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Bundesliga

  • 26. Februar 2011
  • • 18:30
  • • Allianz-Arena, München
  • Schiedsrichter: M. Gräfe
  • • Zuschauer: 69000
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Spielbericht Bundesliga: FC Bayern München - Borussia Dortmund

Spielbericht Bundesliga: FC Bayern München - Borussia Dortmund

Wann jubelten in der bayrischen Landeshauptstadt zum letzten Mal die Fans der Schwarzgelben? Lang, lang ist´s her. Genau genommen: in der Spielzeit 1991/92. Jener Saison also, in der der deutsche Rekordmeister bis auf Rang zehn abstürzte. Und jener Spielzeit, in der Borussia in einem Herzschlagfinale den Titel doch noch an den VfB Stuttgart verspielte. Ansonsten gab es für den Revierclub meist reichlich „Haue“.

München. Dieses Mal sollte alles anders werden: Borussia Dortmund klar auf Meisterschaftskurs, wollte endlich einmal wieder bei den „Roten“ siegen. Der FC Bayern München nahm nur die Rolle des Herausforderers ein. Wohl aber auch die des Angstgegners der Borussen, die bisher so begeistert hatten in dieser Spielzeit. Am 24. Spieltag gelang es der Mannschaft von Louis van Gaal aber nicht, der Bundesliga zumindest ein wenig neue Spannung einzuhauchen. Denn durch Treffer von Lucas Barrios, Nuri Sahin und Mats Hummel siegte der BVB 3:1 (2:1) in einer klasse Partie. Der Abstand der Bayern auf die Dortmunder beträgt nun 16 Punkte!

PERSONAL & TAKTIK

Bis auf den Langzeitverletzten Ivica Olic standen Louis van Gaal auf Seiten der Bayern alle Akteure zur Verfügung. Bei seiner „Qual der Wahl“ entschied sich der FCB-Coach für die erfolgreiche Mannschaft, die drei Tage zuvor noch Inter Mailand in der Champions League mit 1:0 bezwungen hatte.

Auf Seiten der Gäste musste Jürgen Klopp reagieren: Für den verletzten Stammkeeper Roman Weidenfeller stand Mitchell Langerak zwischen den Pfosten, stand Johannes Focher als Reserve-Torwart bereit. Neven Subotic hingegen kehrte zurück in die Innenverteidigung, weswegen Felipe Santana auf der Bank Platz nehmen musste.

SPIELVERLAUF 1. HÄLFTE

Als Bastian Schweinsteiger in der 16. Minute als erster Gratulant bei Torschütze Luiz Gustavo war, hatte das seine Gründe. „Schweini“ war es, der nämlich den frühen 0:1-Rückstand der Bayern zu verschulden hatte, als er in den Boden trat und Kevin Großkreutz Fahrt aufnahm. Zwei Spieler zog der BVB-Akteur auf sich, ein Blick, ein genialer Pass auf Lucas Barrios – und Dortmund führte in der Allianz-Arena (9.). Aber wie gesagt: Die Bayern schlugen nach einer Ecke von Franck Ribery prompt mit dem Ausgleich durch den Neuzugang von 1899 Hoffenheim zurück.

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Das Spitzenspiel der 24. Runde trug seinen Namen in dieser Anfangsphase völlig zurecht. Denn die Schwarzgelben benötigten nur drei weitere Minuten, um wieder in Front zu liegen. Barrios auf Mario Götze, der mit Blick für den besser postierten Nuri Sahin – und nach einem raffinierten Schlenzer klingelte es schon wieder im Kasten von Thomas Kraft (18.). So antwortet nur eine Mannschaft, die geradewegs und schnurstracks Kurs auf den Titel nimmt. Aber defensiv hatte der BVB so seine Probleme: Mario Gomez wurde bei seinem Torjubel zum 2:2 wegen einer vermeintlichen Abseitsposition zurückgewunken. Eine ganz knappe, aber wohl eine Fehlentscheidung (25.).



Jetzt läuteten wütende Gastgeber ihre beste Phase ein. München mit aller Macht, jedoch ohne Fortune. Erst rettete Piszczek bei einem Müller-Schuss, dann übersah Manuel Gräfe ein Handspiel von Neven Subotic. Bayern war dem Ausgleich sehr nahe, die Borussia überstand diese Periode unbeschadet, um sich dann wieder selbst exzellente Szenen herauszuspielen. Doch sowohl Mats Hummels als auch Lucas Barrios nutzten ihre Möglichkeiten nicht (33.). Zeit zum Durchatmen blieb kaum in einer hochklassigen ersten Hälfte.

SPIELVERLAUF 2. HÄLFTE

Der zweite Abschnitt startete dann ein wenig verhaltener. Das lag aber vor allem am mit Youngsters gespickten Team der Gäste. Dortmund hatte in der Allianz-Arena alles im Griff und setzte weiter die Nadelstiche. So wie Mario Götze, bei dessen Schuss Kraft mit seiner Parade auch ein wenig Glück hatte. Eckball also, und die Vorentscheidung gleich dazu: Götzes Hereingabe köpfte Mats Hummels genau in den Winkel. Der Spitzenreiter gab sich auch in München keine Blöße (60.).

Diesen Schock musste der Rekordmeister erst einmal verdauen. Ab der 70. Minute gewann Bayern noch einmal die Oberhand. Ein 2:3 lag in der Luft - mehrfach. Aber irgendwie besaß der BVB auch das, was ein Team neben einem Titelgen nun einmal auch benötigt: den Meisterdusel. München brachte die Kugel einfach nicht im Netz unter. Mitchell Langerak rettete in seiner besten Parade gegen Gomez den Gästen den Zwei-Tore-Vorsprung (76.). Zeit also für den BVB-Anhang, die Party langsam steigen zu lassen: „Oh, wie ist das schön“ schallte es durchs weite Rund. Und in der Tat: So eine starke Dortmunder Elf hatte man lange nicht gesehen.

SCHLÜSSELSPIELER & -SZENEN

Bastian Schweinsteiger spielte keine gute Rolle. Erst ein krasser Stellungsfehler, der noch unbestraft blieb, dann das 0:1 verschuldet, anschließend immerhin Leader, aber mit vielen, sehr vielen Schwächen. Beim BVB, der zunächst konsequent seine Chancen nutzte, vergaben Hummels und Barrios das mögliche 3:1 vor der Pause. Hummels hingegen machte es nach einer Stunde besser und krönte Dortmunds starke Leistung.

SPIELER DES SPIELS: Nuri SAHIN
Was Bastian Schweinsteiger heute fehlte, brachte auf Dortmunder Seite Nuri Sahin mit. Gutes Auge und fehlerlos in der Defensive, Impulse nach vorne - und ein traumhaftes Tor.



SCHIEDSRICHTER: Manuel GRÄFE (Berlin) – Note: 4
Die kleineren Entscheidungen sah der Mann aus Berlin allesamt richtig. Jedoch benachteiligte er die Bayern im ersten Abschnitt zwei Mal: Gomez stand gefühlt eher nicht im Abseits, im Zweifel für den Stürmer. Subotic spielte klar mit der Hand. Auch Lahms Zupfer gegen Großkreutz hätte mit Elfmeter geahndet werden können.

SPIELNOTE: 9
Eine atemberaubende erste Hälfte, die alles zu bieten hatte. Das war beste Werbung für den Fußball und die Bundesliga! Da war es zu verschmerzen, dass es im zweiten Durchgang etwas ruhiger zuging. Der BVB trat meisterlich auf!

GOAL.COM-FAZIT:
Es war ein bärenstarker Auftritt des BVB. Sicherlich, auch die Bayern hatten ihre Chancen. Aber wie Dortmund hier und heute in der Allianz-Arena auftrat, war imponierend. Klopps Meisterprüfung!

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