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UEFA Champions League

  • 17. September 2013
  • • 20:45
  • • Allianz-Arena, München
  • Schiedsrichter: G. Rocchi
  • • Zuschauer: 68000
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Bosse vor Champions-League-Auftakt im Verbal-Duell: Pulverfass FC Bayern München

Sammer gegen die Mannschaft, Hoeneß gegen Sammer, Beckenbauer gegen Hoeneß: Vor dem Start in die Mission Titelverteidigung in der Königsklasse gleicht der FCB einem Pulverfass.

München. Vorfreude auf die Champions League? Von wegen! Die "Mission impossible" Titelverteidigung hat noch gar nicht begonnen, da liegen sich die Bosse bei Bayern München schon in den Haaren.

Die Kritik von Sportvorstand Matthias Sammer hat den Verein gespalten. Präsident Uli Hoeneß schimpfte und bestellte ihn zum Rapport, Franz Beckenbauer stärkte ihm den Rücken. 115 Tage nach dem Triumph von London kommt der Start in die Königsklasse mit dem Heimspiel gegen ZSKA Moskau am Dienstag (20.45 Uhr) für den Champion zur Unzeit.

Noch nie hat eine Mannschaft in der 21 Jahre langen Geschichte des Wettbewerbs den Pokal in zwei aufeinanderfolgenden Spielzeiten gewonnen. Der FC Bayern will es jetzt schaffen, doch der Zwist im Klub macht zumindest den Start in dieses Abenteuer nicht leichter.

Beckenbauer vs. Hoeneß

"Wir werden sicherlich darüber reden", kündigte Hoeneß am Montag in der Bild-Zeitung bezüglich Sammers Aussagen an, "weil ein Eindruck vom FC Bayern entsteht, der nicht gut ist". Sammer hatte dem Team "Dienst nach Vorschrift" vorgeworfen. Die Spieler versteckten sich hinter Coach Pep Guardiola, müssten "raus aus der Komfortzone".

Beckenbauer hält das für "legitim" - Hoeneß für völlig überzogen. "Ich verstehe, dass Matthias den Finger in die Wunde legen will", sagte er dem kicker: "Allerdings finde ich nicht, dass wir eine Wunde haben." Sammer wies diese Äußerung am Montag zurück. "Es geht hier nicht um Wunden, es geht darum, von einem guten auf ein sehr gutes Niveau zu kommen", sagte er dem Pay-TV-Sender Sky.

Hoeneß vs. Sammer

Hoeneß aber empfahl ihm, "die Kirche im Dorf zu lassen. Der Feind sitzt draußen, nicht bei uns. Unsere Lage in der Bundesliga ist nicht dramatisch." Der FCB liegt zwei Punkte hinter Tabellenführer Dortmund. Die Borussia, meinte Hoeneß, lache sich angesichts des Sammer-Vorstoßes "doch tot".

Sammer müsse deshalb "aufpassen, dass er nicht über das Ziel hinausschießt. Wenn man so etwas jede Woche macht, verbrennt man sich irgendwann dabei". Sammer hatte sich schon im Vorjahr zu einem ähnlichen Zeitpunkt so geäußert, als er den Auftritt der Mannschaft beim 2:0 bei Werder Bremen als "lätschern" abqualifizierte.

Damals konterte Coach Jupp Heynckes nach dem folgenden 1:3 in der Champions League bei Bate Borissow, er halte Sammers Kritik für "Populismus". Doch im Herbst 2012 hielt das Pulverfass FC Bayern dem Druck stand.

"Den Schalter umlegen"

Und diesmal? Guardiola, den Sammer mit seinem Vorstoß in Schutz nehmen wollte, schloss sich der Kritik an Sammer nicht an. "Matthias ist sehr emotional, wie ich, und eine der wichtigsten Personen hier für mich, auch in der Kabine", sagte der Spanier am Montag.

Er sei "nicht überrascht" gewesen, dass sich Sammer öffentlich so geäußert hat, "das ist die Kultur hier in Deutschland. Die Leute, die hier im Verein arbeiten - Matthias, Kalle (Rummenigge) und Uli -, können ihre Meinung erklären. Wenn so etwas in Spanien passiert, haben wir ein Problem. Aber hier ist das normal."

Normal? "Wir müssen alle aufpassen", mahnte Hoeneß. Wegen des Triple-Triumphs im Frühjahr sei die Erwartungshaltung ohnehin übermenschlich. "Dieses immer weiter, immer höher wird irgendwann gefährlich, wenn wir da mitmachen." Die Profis seien "Menschen, die sich auch mal Nachlässigkeiten erlauben. Wenn nur noch Roboter auf dem Rasen stehen, brauchen wir nicht mehr ins Stadion zu gehen." Die Stars werden "den Schalter umlegen, da habe ich keinen Zweifel".

ZSKA in Top-Form

Am liebsten bereits gegen den russischen Meister und Pokalsieger. Gegen den "gewinnt man nicht nebenbei", warnte - klar: Sammer. Doch der FC Bayern, ergänzte er, starte "nicht in einen Wettbewerb, um Teilnehmer zu sein. Wir wollen das Höchstmögliche erreichen." Also den Henkelpott behalten.

Zum Auftakt dieser Mission dürfte Bastian Schweinsteiger wieder in die Startelf rücken. Beim 2:0-Sieg gegen Hannover 96, der all die Diskussionen ausgelöst hatte, war er nach seiner Knöchelverletzung noch geschont worden. "Basti geht es besser", sagte Guardiola.

Der Tabellenführer der russischen Premier Liga muss indes in den verletzten Alan Dsagojew und Rasmus Elm zwei Stars ersetzen. Moskau sei dennoch "sehr, sehr stark", sagte Guardiola. An das Endspiel am 24. Mai 2014 in Lissabon wolle er auch deshalb noch nicht denken. "Es ist zu früh, darüber zu sprechen."

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Spieler im Fokus

F. Ribéry

Position: Mittelfeldspieler

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Er hebt das Bayern-Spiel immer wieder auf eine andere Ebene. Ribery ist seit Monaten in Bestform und zeigte dies auch zuletzt gegen Hannover. Zum Champions-League-Start will der Franzose nachlegen.

K. Honda

Position: Stürmer

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Der Japaner stand im Sommer kurz vor einem Wechsel zum AC Mailand. Nun spielt er zumindest bis zum Winter noch in Moskau und will bis dahin für einen erfolgreichen Verlauf der Gruppenphase sorgen.

Redaktionstipp

Der FC Bayern gibt sich gegen ZSKA Moskau keine Blöße. Der russische Meister hat zu keiner Zeit eine Chance gegen den Titelverteidiger und wird die Heimreise ohne Punkte im Gepäck antreten müssen.

Letzte fünf Spiele

Direktes Duell

Bayern München

ZSKA Moskau

Siege
4
0
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Siege

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