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Bundesliga

  • 23. Mai 2015
  • • 15:30
  • • Signal-Iduna-Park, Dortmund
  • Schiedsrichter: M. Gräfe
  • • Zuschauer: 80667
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Die Schwarz-Gelben hatten gleich drei Mal Grund zu jubeln

BVB zum Klopp-Abschied nach Europa

Die Schwarz-Gelben hatten gleich drei Mal Grund zu jubeln

Getty

Zum Bundesliga-Abschied schenken die Schwarz-Gelben ihrem scheidenden Trainer einen würdigen Abschied. Und sich selbst das internationale Geschäft. Die Analyse.

Borussia Dortmund hat sich am 34. Spieltag beim Abschiedsspiel von Coach Jürgen Klopp mit einem 3:2 (3:1) gegen Werder Bremen vom heimischen Publikum verabschiedet und den Einzug in die Europa-League-Qualifikation perfekt gemacht.

Vor 80.667 Zuschauern im ausverkauften Signal Iduna Park brachten Shinji Kagawa (16.) und Pierre-Emerick Auvameyang (17.) die Borussia binnen 126 Sekunden mit einem Doppelschlag in Führung. Levin Öztunali sorgte nach einer knappen halben Stunde für den Bremer Anschluss (26.), ehe Henrikh Mkhitaryan den alten Abstand noch vor der Pause wieder herstellte (42.).

Theodor Gebre Selassie traf in der Schlussphase nach zahlreichen vergebenen Chancen auf Seiten des BVB noch zum Anschluss (85.).

Bereits vor dem Anpfiff sorgten die BVB-Fans mit einer überwältigenden Choreo für Jürgen Klopp in seinem - zumindest vorerst - letzten Heimspiel mit den Dortmundern für Gänsehaut. Auch für Sebastian Kehl war es nach 13 Jahren das letzte Spiel im Signal Iduna Park.

Durch den Sieg bleibt der BVB in der Tabelle auf Platz sieben, der für die Europa-League-Qualifikation berechtigt. Gewinnen die Dortmunder das Pokal-Finale am kommenden Wochenende, wären die Schwarzgelben sicher in der Gruppenphase. Für Werder ist der Europa-Traum ausgeträumt.

Der Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: BVB-Coach Jürgen Klopp kann nach der 1:2-Pleite gegen Wolfsburg wieder auf Reus bauen, der Kampl auf der linken Seite ersetzt. Auch Langerak und Sokratis müssen auf die Bank, Hummels und Weidenfeller starten.

Viktor Skripnik wechselt Werder nach dem 0:2 gegen Gladbach auf drei Positionen durch. Lukimya, Kroos und Busch starten für Prödl, Bargfrede und den verletzten Selke.

2.: Der BVB legt hier los wie die Feuerwehr und kommt sofort zu einer Doppelchance! Erst pariert Casteels einen Flachschuss von Mkhitaryan von rechts, im zweiten Anlauf legt Reus die Kugel nach einem starken Solo von links in den Rückraum. Aubameyang verpasst am Fünfereck knapp, Mkhitaryan bleibt mit seinem Schuss an Sternberg hängen.

9.: Kagawa bedient Reus auf links. Der Nationalspieler mit einer starken Hereingabe, die Aubameyang frei aus zehn Metern artistisch Richtung Kasten bringt - aber am Pfosten scheitert!

15., 1:0, Kagawa: Was für ein Bock von Vestergaard! Der Verteidiger spielt Gündogan den Ball in die Füße und der BVB darf mit vier Mann auf zwei verbliebene Verteidiger gehen. Gündogan legt auf Kagawa ab, der aus wenigen Metern cool bleibt und zur Führung trifft!

17., 2:0, Aubameyang: 126 Sekunden nach der Führung darf der BVB wieder jubeln! Nach einem Doppelpass mit Kagawa geht Aubameyang links in den Sechzehner, schüttelt den ganz schwach verteidigenden Gebre Selassie ab und trifft rechts unten. Keine Chance für Casteels - 16. Saisontor.

26., 2:1, Öztunali: Junuzovic steckt den Ball am Strafraum durch zu Öztunali. Die Bayer-Leihgabe dreht Hummels mit einer Körpertäuschung und zimmet die Kugel aus elf Metern in die Maschen.

35.: Werder schaltet schnell und gut um. Bartels schickt Di Santo links auf die Reise. Weidenfeller stürmt heraus, geht volles Risko - erwischt mit seiner eingesprungenen Grätsche erst den Ball. Durchatmen beim BVB.

42., 3:1, Mkhitaryan: Wunderbarer Fußball, den der BVB hier zeigt! Nach einer Werder Ecke geht's über wenige Stationen brutal schnell nach vorne. Kagawa mit einem hohen Pass von links in die Spitze, wo der Mkhitaryan vollkommen blank durch ist. Die Ballannahme ist top, der Chip mehr als sehenswert - starkes Tor![component:R]

64.: Wilde Szenen im Werder-Sechzehner. Aubameyang versucht's nach einer Flanke von rechts mit viel Kunst, sein Seitfallzieher wird zur unfreiwilligen Vorlage für Mkhitaryan. Der Armenier lässt zwei Bremer aussteigen - und trifft aus wenigen Metern die Latte.

85., 3:2, Gebre Selassie: Das nennt man dann wohl überraschend. Junuzovic bolzt einen flachen Freistoß von links in den Sechzehner. Gebre Selassie läuft in die Kugel und befördert selbige in die Maschen.

Fazit: Vom Anpfiff weg lässt der BVB keine Zweifel daran aufkommen, wer hier als Sieger vom Platz geht. Gegen die spiel- und kombinationsstarken Hausherren fand Bremen nie ein Mittel.

Der Star des Spiels: Shinji Kagawa erwischte einen absoluten Sahnetag und stach aus der insgesamt bärenstarken BVB-Offensive nochmal heraus. Omnipräsent auf dem Rasen und mit einer überragenden Übersicht als Ballverteiler. Zudem mit dem 1:0 und der Vorarbeit zum 2:0. Auch stark: Gündogan und Mkhitaryan.

Der Flop des Spiels: Assani Lukimya kam wie seine Nebenleute nicht mit den flinken BVB-Angreifern zurecht und sah gegen Reus und Co. öfter als ihm lieb war nur die Rücklichter. Am Ende mit nur gut der Hälfte gewonnener Zweikämpfe und einer Passquote unter 60 Prozent.

Der Schiedsrichter: Manuel Gräfe zeigte in einem einfach zu leitenden Spiel eine Vorstellung ohne den geringsten Fehler. Richtig gesehen, dass Gebre Selassie beim 2:3-Anschlusstreffer nicht im Abseits stand.

Das fiel auf:

  • Im Vorfeld der Partie wünschte sich Klopp eine "Vollgas-Veranstaltung" - und die bekam der scheidende Coach von seinen Schützlingen. Die Borussen gingen mit einer unfassbaren Intensität in die Partie und ließen den Gästen mit ihrem aggressiven, hohen Spiel gegen den Ball sowie dem pfeilschnellen Umschaltspiel kaum Zeit zum atmen.[component:R]
  • Angetrieben vom emsigen Kehl und dem spielstarken Kagawa im Zentrum überzeugte der BVB in der Offensive mit bärenstarkem Kombinationsspiel. Die rochierenden und schnellen Mkhitaryan, Reus und Aubameyang waren für die überforderte Bremer defensive schwer zu greifen.
  • Werder fing sich nach dem überraschenden Anschluss etwas, doch blieb es bei den Gästen nach vorne bei guten Ansätzen. Ballbesitz- und Zweikampfwerte um die 60 Prozent zur Halbzeit zeugen von der schwarzgelben Dominanz.
  • Auch wenn im zweiten Abschnitt das Tempo nachließ, durfte der BVB im Zentrum mit zu viel Platz agieren und ob der hoch stehenden Verteidigung immer wieder viel Tempo vor den Angriffen aufnehmen.
  • Skripnik stellte Mitte der zweiten Halbzeit auf ein 4-4-2 mit Lorenzen und Di Santo im Angriff um. Nach vorne blieb die Maßnahme wirkungslos, doch bekamen die Bremer mit einer Doppelsechs das Zentrum etwas besser in den Griff.

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