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Freundschaftsspiel

  • 6. Juni 2014
  • • 20:45
  • • Coface Arena, Mainz
  • Schiedsrichter: H. Lechner
  • • Zuschauer: 27000
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ENDE
1

6:1 gegen Armenien wird von Reus-Verletzung überschattet

Überschattet von einer womöglich schweren Fußverletzung bei Marco Reus hat die deutsche Fußball-Nationalmannschaft ihre WM-Generalprobe deutlich gewonnen.

Mainz. Das DFB-Team setzte sich im letzten Test vor der Weltmeisterschaft klar gegen Armenien durch. André Schürrle erzielte in der 52. Minute die deutsche Führung, der Dortmunder Henrich Mchitarjan (69.) glich per Foulelfmeter aus, ehe der starke Lukas Podolski (71.), Benedikt Höwedes (73.), Miroslav Klose (76.) und Mario Götze (82./89.) trafen. Mit seinem 69. Länderspieltor ließ Klose Gerd Müller in der "ewigen" Torjägerliste des DFB hinter sich.

Grund zur Freude gab es trotz klarer Überlegenheit und vieler Chancen durch den bitteren Ausfall von Reus, der die Sorgen von Bundestrainer Joachim Löw zehn Tage vor dem WM-Auftakt in Salvador gegen Portugal (16. Juni) noch einmal drastisch vergrößerte, dennoch nicht. Dem 25 Jahre alten Dortmunder droht im schlimmsten Fall sogar das WM-Aus.

Der Mittelfeldspieler, einer der großen Hoffnungsträger in der Löw-Elf, war in der 45. Minute mit dem linken Fuß im Rasen hängen geblieben, umgeknickt und musste in die Kabine getragen werden. Von dort wurde Reus umgehend in eine Klinik zur Kernspin-Untersuchung gebracht. Eine Diagnose gab es zunächst nicht. Am Spielfeldrand zog Löw allerdings eine besorgte Miene.

Die DFB-Auswahl fliegt am Samstagabend um 22 Uhr von Frankfurt/Main nach Salvador und von dort weiter zum Quartier "Campo Bahia" in Porto Seguro. Sollte Reus tatsächlich ausfallen, könnte Löw kurzfristig noch einen Spieler nachnominieren.

Neuer spielte nicht, Lahm schon

Gegen Armenien musste Löw nach wie vor auf Torwart Manuel Neuer (Schulterverletzung) verzichten, auch die zuletzt angeschlagenen Bastian Schweinsteiger und Miroslav Klose fehlten erneut in der Startelf. Zudem saß der zuletzt enttäuschende Mesut Özil bis zur Pause erst einmal draußen. Er wurde in der Offensivzentrale zunächst gut von Toni Kroos vertreten. Das Trio kam nach der Pause ins Spiel und sammelte so wertvolle Spielpraxis für die WM.

Kapitän Philipp Lahm stand dagegen nach überstandener Kapselverletzung wieder von Beginn an zur Verfügung. Den 30-Jährigen bot Löw überraschend im defensiven Mittelfeld neben dem unauffälligen Sami Khedira auf. Jerome Boateng spielte erneut Rechtsverteidiger, Höwedes verteidigte auf der linken Seite.

Unabhängig von allen personellen Planspielen war Löws Vorgabe klar. "Wir wollen uns von den Fans mit einem Sieg, einem guten Spiel und einem Lächeln aus Deutschland verabschieden", sagte Löw. Man wolle "den WM-Turbo zünden".

Wackler in der Abwehr

Doch zunächst sah der Bundestrainer einige Wackler seiner Abwehr und eine Großchance der Gäste. Nach Vorlage des Dortmunders Mchitarjan stand Geworg Ghazarjan plötzlich völlig frei, traf den Ball aber zum Glück für die Deutschen nicht richtig (2.).

Genauso erging es auf der anderen Seite Thomas Müller, der sich mit Reus und Schürrle in der Spitze abwechselte, fünf Minuten später. Die DFB-Auswahl war in der Folge bemüht, das Spiel dominant und in der Offensive flexibel zu gestalten. Auch wenn noch nicht alles klappte, ergaben sich durchaus gute Möglichkeiten.

In der 9. Minute verzog der Ex-Mainzer Schürrle aus kürzester Distanz nach Lahm-Flanke per Kopf. Kurz darauf spielte Müller Reus sehenswert frei, den Schuss des Dortmunders kratzte Hrajr Mkojan gerade noch von der Linie. Überhaupt waren es Müller, Reus und Schürrle, die neben Kroos immer wieder für Akzente sorgten. So war es erneut Reus nach Pass von Müller, der freistehend an Beresowski scheiterte (32.). Zudem verzog Schürrle nach Pass des starken Müller (34.).

Reus-Schock vor der Pause

Kurz vor der Pause erlebte die DFB-Auswahl den Reus-Schock, von dem sie sich aber schnell erholte. Beim ersten geradlinigen Angriff nach der Pause passte der eingewechselte Lukas Podolski scharf nach innen. Schürrle schloss sehenswert mit der Hacke ab.

Auch nach dem Seitenwechsel blieb die DFB-Elf am Drücker, Boateng verzog knapp (64.), Özil traf den Pfosten (65.). Nachdem der eingewechselte Kevin Großkreutz den Foulelfmeter verschuldet hatte, rissen die Gastgeber die Partie sofort wieder an sich. Podolski zog mit seinem 47. Länderspieltor in der "ewigen" Bestenliste mit Jürgen Klinsmann und Rudi Völler gleich, wenig später trafen Höwedes, Klose und zweimal Götze.

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