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Weltmeisterschaft

  • 25. Juni 2014
  • • 18:00
  • • Arena Fonte Nova, Salvador, Bahia
  • Schiedsrichter: Carlos Velasco Carballo
  • • Zuschauer: 48011
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ENDE
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Irans WM-Endspiel: Jubel nur im Wohnzimmer erlaubt

Irans Fußballer wollen mit dem ersten Achtelfinaleinzug WM-Geschichte schreiben. Daheim darf nur im Wohnzimmer zugeschaut werden.

Salvador da Bahia. Präsident Hassan Rouhani wird wieder auf dem heimischen Sofa Platz nehmen, wenn Irans Fußballer WM-Geschichte schreiben wollen. Seine Landsleute werden dagegen versuchen, das offizielle Verbot fürs Rudelgucken erneut einfallsreich zu umgehen. Ob mit dem überdimensionalen TV-Bild an der Hauswand oder in der Menschentraube vor dem Fernseher auf einer Tee-Karre - Millionen fiebern im Endspiel um den Achtelfinaleinzug am Mittwoch (18.00 Uhr MESZ im LIVE-Ticker) gegen Bosnien-Herzegowina mit.

Sollten Ashkan Dejagah und Co. tatsächlich erstmals die K.o.-Runde bei einer WM erreichen, würden in Teheran und anderen Städten Zehntausende junger Iraner mitten in der Nacht ausgelassen auf den Straßen feiern - allen Verboten zum Trotz. Dejagah weckte schon die Vorfreude. "Wenn wir so arbeiten wie gegen Argentinien, haben wir eine richtig gute Chance weiterzukommen", sagte der ehemalige Bundesligaprofi.

Irans Präsident fiebert mit

Schon nach dem unglücklichen 0:1 gegen Superstar Lionel Messi und den zweimaligen Weltmeister hatten in Teheran viele Fans von Team Melli die Nacht zum Tage gemacht - unter den Augen eines großen Polizeiaufgebots und zahlreicher Sicherheitskräfte in Zivil. Weil bei der WM vor vier Jahren beim Public Viewing in Kinos politische Slogans gegen den damaligen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad gerufen wurden, sind Kino-, Café- und Restaurantbesitzer diesmal angewiesen, auf WM-Übertragungen zu verzichten.

Auch Rouhani sandte mit dem Twitter-Bild, auf dem er in Trainingshose und Polohemd im Wohnzimmer mitfieberte, die klare Botschaft: Schaut die WM zu Hause! Dass die Staatsmacht keinen Spaß versteht, bekamen zwei 23-Jährige in Shahrud, östlich von Teheran, zu spüren. Sie wurden festgenommen, weil sie in einem Video der Londoner Band Ajam zur Unterstützung ihrer WM-Fußballer tanzten und jubelten. "Vulgär" fand der lokale Polizeichef das im Satellitenfernsehen gesendete Filmchen.

Queiroz: "Werden alles versuchen"

Um Jubelstürme daheim auszulösen, müssen Dejagah und Co. nicht nur gegen die bereits ausgeschiedenen Bosnier gewinnen. Zeitgleich muss auch Nigeria gegen die bereits fürs Achtelfinale qualifizieren Argentinier verlieren. "Ich kann nicht versprechen, dass wir weiterkommen", sagte Trainer Carlos Queiroz: "Aber wir werden alles versuchen."

Bislang hat Team Melli bei vier WM-Teilnahmen noch nicht einmal gegen eine europäische Mannschaft gewonnen. Die Bosnier allerdings sind ein Lieblingsgegner. Vier Siege und ein Unentschieden stehen bislang zu Buche.

Bosnien will versöhnlichen Abschluss

Für die Fußballer vom Balkan geht es nach den Niederlagen gegen Argentinien (1:2) und Nigeria (0:1) nur noch um einen versöhnlichen Abschluss ihrer ersten WM. "Ich hoffe, dass wir unser wahres Gesicht zeigen können, dass wir gewinnen und ehrenvoll Abschied nehmen", sagte der Stuttgarter Vedad Ibisevic.

Der 29-Jährige hat bislang das einzige Tor des WM-Debütanten erzielt. Dass ihn Trainer Safet Susic in den ersten beiden Spielen erst nach einem Rückstand einwechselte, war auf harsche Kritik gestoßen. "Ibisevic ist ein begnadeter Spieler, der die wichtigsten Tore für die Nationalmannschaft erzielt hat", sagte der ehemalige jugoslawische WM-Spieler Faruk Hadzibegic, kurzzeitig selbst bosnischer Nationalcoach.

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