Spiel ist unterbrochen, Albornoz hortet den Ball und lässt sich viel Zeit. Bobadilla geht das nicht schnell genug, kurzerhand schubst er den Hannoveraner zu Boden. In den Augen des Schiedsrichters eine Tätlichkeit, er zückt die Rote Karte.

Fazit: Augsburg fällt gegen sehr kompakt auftretende Hannoveraner wenig ein, zu monoton kommt das Angriffsspiel der Fuggerstädter daher. 96 wartet geduldig ab und nutzt die sich bietenden Gelegenheiten eiskalt. In der Schlussphase wird es hektisch und farbig – und Hannover bringt einen verdienten Dreier über die Zeit.

Galerie: Der 33. Spieltag in Bildern

Der Star des Spiels: Lars Stindl. Seit Bekanntgabe seines Wechsels zu Gladbach wird er noch wichtiger für 96. Zweimal startete er entschlossen gen Tor, zweimal netzte er eiskalt ein. Dazu enorm giftig, bestritt mit 27 Duellen die meisten Zweikämpfe auf dem Platz.

Der Flop des Spiels: Hiroki Sakai. Nach anfängerhaftem Stellungsspiel verschuldete der Japaner mit verzweifelter Grätsche den Elfmeter zum 1:1. Der daraus resultierenden Gelben Karte ließ er später völlig ungeschickt noch die Ampelkarte folgen, sodass seine Mannschaft die Schlussphase in Unterzahl überstehen musste. Dazu hatte er Riesenglück, dass Schiedsrichter Zwayer sein klares Handspiel im eigenen Strafraum übersah.

Der Schiedsrichter: Felix Zwayer machte mit Elfmeterpfiff und Gelb für Sakai alles richtig, stellte den Japaner später zurecht vom Platz. Allerdings benachteiligte er Augsburg gleich in zwei Situationen: Zunächst warf sich Schulz mit ausgestrecktem Arm in einen Bobadilla-Schuss (23.), der Freistoß-Pfiff blieb aus. Später ging Sakai im Strafraum klar mit der Hand zum Ball (63.). Es hätte Strafstoß geben müssen. Die Rote Karte gegen Bobadilla fiel vielleicht einen Tick zu hart aus.

Das fiel auf:

  • Augsburg fehlte gegen kompakt auftretende Hannoveraner eine Zwischenstation im Mittelfeldzentrum. So wählten Aufbau-Chef Baier & Co. häufig sehr früh den diagonalen Ball auf eine der beiden Seiten.
  • Obwohl Hannover sich über weite Strecken gut darauf einstellte zogen die Augsburger ihren Plan mit sehr weit auseinanderstehenden Innen- und enorm hoch angesiedleten Außenverteidigern durch. Zumindest teilweise mit Erfolg, wie die Entstehung des Elfmeters zum 1:1 belegt.
  • Hannover agierte sehr passiv, die Eigeninitiative der Niedersachsen war bemerkenswert überschaubar. Kurios: Torwart Zieler spielte in Hälfte eins mit deren 18 die zweitmeisten Pässe aller 96er.
  • Dennoch hatten die Niedersachsen Erfolg. Mit einfachen Mitteln. Bei beiden Toren zog Briands Bewegung die Augsburger Defensive auseinander, Stindl stieß im Vollsprint durchs Zentrum in die sich auftuende Lücke und traf. Kein Hexenwerk, aber effektiv.

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