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Freundschaftsspiel

  • 19. November 2013
  • • 21:00
  • • Wembley Stadium, London
  • Schiedsrichter: S. Lannoy
  • • Zuschauer: 85934
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Joachim Löw vor England-Duell genervt: "Gehen mit dem Gastgeber nicht respektlos um"

Joachim Löw wird sein Team beim Klassiker in England rigoros umbauen. Fünf Dortmunder werden wohl in der Startelf stehen, einer davon wir Roman Weidenfeller sein. Löw ist genervt.

London. Das Londoner Wetter war auch am Montag noch schlecht, die Laune von Joachim Löw nicht viel besser - und das lag nicht nur an den Nachwirkungen der schweren Knieverletzung von Sami Khedira. Den Bundestrainer nerven Diskussionen um den Bundesliga-Schlager zwischen Borussia Dortmund und Bayern München am Samstag, aber auch Schlagzeilen in England über seine personellen Entscheidungen vor dem Klassiker gegen die Three Lions am Dienstag im Wembley-Stadion.

"Für mich ist das noch einmal die Gelegenheit, auf Schlüsselpositionen den ein oder anderen Spieler zu testen. Deshalb war es für mich immer klar, zu experimentieren. Ich habe nicht das Gefühl, dass wir mit einer B-Mannschaft antreten und respektlos mit dem Gastgeber umgehen", verteidigte Löw mit Nachdruck seine geplanten Experimente im Prestigeduell zum 150-jährigen Jubiläum des englischen Verbands FA.

Engländer nicht ernst genommen?

2008 habe England in Berlin auch einmal ohne Wayne Rooney, Steven Gerard und Frank Lampard gespielt, führte Löw weiter aus und konterte so am Montag in der Bücherei des noblen Hotels "The Royal Horseguard" unweit vom Buckingham Palace entsprechende Fragen. "Tiefschlag von Löw! Deutschland brüskiert England", hatte etwa der Daily Mirror kritisiert und Löw so verärgert.

Die Engländer haben offenbar das Gefühl, vom Bundestrainer nicht ernst genommen zu werden, da dieser trotz erheblicher Verletzungssorgen auf Kapitän Philipp Lahm, Mesut Özil und Manuel Neuer freiwillig verzichtet und die DFB-Auswahl vier Tage nach dem 1:1 in Italien rigoros umbauen wird. "Es wird einige Wechsel geben, zwangsläufig schon", meinte Löw. Möglicherweise stehen gleich acht Veränderungen an. Nur Benedikt Höwedes, Toni Kroos und Mats Hummels könnten ihren Platz in der Startelf behalten.

Sicher ist, dass Roman Weidenfeller sein Debüt in der Nationalelf feiern wird und mit 33 Jahren und 106 Tagen zum ältesten Torwart-Debütanten der DFB-Historie avanciert. "Das hat er sich verdient. Er ist eine gereifte Persönlichkeit", lobte Löw. Zudem werden der wiedergenesene Per Mertesacker, Marco Reus, Marcel Schmelzer und Sven Bender beginnen. Der Dortmunder wird Khedira ersetzen, der nach seinem Kreuzbandriss im rechten Knie um die WM bangen muss.



Der Ausfall des Stars von Real Madrid ist im Kreis des DFB-Teams nach wie vor Thema. "Was die Situation noch leicht überschattet, ist die Verletzung von Sami. Es wird noch viel darüber gesprochen", sagte Löw, war aber mit Blick auf die WM in Brasilien um Zuversicht bemüht. "Er ist eine Kämpfernatur, wenn es einer schaffen kann, dann Sami Khedira. Er wird alles daransetzen."

Fünf Dortmunder könnten am Dienstag in Wembley, wo die Bundesliga im "German Endspiel" der Champions League vor einem halben Jahr die Fußball-Welt beeindruckt hatte, auf dem heiligen Rasen stehen. Vom FC Bayern in Toni Kroos dagegen nur einer. Am Freitag in Italien lautete das Verhältnis noch 6:1 für die Bayern.

Doch Löw verbat sich in London, wo das DFB-Team seit der Ankunft am Samstag das typisch englische Schmuddel-Wetter erlebt, ausdrücklich eine öffentliche Debatte darüber. Er schaue auf die Nationalmannschaft, "Dortmund gegen Bayern ist nicht mein Thema, sondern jetzt England und dann im März Chile", giftete er und ergänzte: "Wenn ich die Spieler frage, wollen alle spielen."

Deutsches Clasico am Samstag

Das Länderspiel sei am Dienstag, der deutsche Clásico am Samstag - "das sind vier Tage, wenn das ein Problem wird, machen wir etwas falsch. Für die Spieler ist das völlig unerheblich. Die Jungs sind 23, 24 oder 25 und an diesen Rhythmus gewöhnt", unterstrich Löw. Bisher habe er von Vereinsvertretern und Trainern auch noch nichts gehört, "das ist ein Thema der Medien, ganz schwach und populistisch". Er versuche vielmehr, so der 53-Jährige, dass keiner zweimal "90 Minuten spielt".

Der Stimmung von Löw waren die ganzen Nebengeräusche auf jeden Fall nicht zuträglich, auch wenn er zu Beginn der Pressekonferenz noch extra betont hatte, "dass wir uns alle wahnsinnig auf dieses Spiel freuen. Das ist was Außergewöhnliches, und auch nicht irgendwo, sondern im Wembley-Stadion, das ist ja auch ein Mythos".

Auch wenn England zuletzt 0:2 gegen Chile verloren hat und nicht unbedingt zum Favoritenkreis in Brasilien gezählt wird, hält der Bundestrainer große Stücke auf das Team von Roy Hodgson: "England gehört immer noch zu den großen Fußball-Nationen, verfügt über große Klasse. Die Mannschaft spielt mit unheimlicher Wucht und Dynamik." Vor allem aber hinterlasse sein Kollege Hodgson auf seinen Stationen immer "tiefe Spuren".

Mit der Bahn zum Training

Ungewohnt verlief für die deutschen Stars indes am Montag die Anreise zum Abschlusstraining. Um dem Londoner Verkehrschaos zu entgehen, ließ der DFB-Tross seinen Bus stehen und machte sich wie gewöhnliche Pendler mit der "Tube", der Londoner U-Bahn, in Richtung Wembley auf. Fahrzeit: 42 Minuten - inklusive Umsteigen.

Englands Stürmerstar Wayne Rooney brennt indes auf das Prestigeduell mit Deutschland im Wembley-Stadion. "Gewinnen macht immer Spaß - aber besonders gegen Deutschland. Wir repräsentieren unser Land und wollen unbedingt gewinnen", sagte der 28-Jährige von Manchester United und lobte zudem die DFB-Auswahl in höchsten Tönen: "Deutschland hat ein starkes Team mit großartigen Spielern. Alle wissen genau, was zu tun ist - das macht es so schwer gegen sie."

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Deutschland

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