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Bundesliga

  • 16. Januar 2011
  • • 15:30
  • • Commerzbank-Arena, Frankfurt am Main
  • Schiedsrichter: T. Kinhöfer
  • • Zuschauer: 39300
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ENDE
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Spielbericht Bundesliga: Eintracht Frankfurt - Hannover 96

Spielbericht Bundesliga: Eintracht Frankfurt - Hannover 96

96 ist Zweiter! Mit einem eiskalten Auftritt fahren die „Roten“ bei einer ideenlosen Eintracht einen Dreier ein, der das Team auf einen direkten Champions-League-Platz katapultiert.

(clp) Frankfurt. Mit 0:3 (0:2) verliert Eintracht Frankfurt am 18. Spieltag der Bundesliga gegen Hannover 96, wobei die Niedersachsen mit einem Doppelpack innerhalb von sechs Minuten bereits früh auf die Siegerstraße gelangten. Die Hausherren vermochten es in der Folge nicht, gegen einen kompakt stehenden Gegner das richtige Mittel zu finden.

PERSONAL & TAKTIK

Frankfurt trat im 4-2-3-1 an, wobei Knipser Theofanis Gekas als einzige Spitze auflief. Auf den Außen agierten Halil Altintop und Patrick Ochs, Alexander Meier spielte als Zehner. Köhler und Schwegler bildeten die Doppelsechs. In der Innenverteidigung standen Clark und Kraus, flankiert von Tzavellas und Jung.

Hannovers Coach Mirko Slomka vertraute wieder auf ein 4-4-2, neben Didier Ya Konan stand Mohammed Abdellaoue im Sturm. Schlaudraff und Rausch kamen über die Flügel, im defensiven Mittelfeld spielten Pinto und Schmiedebach. Schulz und Cherundolo agierten auf den Außenverteidigerpositionen, Haggui und Pogatetz standen zentral in der Viererkette. Im Tor gab es eine Überraschung: Ron-Robert Zieler hütete anstelle von Stammkeeper Florian Fromlowitz den Kasten.

SPIELVERLAUF 1. HÄLFTE

In der Anfangsphase hatten die Frankfurter zunächst ein leichtes optisches Übergewicht, mussten aber nach 15 Minuten das 0:1 hinnehmen, als Hannover einen maßgeschneiderten Konter spielte: Sergio Pinto schickte Abdellaoue steil, der Norweger rannte Gegenspieler Clark davon und ließ Nikolov im Tor der Frankfurter keine Chance - 0:1. Kurz darauf sogar das 0:2: Nach einer Ecke von Konstantin Rausch kam Christian Schulz am kurzen Pfosten zum Kopfball und netzte zum zweiten Treffer für 96 ein (21.).

Frankfurt gab sich aber nicht auf und kam vier Minuten nach dem 0:2 zu einer guten Möglichkeit, als Ochs den zentral vor dem Tor lauernden Schwegler sah, der relativ freistehend zum Abschluss kam, dessen Schuss aus 11 Metern aber knapp am Tor vorbeiging. In der Folge wurde die Eintracht ein wenig zielstrebiger und konnte vor allem über Ochs auf der rechten Seite den Ball einige Male vor das 96-Tor bringen, die Innenverteidigung Hannovers war aber stets zur Stelle. So blieb es bis zu Pause beim 0:2.

SPIELVERLAUF 2. HÄLFTE

Auch nach Wiederanpfiff hatte Frankfurt mehr Spielanteile, die erste Chance gehörte aber wiederum 96, als Ya Konan per Hacke auf Pinto ablegte, der aus 18 Metern den Innenpfosten traf - im Nachsetzen setzte Abdellaoue die Kugel ans Außennetz (53.). Die erste echte Eintracht-Chance im zweiten Durchgang gab es trotz der Feldüberlegenheit in der 63. Minute, als Fenin sich auf der linken Seite durchsetzte und den in der Mitte lauernden Gekas bediente, der den Ball aber nicht voll traf, wodurch Zieler ohne Probleme parieren konnte.

Auch in der Folge liefen die Frankfurter ziemlich kopflos auf das 96-Tor an und präsentierten sich dabei ziemlich ideenlos. So verwundert es nicht, dass die nächste Chance aus einem Standard resultierte: Nach einer Freistoß-Hereingabe von Köhler kam der Sekunden zuvor eingewechselte Amanatidis zum Kopfball, Zieler reagierte aber glänzend und konnte den Anschlusstreffer verhindern.

In der Folge kam dann auch 96 wieder zu Chancen, Pintos 22-Meter-Schuss ging aber knapp am Tor vorbei (76.), kurz darauf konnte Clark den Ball im letzten Moment vor Stindl klären (78.). In der 85. Minute war die Eintracht dann noch mal an der Reihe, als Amanatidis nach einem Eckball Caio anköpfte, Zieler war aber zur Stelle. So konnte 96 kurz vor Schluss sogar noch auf 0:3 erhöhen, als Stindl den Ball vor das Tor brachte, wo Ya Konan lauerte und zum dritten 96-Treffer einnetzte (89.). Bis zum Schluss blieb es beim 0:3.

SCHLÜSSELSPIELER & -SZENEN

Der Doppelpack innerhalb von sechs Minuten brach den Frankfurtern letztlich das Genick, die Eintracht war in der Folge zu einfallslos, um noch mal ins Spiel zurückzufinden. Beste Akteure bei den Hausherren waren Ochs und Kraus, bei 96 könnte man Pogatetz und Zieler hervorheben - wobei es aber vor allem die kompakte und geschlossene Mannschaftsleistung war, die für Hannover erfolgsbringend war.

SPIELER DES SPIELS: Ron-Robert Zieler

Starker Auftritt des 21-jährigen bei seinem Bundesliga-Debüt. Leistete sich keine Fehler und zeigte einige starke Paraden.

SCHIEDSRICHTER: Thorsten Kinhöfer - Note: 5.5

Hatte die Partie weitgehend im Griff, leistete sich aber einige kleinere Fehler und einen etwas größeren, als er Tzavellas Schlag gegen Schmiedebach nicht mit einer Karte ahndete (23.).

Anmerkung: Die Notenskala reicht wie bei der Spielnote von 1 (Arbeitsverweigerung) bis 10 (Weltklasse).

SPIELNOTE: 3.5

Für den neutralen Zuschauer war es sicherlich kein schön anzusehendes Spiel, da 96 sich aufs Kontern beschränkte und Frankfurt nicht viel einfiel, so dass Torraumszenen Mangelware waren. Dennoch interessant zu beobachten, wie Hannover mit einer kompakten Taktik die Frankfurter nicht zur Entfaltung kommen ließen.

FAZIT

Ideenlose Frankfurter finden nach einem relativ frühen Doppelpack der 96er kaum ein Mittel gegen die hannoversche Abwehr und müssen sich am Ende mit 0:3 geschlagen geben. Dabei präsentierten sich die Niedersachsen mit einer starken Defensive, die die Frankfurter Angreifer ein ums andere Mal zur Verzweiflung brachte. Zudem funktionierte bei Hannover das schnelle Umschalten von Abwehr auf Angriff wieder einmal grandios. So steht 96 nun auf einem sensationellen zweiten Platz.


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