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DFB Pokal

  • 1. Juni 2013
  • • 20:00
  • • Olympiastadion Berlin, Berlin
  • Schiedsrichter: M. Gräfe
  • • Zuschauer: 75420
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Das erste deutsche Triple! FC Bayern München holt auch den DFB-Pokal

Der FC Bayern München feiert das historische Triple mit einem letztendlich doch knappen Pokalsieg gegen den VfB Stuttgart. Der Rekordmeister gewann mit 3:2.

Berlin. Der FC Bayern München setzte sich knapp mit 3:2 gegen den VfB Stuttgart durch und gewinnt so nach Meisterschaft und Champions League auch den DFB-Pokal. Es ist das erste Triple einer deutschen Vereinsmannschaft.

Heynckes wandelte nach dem Schlusspfiff wie einst Franz Beckenbauer alleine über den Rasen, ehe er sich vor der Kurve von seinen Spielern in die Luft werfen ließ. Sein Präsident Uli Hoeneß schien zunächst eine Träne zu verdrücken, dann lachte er herzlich. Um 22.12 Uhr stemmte Bayern-Kapitän Philipp Lahm im Triple-Trikot den Pokal.

Der letzte Schritt beim Rendezvous mit der Geschichte fiel den Münchnern nicht leicht. Außenseiter Stuttgart hielt in der ersten halben Stunde gut dagegen, die Bayern wankten ein wenig, rissen sich dann aber zusammen und spielten klasse - doch am Ende wurde es aus dem Nichts unnötig eng.

Dabei war zunächst alles nach Plan gelaufen. Thomas Müller verwandelte einen Foulelfmeter (37.), gleich nach der Pause legte Mario Gomez, der etwas überraschend den Vorzug vor Mario Mandzukic erhalten hatte, nach (48.). Gomez traf erneut (61.) - und als er gleich danach vom Feld ging, schien es, als verabschiede auch er sich für immer vom FC Bayern. Danach wurden die Münchner plötzlich sehr nachlässig, Martin Harnik (71./80.) brachte den VfB tatsächlich noch einmal heran.

Zum 19. Mal stand der FC Bayern im Finale um den DFB-Pokal, mit seinem 16. Sieg in diesem Wettbewerb gelang ihm nicht nur das erste Triple einer deutschen Männer-Mannschaft aus Meisterschaft, Pokal und Champions League oder Europapokal der Landesmeister, sondern bereits zum neunten Mal auch das deutsche Double. Den goldenen Pokal holten sie mit dem mittlerweile neunten Sieg im zehnten Pokal-Duell gegen den VfB Stuttgart zum ersten Mal seit 2010 - und die Fans der Bayern bejubelten dafür in Sprechchören schon vor dem Schlusspfiff neben Heynckes auch Präsident Uli Hoeneß.

Und weitere große Momente könnten nach einem knapp vierwöchigen Urlaub in diesem Jahr noch dazukommen. Unter dem neuen Trainer Pep Guardiola, der am 26. Juni zum Trainingsauftakt bittet, spielt der FC Bayern bis Weihnachten noch um den deutschen Supercup (am 27. in Dortmund gegen Borussia Dortmund), um den europäischen Supercup (30. August in Prag gegen den FC Chelsea) sowie um den Titel bei der Klub-WM (ab 11. Dezember in Marokko). Das Triple gewann der FC Bayern als siebte europäische Mannschaft.

Stuttgart aufmüpfig im Olympiastadion

Mit Ausnahme von Gomez und Daniel van Buyten, der den nach Brasilien abgereisten Dante vertrat, standen bei den Münchnern alle Spieler auf dem Platz, die bereits am vergangenen Samstag in London das Finale der Champions League begonnen hatten. Diesmal war der FC Bayern von Beginn im Spiel, ohne freilich zu überzeugen. Nach einer guten Chance durch Arjen Robben (2.), dessen Schuss von Serdar Tasci knapp neben den Pfosten abgefälscht wurde, hatte zunächst der VfB sehr gute Gelegenheiten, für eine Überraschung zu sorgen.

Die Stuttgarter, die ihren vierten Endspielsieg im DFB-Pokal anstrebten, erstarrten keineswegs in Ehrfurcht vor dem Meister und Champions-League-Sieger. Nach einer Hereingabe von Ibrahima Traoré kam Alexandru Maxim zentral im Strafraum zum Schuss, der Ball flog nur knapp am Tor vorbei (8.). Nach einer guten Viertelstunde erhob sich dann Trainer Heynckes zum ersten Mal etwas erregt von der Bank, gestikulierte und gab Anweisungen. Seine Mannschaft aber hatte erst einmal weiter Probleme, das Spiel in den Griff zu bekommen.

Spätestens nach der Chance von Maxim entwickelte sich eine unterhaltsame Partie. Stuttgart versuchte früh zu stören, ging dabei respektlos zur Sache, stürmte zudem bei jeder Gelegenheit mutig nach vorne und besaß in der 22. Minute abermals die Chance zur Führung: Einen von Maxim in den Strafraum getretenen Freistoß lenkte Bastian Schweinsteiger aufs eigene Tor - Schlussmann Manuel Neuer aber stand bestens und wehrte Sekundenbruchteile später gegen den nachsetzenden Georg Niedermeier ab.

Es war eine Phase, in der den Münchnern das Spiel ein wenig zu entgleiten drohte, sie hielten aber dagegen und waren prompt wieder besser im Spiel. Zunächst klärte Torhüter Sven Ulreich gegen David Alaba (27.), dann reklamierte der FC Bayern nicht zu Unrecht einen Foulelfmeter: Tasci hatte Robben zu Fall gebracht (31.). Aber erst vier Minuten später, nachdem Philipp Lahm bei einem Zweikampf mit Traoré gestürzt war, pfiff Schiedsrichter Manuel Gräfe Strafstoß - und Müller verwandelte eiskalt.

Gomez trifft doppelt

Der zunächst unauffällige Gomez hätte beinahe schon Sekunden vor der Pause erhöht, schoss nach einer eleganten Körpertäuschung aber über das Tor. Nur wenige Minuten nach dem Wiederanpfiff stand der Angreifer dann genau dort, wo ein Torjäger stehen muss: Robben und Lahm hatten die Stuttgarter Abwehr ausgehebelt, Gomez musste nur noch den Fuß hinhalten. Auf Vorarbeit von Schweinsteiger und Müller grätschte er danach den Ball zum dritten Münchner Treffer ins Tor der Stuttgarter, die allerdings besonders in Person von Harnik sehr beeindruckend reagierten.

Eine Minute nach seinem zweiten Treffer ging Gomez - seine Mitspieler klatschten, das Publikum klatschte, der Angreifer winkte: Es sah stark nach Abschied aus. Und vermutlich wird Gomez damit für Robert Lewandowski von Borussia Dortmund Platz machen.

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