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Bundesliga

  • 25. April 2015
  • • 15:30
  • • Signal-Iduna-Park, Dortmund
  • Schiedsrichter: M. Weiner
  • • Zuschauer: 80667
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ENDE
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Aubameyang (l.) und Kagawa erzielten die Tore für Dortmund

Dortmund schlägt Frankfurt auf dem Weg nach Europa

Aubameyang (l.) und Kagawa erzielten die Tore für Dortmund

Bongarts

Der BVB liefert seinem Publikum gegen Eintracht Frankfurt ein Spiel mit Höhen und Tiefen. Am Ende siegt der BVB und schiebt sich weiter an die Europapokalplätze heran. Die Analyse.

Aus dem Signal-Iduna-Park berichtet Stefan Döring

Borussia Dortmund siegt auch gegen Eintracht Frankfurt und kommt im Bundesliga-Endspurt noch einmal richtig ins Rollen. Pierre-Emerick Aubameyang brachte den BVB per Elfmeter in Führung (24.). Vor 80.667 Zuschauern im ausverkauften Signal-Iduna-Park ging Dortmund sahen die Fans eine schwache Anfangsphase beider Teams. Nach gut 20 Minuten kam der BVB besser ins Spiel und ging folgerichtig in Führung. Und der BVB setzt nach, Shinji Kagawa legte keine zehn Minuten nach dem 1:0 nach (32.). Borussia Dortmund bewegt sich nach dem 2:0-Sieg geradewegs auf die Europa League zu.

Der Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Borussia Dortmund musste kurzfristig auf Torhüter Roman Weidenfeller verzichten, der wegen einer Beckenprellung nicht im Kader stand. Für ihn rückte der Australier Michtell Langerak in die Starformation. Außerdem musste der BVB auf Ilkay Gündogan verzichten, der angeblich vor einem Wechsel zu Manchester United steht, und gegen Eintracht Frankfurt mit einer Rachenentzündung fehlte.

Eintracht Frankfurt musste ebenfalls umbauen, allerdings gleich auf drei Positionen. Weil Anderson und Bastian Oczipka gegen Borussia Mönchengladbach ihre fünfte Gelbe Karte sahen, spielten Carlos Zambrano und Timothy Chandler von Beginn an. Verletzungsbedingt musste Stefan Aigner passen. Für ihn lief Lucas Piazon auf.

7.: Klasse Kombination der Frankfurter. Piazon spielt einen Doppelpass mit Seferovic, ehe er Kittel durch die Schnittstelle in der Dortmunder Hintermannschaft anspielt. Kittel versenkt den Ball im Tor, stand bei dem Zuspiel aber klar im Abseits. Das Tor zählt zurecht nicht.

17.: Blaszczykowski flankt den Ball aus dem rechten Halbfeld ins Zentrum auf Aubameyang. Der Gabuner setzt sich am Fünfer durch, köpft den Ball aber in Bedrängnis über den Kasten.

24.: 1:0, Aubameyang: Elfmeter für Dortmund! Schmelzer flankt den Ball von links ins Zentrum, wo Kittel das Leder an den Arm bekommt. Michael Weiner zeigt auf den Punkt – wohl die richtige Entscheidung des Unparteiischen. Aubameyang chipt den Elfer ins Tor.

33.: 2:0, Kagawa: Durm schickt über rechts Aumabeyang auf die Reise, der Zambrano einfach stehen lässt und dann das Auge für den mitgelaufenen Kagawa hat. Der Japaner grätscht den Ball am Fünfer über die Linie.

41.: Plötzlich ist Piazon durch und geht in den Strafrau. Aber Sokratis ist hellwach und grätscht dem Frankfurter in letzter Sekunde mit einem super Tackling den Ball vom Fuß. Bärenstarke Aktion des Griechen!

42.: Carlos Zambrano sieht eine Gelbe Karte, nachdem er mit Mkhitaryan aneinander gerät. Da war auch ein leichtes Nachtreten des Frankfurters zu sehen. Glück für ihn, dass Weiner das nicht so sah.

52.: Kittel spielt den Ball auf der rechten Seite an Schmelzer vorbei zu Chandler. Dieser will von der Grundlinie flanken, doch Hummels hat da etwas dagegen. Mit einem klasse Tackling nimmt er dem Frankfurter den Ball ab.

58.: Alexander Madlung sieht nach einem harten Einsteigen gegen Jakub Blaszczykowski nur die Gelbe Karte. In dieser Szene hätte man ebenfalls über einen Platzverweis nachdenken können.

60.: Aubameyang wird in abseitsverdächtiger Position in den Strafraum geschickt. Dort geht er in den Zweikampf mit Zambrano, der seinen Arm im Gesicht des Gabuner hat. Weiner lässt weiterspielen - eine knifflige Situation.

69.: Nach einem Fehlpass von Zambrano spielt Mkhitaryan einen starken Querpass entlang des Fünfmeterraums. Reus startet am langen Pfosten durch, rutscht in den Ball, kann diesen aber nur noch am Tor vorbei schießen.

85.: Mkhitaryan mit der Riesenchance zum 3:0! Reus spielt den Armeniern mit einem schönen Pass im Strafraum frei, doch Mhkitaryan verfehlt das Tor aus spitzem Winkel deutlich.

Fazit: Nach schwachem Beginn beider Teams drehte Borussia Dortmund auf. Begünstigt von einem Elfmeter brachte die Führung enorme Sicherheit. In dieser Form schafft der BVB noch den Sprung nach Europa.

Der Star des Spiels: Pierre-Emerick Aubameyang: Er übernahm beim Elfmeter in der 24. Minute die Verantwortung und chipte den Ball frech ins Tor. Das 2:0 durch Shinji Kagawa bereitete hervorragend vor – machte noch eine Bewegung an Chandler vorbei und flankte unbedrängt in den Strafraum. Wettbewerbsübergreifend war das schon die 31. Torbeteiligung von Aubameyang. Nur De Bruyne (39) und Müller (34) haben mehr.

Der Flop des Spiels: Carlos Zambrano! In diesem Fall könnte man gar vom Fiesling sprechen. Er brachte unnötige Aggressivität in das Spiel und hatte Glück, dass er das Spiel beenden durfte. In der Abwehr der Gäste war der Peruaner der eindeutige Schwachpunkt.

Tipico

Der Schiedsrichter: Michael Weiner hatte kaum Probleme mit der Leitung des Spiels, in einigen Szenen hätte er aber auch anders entscheiden können. Bei den kritischen Entscheidungen war er meistens auf der richtigen Seite. Die Elfmetersituation, als Sonny Kittel im Strafraum mit der Hand am Ball war, entschied er wohl richtig. Kurz vor dem Pausenpfiff hatte Carlos Zambrano allerdings Glück, dass der Peruaner weiterspielen durfte. Das sah stark nach Nachtreten aus. In der zweiten Halbzeit entglitt ihm die Partie kurzzeitig etwas, als er Alexander Madlung nach einer überharten Attacke gegen Kuba nur die Gelbe Karte zeigte. In der 62. Minute hätte er erneut auf den Punkt zeigen müssen, nachdem Carlos Zambrano Pierre-Emerick Aubameyang im Strafraum foulte  – auch wenn es gefährlich nach Abseits von Aubameyang aussah. Danach bekam Weiner das Spiel wieder besser in den Griff und war stets auf Ballhöhe.

Das fiel auf:

  • Die Partie begann zäh. Beiden Mannschaften fehlte es an Tempo und Genauigkeit im Spiel. Viele Fehlpässe prägten die ersten 20 Minuten.
  • Die neuformierte linke Abwehrseite der Frankfurter hatte mit Jakub Blaszczykowski und Pierre-Emerick Aubameyang große Probleme.
  • Shinji Kagawa wirkte auch heute wieder viel agiler und laufreudiger als noch in den vergangenen Wochen – hatte viel Platz auf dem Feld. Bereits gegen den SC Paderborn spielte er groß auf. Die direkte und öffentliche Kritik von Michael Zorc an ihm hat scheinbar gewirkt.
  • Die neuformierte Doppelsechs bei Borussia Dortmund wirkte zu Beginn etwas hilflos. Das war die Schwachstelle im Spiel, welche die Eintracht nicht ausnutzen konnte. Im Laufe des Spiels wurden Ginter und Bender besser, machten ihre Sache gegen den Ball sehr gut.
  • Eintracht Frankfurt ließ nach dem Rückstand teils absurde Lücken zwischen den Mannschaftsteilen, die der BVB hervorragend für Konter nutzte.

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